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4 StR 427/17 ECLI:DE:BGH:2017:231117B4STR427.17.0 KI-generiert

Revocation of driver’s license for non-catalog offense requiring individual suitability assessment and justification of waiting period

Geschäftsnummer 4 StR 427/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice partially allowed the defendant’s revision, setting aside the lower court’s orders for the revocation of the driver’s license, the confiscation of the license document, and a three-year waiting period, while rejecting the remainder of the appeal and remanding the case to a general criminal chamber for a new hearing on these specific measures. The dispute concerned whether the trial court provided adequate reasoning for these ancillary penalties under §§ 69 and 69a of the German Criminal Code in a case involving negligent homicide and bodily harm caused by driving a vehicle under the influence of amphetamines, which does not fall within the automatic catalog of offenses in § 69 para. 2. The Court held that because the offense was not included in the statutory catalog, the trial judge was required to perform a comprehensive assessment of the circumstances and the offender’s personality to demonstrate a lack of suitability for driving, and that the imposition of a three-year ban on a first-time offender also necessitated specific justification; since the trial court failed to provide any such reasoning, the decision on these measures could not be reviewed and was therefore annulled.

Legislator-Regeste

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§ 267 Abs. 6 Satz 1 StPO, § 69 Abs. 2 StGB, § 69 Abs. 2 Nr. 1 StGB, §§ 69, 69a StGB; Revocation of driver’s license for non-catalog offense requiring individual suitability assessment and justification of waiting period: The dispute concerned whether the trial court provided adequate reasoning for these ancillary penalties under §§ 69 and 69a of the German Criminal Code in a case involving negligent homicide and bodily harm caused by driving a vehicle under the influence of amphetamines, which does not fall within the automatic catalog of offenses in § 69 para. 2. The Court held that because the offense was not included in the statutory catalog, the trial judge was required to perform a comprehensive assessment of the circumstances and the offender’s personality to demonstrate a lack of suitability for driving, and that the imposition of a three-year ban on a first-time offender also necessitated specific justification; since the trial court failed to provide any such reasoning, the decision on these measures could not be reviewed and was therefore annulled.

Schlagwörter

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Fahrverbot als Massnahme strafbare Handlung fahrlässige Tötung Persönlichkeit Wartezeit gesetzliche Voraussetzung
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§§ 69, 69a StGB

The legal basis for the specific measures (revocation of driver's license, confiscation, and waiting period) whose annulment and remand constitute the operative outcome of the decision.

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Volltext

Entziehung der Fahrerlaubnis: Darlegung der Ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen bei Einziehung wegen einer nicht im Katalog enthaltenen Straftat

[TENOR]

Auf die Revision der Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Trier vom 29. Mai 2017 im Ausspruch über die Maßregeln gemäß §§ 69, 69a StGB mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine allgemeine Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Die weiter gehende Revision wird verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat die Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung in zwei tateinheitlichen Fällen in weiterer Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt, ihr die Fahrerlaubnis entzogen, den Führerschein eingezogen und eine Sperrfrist von drei Jahren für die Erteilung einer Fahrerlaubnis verhängt. Die auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision der Angeklagten hat den aus dem Tenor ersichtlichen Teilerfolg. Im Übrigen ist sie unbegründet.

1. Die Entscheidung über die Maßregeln nach §§ 69, 69a StGB hat keinen Bestand, da sie entgegen der Vorschrift des § 267 Abs. 6 Satz 1 StPO nicht begründet worden ist und somit eine rechtliche Nachprüfung durch das Revisionsgericht nicht ermöglicht.

Soll einem Täter wegen einer anderen Straftat, die nicht in dem Katalog des § 69 Abs. 2 StGB enthalten ist, die Fahrerlaubnis entzogen werden, muss der Tatrichter eine Gesamtwürdigung der Tatumstände und der Täterpersönlichkeit vornehmen, mit der die fehlende Eignung belegt wird, wobei der Umfang der Darlegung vom Einzelfall abhängt (vgl. BGH, Beschluss vom 17. Mai 2000 - 3 StR 167/00, NStZ-RR 2000, 297, 298 mwN; zur Anordnung einer isolierten Sperrfrist vgl. auch BGH, Beschluss vom 17. Dezember 2014 - 3 StR 487/14, NStZ-RR 2015, 123 [Ls]). Zwar belegt das Führen eines Kraftfahrzeugs unter dem deutlichen und zumindest mitunfallursächlichen Einfluss von Amphetaminen in aller Regel eine erhebliche charakterliche Unzuverlässigkeit, die auch die Ungeeignetheit des Täters zum Führen eines Kraftfahrzeugs nahe legt (vgl. § 315c Abs. 1 Nr. 1a, § 69 Abs. 2 Nr. 1 StGB). Dies rechtfertigt jedoch ein Absehen von jeglicher Begründung - wie hier - nicht. Es kommt hinzu, dass auch das nicht unerhebliche Maß der verhängten Sperre von drei Jahren bei einem Täter, der nach den Urteilsfeststellungen erstmals strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, einer Begründung bedurft hätte.

2. Da die besondere funktionelle Zuständigkeit der Schwurgerichtskammer nicht mehr gegeben ist, verweist der Senat die Sache an eine allgemeine Strafkammer des Landgerichts zurück (vgl. BGH, Beschluss vom 24. November 2015 - 3 StR 444/15, insoweit in NStZ-RR 2016, 81 f. nicht abgedruckt).

Sost-Scheible

Roggenbuck

Franke

Quentin

Feilcke