Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VIII ZR 321/21 ECLI:DE:BGH:2022:080222BVIIIZR321.21.0 KI-generiert

§ 251 ZPO: Consensual suspension of proceedings to await parallel case outcomes

Geschäftsnummer VIII ZR 321/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Bundesgerichtshof ordered the suspension of the proceedings under § 251 Sentence 1 ZPO, granting the defendant’s motion in the pending non-admission complaint. The dispute involved a procedural request to suspend the case to await the outcome of a related parallel proceeding before the same court, aiming to avoid unnecessary costs. The court ruled that the legal requirements for suspension were met, clarifying that while the motion itself must be filed by a lawyer in attorney proceedings (§ 78 ZPO), the opposing party’s consent does not require court communication or attorney representation, and the strategic benefit of waiting for the parallel case established the necessary expediency under § 251 ZPO.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 251 Satz 1 ZPO, § 78 ZPO, § 251 ZPO, § 248 Abs. 1 ZPO; § 251 ZPO: Consensual suspension of proceedings to await parallel case outcomes: The dispute involved a procedural request to suspend the case to await the outcome of a related parallel proceeding before the same court, aiming to avoid unnecessary costs. The court ruled that the legal requirements for suspension were met, clarifying that while the motion itself must be filed by a lawyer in attorney proceedings (§ 78 ZPO), the opposing party’s consent does not require court communication or attorney representation, and the strategic benefit of waiting for the parallel case established the necessary expediency under § 251 ZPO.

Schlagwörter

KI-generiert
hängiges Verfahren bedingter Strafvollzug prozessleitende Verfügungen Parteientschädigung des Rechtsanwalts gesetzliche Vertretung Anwaltsdisziplinarverfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 251 Satz 1 ZPO

Provision cited in the operative order (Tenor) as the legal basis for the decision to suspend the proceedings.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Anwaltsprozess: Voraussetzungen für die Anordnung des Ruhens des Verfahrens

[TENOR]

Das Ruhen des Verfahrens wird angeordnet (§ 251 Satz 1 ZPO).

[GRUENDE]

I. Die Beklagte hat durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Berufungsgerichts eingelegt. Dieser hat mit Schriftsatz vom 14. Januar 2022 beantragt, das Ruhen des Verfahrens anzuordnen, weil sich die Prozessparteien zur Vermeidung unnötiger Kosten darauf verständigt hätten, zunächst den Ausgang des eine andere Klägerin betreffenden Parallelverfahrens VIII ZR 111/21 abzuwarten. Der zweitinstanzliche Prozessbevollmächtigte der Klägerin hat einer Anordnung des Ruhens des Verfahrens mit Schriftsatz vom 21. Januar 2022 zugestimmt.

II. Dem mit Zustimmung der Klägerin erfolgten Antrag der Beklagten auf Anordnung des Ruhens des Verfahrens ist stattzugeben.

1. Nach § 251 Satz 1 ZPO hat das Gericht das Ruhen des Verfahrens anzuordnen, wenn beide Parteien dies beantragen und anzunehmen ist, dass wegen Schwebens von Vergleichsverhandlungen oder aus sonstigen wichtigen Gründen diese Anordnung zweckmäßig ist.

2. Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt.

a) Der Antrag auf Anordnung des Ruhens des Verfahrens unterliegt zwar im Anwaltsprozess (§ 78 ZPO) dem Anwaltszwang. Die Vorschrift des § 251 ZPO lässt - anders als die die Aussetzung betreffende Vorschrift des § 248 Abs. 1 ZPO - die Erklärung zu Protokoll der Geschäftsstelle nicht zu. Für das nach § 251 Satz 1 ZPO erforderliche Einverständnis der Parteien müssen aber nicht zwingend Anträge beider Parteien vorliegen, vielmehr reicht auch der Antrag einer Partei aus, wenn der Gegner diesem zustimmt (BGH, Beschlüsse vom 19. November 2020 - I ZR 82/20, juris Rn. 5; vom 26. Oktober 2021 - VIII ZR 139/21, juris Rn. 5). Diese Zustimmung muss nicht gegenüber dem Gericht erklärt werden und unterliegt daher auch nicht dem Anwaltszwang (BGH, Beschlüsse vom 19. November 2020 - I ZR 82/20, aaO mwN; vom 26. Oktober 2021 - VIII ZR 139/21, aaO). Gemessen an diesen Maßstäben liegt ein prozessordnungsgemäß gestellter Antrag im Sinne des § 251 ZPO vor. Der für die Beklagte tätige Rechtsanwalt beim Bundesgerichtshof hat mit Zustimmung des zweitinstanzlichen Prozessbevollmächtigten der Klägerin das Ruhen des Verfahrens beantragt.

b) Die Anordnung des Ruhens des Verfahrens ist im Hinblick auf das von den Parteien angeführte Abwarten des Ausgangs eines beim Bundesgerichtshofs anhängigen Parallelprozesses auch zweckmäßig (Senatsbeschluss vom 26. Oktober 2021 - VIII ZR 139/21, aaO Rn. 6; vgl. auch Zöller/Greger, ZPO, 34. Aufl., § 251 Rn. 2a; Musielak/Voit/Stadler, ZPO, 18. Aufl., § 251 Rn. 3 mwN).

Dr. Fetzer

Dr. Schneider

Dr. Bünger

Dr. Schmidt

Dr. Matussek