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III ZR 190/18 ECLI:DE:BGH:2019:270619BIIIZR190.18.0 KI-generiert

Insolvency table recognition: Setting amount in dispute to minimum fee tier when no insolvency assets are available

Geschäftsnummer III ZR 190/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) set the amount in dispute and the value of the appeal for the non-admission complaint at €500, thereby denying the plaintiff's implicit request to have the value calculated based on the full claim amount; this ruling confirmed that the lower courts' refusal to increase the fee-bearing value was correct. The dispute concerned a damages claim of €750,000 subsequently raised to over €1.29 million in an insolvency table recognition action, where the defendant (debtor) had entered insolvency and the insolvency administrator contested the claim. The decisive legal basis is Section 182 of the German Insolvency Code (InsO), which mandates that the amount in dispute for a contested insolvency claim is determined by the expected dividend (quota) payable from the insolvency estate; because no assets were available in the estate to pay creditors, the value defaulted to the minimum statutory fee tier of €500 under Section 182 of the Code of Civil Procedure (ZPO) and Section 26 No. 8 Sentence 1 of the Transitional and Final Provisions to the ZPO, irrespective of any separate subrogation rights the plaintiff might hold against the debtor's professional liability insurance policy, which were not part of the proceedings' subject matter.

Legislator-Regeste

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§ 182 InsO, § 182 ZPO, § 26 Nr. 8 Satz 1 EGZPO; Insolvency table recognition: Setting amount in dispute to minimum fee tier when no insolvency assets are available: The dispute concerned a damages claim of €750,000 subsequently raised to over €1.29 million in an insolvency table recognition action, where the defendant (debtor) had entered insolvency and the insolvency administrator contested the claim. The decisive legal basis is Section 182 of the German Insolvency Code (InsO), which mandates that the amount in dispute for a contested insolvency claim is determined by the expected dividend (quota) payable from the insolvency estate; because no assets were available in the estate to pay creditors, the value defaulted to the minimum statutory fee tier of €500 under Section 182 of the Code of Civil Procedure (ZPO) and Section 26 No. 8 Sentence 1 of the Transitional and Final Provisions to the ZPO, irrespective of any separate subrogation rights the plaintiff might hold against the debtor's professional liability insurance policy, which were not part of the proceedings' subject matter.

Schlagwörter

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Zahlungsunfähigkeit Kostenauflage Gebührenfestsetzung Streitwert Zivilprozessordnung gesetzlicher Anspruch

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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III ZR 260/14
Valuation of dispute value for insolvency declaration actions based on expected distribution rate
II ZB 23/01
Januar 2002 - II ZB 23/01, NZI 2002, 549), mithin auch für die Ermittlung des Wertes der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer (BGH, Beschluss vom 21.
VII ZR 200/05
Dezember 2006 - VII ZR 200/05, MDR 2007, 681).
VII ZB 13/92
November 1992 - VII ZB 13/92, NJW-RR 1993, 317, 318).
VI ZB 53/12
Whether pre-litigation attorney's fees become a principal claim increasing the appeal threshold when the underlying liability claim is dropped on appeal
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 26 Nr. 8 Satz 1 EGZPO

Provision cited in the dispositive to set the value of the appeal and the amount in dispute at €500.

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Volltext

Insolvenzfeststellungsklage: Bemessung von Streit- und Rechtsmittelbeschwerdewert bei Quotenausfall der Forderung

[TENOR]

Der Streitwert für das Beschwerdeverfahren und der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer (§ 26 Nr. 8 Satz 1 EGZPO) werden auf 500 € festgesetzt.

[GRUENDE]

I. Der Kläger hat den im Verlaufe des Verfahrens in Insolvenz gefallenen früheren Beklagten (im Folgenden Schuldner) aus abgetretenem Recht auf Schadensersatz in Höhe von 750.000 € nebst Zinsen in Anspruch genommen. Die Klage hatte in erster Instanz mit Ausnahme eines Teils der Zinsforderung Erfolg. Wegen der abgewiesenen Zinsforderung hat der Kläger Berufung eingelegt. Er hat zuletzt beantragt, eine Schadensersatzforderung von 1.291.855,61 € (worin Zinsen im Umfang von 238.150,68 € enthalten waren) zur Insolvenztabelle festzustellen. Nachdem der Rechtsstreit in der Hauptsache in Höhe von 375.000 € zuzüglich darauf entfallender Nebenforderungen übereinstimmend für erledigt erklärt worden ist, hat das Berufungsgericht die Berufung des Klägers mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass eine Schadensersatzforderung in Höhe von weiteren 375.000 € nebst der bereits vom Landgericht zuerkannten Zinsen und der Kosten für die außergerichtliche Rechtsverfolgung im Verfahren zur Insolvenztabelle festzustellen ist. Dagegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers. Mit der von ihm angestrebten Revision will er den abgewiesenen Zinsanspruch im Umfang von 76.658,02 € weiterverfolgen.

II. Nach § 182 InsO bestimmt sich der Wert des Streitgegenstands einer Klage auf Feststellung einer Forderung, deren Bestand - wie vorliegend - vom Insolvenzverwalter bestritten worden ist, nach dem Betrag, der bei der Verteilung der Insolvenzmasse für die Forderung zu erwarten ist. Die Norm ist auch für den Zuständigkeits- und Rechtsmittelstreitwert unter Einschluss des Wertes des Beschwerdegegenstands maßgeblich (Senat, Beschluss vom 28. Mai 2015 - III ZR 260/14, ZIP 2015, 1889 Rn. 1; BGH, Beschluss vom 28. Januar 2002 - II ZB 23/01, NZI 2002, 549), mithin auch für die Ermittlung des Wertes der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer (BGH, Beschluss vom 21. Dezember 2006 - VII ZR 200/05, MDR 2007, 681). Sie gilt grundsätzlich für alle Klagen gemäß §§ 179, 180 InsO auf Feststellung einer bestrittenen Insolvenzforderung. (vgl. Senat, Beschluss vom 28. Mai 2015 aaO).

Nach Mitteilung des Klägervertreters ist in dem Insolvenzverfahren mangels Masse eine Quotenzahlung für die Insolvenzgläubiger nicht zu erwarten. Der Streitwert und die Beschwer sind daher nach § 182 ZPO, § 26 Nr. 8 Satz 1 EGZPO auf die niedrigste Gebührenstufe von 500 € festzusetzen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Januar 2002 aaO und vom 12. November 1992 - VII ZB 13/92, NJW-RR 1993, 317, 318).

Der Wert ist auch nicht deswegen auf die volle Höhe der zur Hauptforderung gewordenen Zinsforderung (vgl. zB BGH, Beschluss vom 26. März 2013 - VI ZB 53/12, NJW 2013, 2123) festzusetzen, weil der Kläger geltend macht, die von ihm begehrte Schadensersatzsumme sei von der Berufshaftpflichtversicherung des Schuldners zu tragen.

Dem Kläger mag zwar insoweit ein Absonderungsrecht an dem Befreiungsanspruch des Schuldners gegenüber seiner Versicherung nach § 110 VVG zustehen, dessen Voraussetzung die Feststellung der Forderung des Klägers zur Tabelle ist (vgl. Lücke in Prölss/Martin, Versicherungsvertragsgesetz, 30. Aufl., § 110 VVG Rn. 5). Das Absonderungsrecht ist jedoch nicht Gegenstand des Berufungsurteils und damit auch nicht der Revision, deren Zulassung der Kläger mit dem vorliegenden Beschwerdeverfahren erstrebt. Der Kläger hat erstmalig in der dritten Instanz auf sein Absonderungsrecht abgehoben. Gegenstand des Rechtsstreits war in der Berufungsinstanz zuletzt lediglich die Feststellung des geltend gemachten Zahlungsanspruchs des Klägers zur Insolvenztabelle und nicht das Recht, sich aus der Deckungsforderung gegen den Versicherer zu befriedigen. Dieses Klagebegehren umfasst das Recht des Klägers auf abgesonderte Befriedigung nicht (vgl. Senat, Beschluss vom 28. Mai 2015 aaO Rn. 3). Allein das Bestehen etwaiger Sicherheiten des Gläubigers und von Absonderungsrechten erhöht den Streitwert nicht (Senat aaO; BGH, Beschluss vom 12. November 1992 aaO S. 318; Urteil vom 19. Februar 1964 - Ib ZR 155/62, NJW 1964, 1229 f).

Herrmann

Tombrink

Remmert

Arend

Böttcher