Criminal liability for violating an indefinite domestic violence protection order
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's revision, upholding the lower court's conviction for violating a domestic violence protection order. The dispute concerned whether the criminal liability under § 4 of the Domestic Violence Protection Act (GewSchG) was negated by the issuing court's failure to set a time limit for the injunction, contrary to the procedural preference in § 1 Abs. 1 Satz 2 GewSchG. The BGH held that the absence of a time limit did not preclude criminal liability because the time-limitation clause is a mandatory rule (*Sollvorschrift*) applicable only to the regular case, thereby explicitly permitting indefinite orders. The court further clarified that proportionality arguments do not affect the definition of the offense (*Strafbegründung*) but may only be relevant to sentencing or procedural discontinuation under §§ 153, 153a StPO, thus affirming that the conviction stood despite the missing expiration date.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO; Criminal liability for violating an indefinite domestic violence protection order: The dispute concerned whether the criminal liability under § 4 of the Domestic Violence Protection Act (GewSchG) was negated by the issuing court's failure to set a time limit for the injunction, contrary to the procedural preference in § 1 Abs. 1 Satz 2 GewSchG. The BGH held that the absence of a time limit did not preclude criminal liability because the time-limitation clause is a mandatory rule (*Sollvorschrift*) applicable only to the regular case, thereby explicitly permitting indefinite orders. The court further clarified that proportionality arguments do not affect the definition of the offense (*Strafbegründung*) but may only be relevant to sentencing or procedural discontinuation under §§ 153, 153a StPO, thus affirming that the conviction stood despite the missing expiration date.
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KI-generiertCited as the main ground for dismissing the revision as unfounded because the review revealed no legal error to the defendant's disadvantage.
Volltext
Strafbarkeit einer Zuwiderhandlung gegen eine gewaltschutzrechtliche Anordnung bei fehlender Befristung
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bad Kreuznach vom 8. Dezember 2017 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Hinsichtlich der Verurteilung des Angeklagten wegen Zuwiderhandlung gegen eine Anordnung nach § 1 Abs. 1 Satz 1 des Gewaltschutzgesetzes (GewSchG; § 4 Satz 1 Nr. 1 GewSchG) ist das Landgericht im Ergebnis zu Recht davon ausgegangen, dass die entgegen § 1 Abs. 1 Satz 2 GewSchG unterbliebene Befristung der Anordnung die Strafbarkeit nicht in Frage stellt. Die Strafkammer hat dies im Wesentlichen damit begründet, dass das Tatgericht im Falle einer fehlenden Befristung selbst zu entscheiden habe, ob die Anordnung zum Tatzeitpunkt "aus Verhältnismäßigkeitsgründen" noch als Grundlage einer Bestrafung nach § 4 GewSchG dienen konnte (so auch OLG Celle, Urteil vom 13. Februar 2007 - 32 Ss 2/07, NStZ 2007, 485 f.; vgl. ferner OLG Hamm, Beschluss vom 2. März 2006 - 3 Ss 35/06, NStZ 2007, 486). Diese Begründung stößt auf rechtliche Bedenken, weil der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit keine für die Strafbarkeit eines Verhaltens bedeutsame Kategorie darstellt. Verhältnismäßigkeitsgesichtspunkte sind nicht für die Strafbegründung relevant, sondern allenfalls im Hinblick auf die Sanktionierung; so kann ein langer Zeitablauf im Falle einer unbefristeten Anordnung möglicherweise Anlass für eine Einstellung des Verfahrens gemäß den §§ 153, 153a StPO bieten. Für die Strafbarkeit einer Zuwiderhandlung gegen eine Anordnung gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 GewSchG ist eine fehlende Befristung indes schon deshalb unerheblich, weil es sich bei § 1 Abs. 1 Satz 2 GewSchG - worauf das Landgericht zutreffend hingewiesen hat - um eine Sollvorschrift handelt, die eine Befristung nur für den Regelfall vorsieht, also auch unbefristete Maßnahmen zulässt.
Becker
Ri'inBGH Dr. Spaniol befindetsich im Urlaub und ist dahergehindert zu unterschreiben.
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Becker
RiBGH Dr. Berg befindetsich im Urlaub und ist dahergehindert zu unterschreiben.
Leplow
Becker