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4 StR 194/20 ECLI:DE:BGH:2020:140720B4STR194.20.0 KI-generiert

Dangerous bodily injury: qualification of a vehicle as a weapon requiring immediate physical impact under § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB

Geschäftsnummer 4 StR 194/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (4th Criminal Senate) dismissed the defendant's revision, leaving the lower court's conviction for dangerous bodily injury in force and ordering the defendant to bear the costs. The dispute concerned whether a conviction under § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB (use of a weapon/dangerous instrument) was legally sustainable where the injury was caused by a vehicle, which the General Federal Prosecutor had argued failed to meet the requirement of immediate external impact on the body. Ruling on the legal basis that a vehicle qualifies as a dangerous instrument under this provision only when the injury results directly from the impact between the vehicle and the body, excluding injuries caused solely by subsequent falls or evasive actions, the court held that the requirement was met because the findings established that the victims' injuries were caused directly by the frontal collisions at high speed, rather than by secondary effects.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB, § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB; Dangerous bodily injury: qualification of a vehicle as a weapon requiring immediate physical impact under § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB: The dispute concerned whether a conviction under § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB (use of a weapon/dangerous instrument) was legally sustainable where the injury was caused by a vehicle, which the General Federal Prosecutor had argued failed to meet the requirement of immediate external impact on the body. Ruling on the legal basis that a vehicle qualifies as a dangerous instrument under this provision only when the injury results directly from the impact between the vehicle and the body, excluding injuries caused solely by subsequent falls or evasive actions, the court held that the requirement was met because the findings established that the victims' injuries were caused directly by the frontal collisions at high speed, rather than by secondary effects.

Schlagwörter

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sturzbedingte Körperschädigung gefährlicher Gegenstand Waffenrechtsdelikte qualifizierte einfache Körperverletzung Haftung für Zufall Strassenverkehrsunfälle

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive as the legal basis for dismissing the revision as unfounded.

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Volltext

Gefährliche Körperverletzung: Einsatz eines Kraftfahrzeugs als Werkzeug

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Münster (Westf.) vom 12. Dezember 2019 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Entgegen der Auffassung des Generalbundesanwalts in seiner Antragsschrift vom 30. April 2020 begegnet die tateinheitliche Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung auch insoweit keinen rechtlichen Bedenken, als das Landgericht diese neben § 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB auch auf § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB gestützt hat.

Zwar erfordert eine Verurteilung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB nach der ständigen Rechtsprechung des Senats, dass die Körperverletzung durch ein von außen unmittelbar auf den Körper einwirkendes gefährliches Tatmittel eingetreten ist. Wird ein Kraftfahrzeug als Werkzeug eingesetzt, muss die körperliche Misshandlung also bereits durch den Anstoß selbst ausgelöst und die Verletzung auf einen unmittelbaren Kontakt zwischen Fahrzeug und Körper zurückzuführen sein. Verletzungen, die erst durch ein anschließendes Sturzgeschehen oder eine Ausweichbewegung des Tatopfers verursacht worden sind, genügen insoweit nicht (Senatsbeschlüsse vom 14. Januar 2014 - 4 StR 453/13, VD 2014, 137; vom 25. April 2012 - 4 StR 30/12, NStZ 2012, 697, 698; vom 12. Februar 2015 - 4 StR 551/14; vom 16. Juli 2015 - 4 StR 117/15, NStZ 2016, 407, 408; vom 3. Februar 2016 - 4 StR 594/15, NStZ 2016, 724; und vom 21. November 2017 - 4 StR 488/17). Eine solche Fallgestaltung liegt hier jedoch nicht vor. Nach den Feststellungen sind die Verletzungen der drei Insassen der beiden Kraftfahrzeuge unmittelbar auf die durch den Angeklagten in suizidaler Absicht bei einer Geschwindigkeit von rund 125 km/h herbeigeführten Frontalkollisionen mit diesen Fahrzeugen zurückzuführen; eine unmittelbare Einwirkung des Kraftfahrzeugs auf die Körper der Insassen ist damit hinreichend belegt.

Quentin

Bender

Bartel

Sturm

Rommel