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3 StR 119/23 ECLI:DE:BGH:2023:310523B3STR119.23.0 KI-generiert

Necessity defense: Disproportionate knife attack against an unarmed and downed aggressor

Geschäftsnummer 3 StR 119/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the defendant's revision, upholding the Landgericht Düsseldorf's conviction and ordering the defendant to bear the costs of the appeal. The case involved a criminal prosecution for an assault where the defendant stabbed an unarmed individual who was fleeing, had already fallen to the ground, and was lying on the floor. The court ruled that the defense of necessity (*Notwehr*) under § 32 StGB was not established because the use of a knife was not required; specifically, abstractly life-threatening stabbing attacks are generally disproportionate when the aggressor is unarmed and on the ground, and a mere threat of knife use would have been sufficient and had a high likelihood of success under the circumstances.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 32 StGB, § 859 Abs. 2 BGB; Necessity defense: Disproportionate knife attack against an unarmed and downed aggressor: The case involved a criminal prosecution for an assault where the defendant stabbed an unarmed individual who was fleeing, had already fallen to the ground, and was lying on the floor. The court ruled that the defense of necessity (*Notwehr*) under § 32 StGB was not established because the use of a knife was not required; specifically, abstractly life-threatening stabbing attacks are generally disproportionate when the aggressor is unarmed and on the ground, and a mere threat of knife use would have been sufficient and had a high likelihood of success under the circumstances.

Schlagwörter

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Einwendungen Notwehr strafrechtliche Drohung qualifizierte einfache Körperverletzung Revision des Strafurteils Waffenrechtsdelikte

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive as the legal basis for dismissing the revision as unfounded.

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Volltext

Notwehr: Messereinsatz gegenüber einem unbewaffneten und am Boden liegenden Angreifer

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 1. Dezember 2022 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Es kann dahinstehen, ob - wie das Landgericht meint - eine Rechtfertigung nach § 32 StGB oder § 859 Abs. 2 BGB mangels Gebotenheit deswegen ausscheidet, weil der Angeklagte die Tabletten wiedererlangen wollte, um eine Straftat nach § 95 Abs. 1 Nr. 4 AMG (Handeltreiben mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln außerhalb von Apotheken) zu begehen. Das abstrakt lebensgefährliche Zustechen mit dem Messer auf den Oberkörper war jedenfalls nicht erforderlich. Gegenüber einem unbewaffneten Angreifer ist der Gebrauch eines Messers in der Regel anzudrohen, wenn die Drohung unter den konkreten Umständen eine so hohe Erfolgsaussicht hat, dass dem Angegriffenen das Risiko eines Fehlschlags und der damit verbundenen Verkürzung seiner Verteidigungsmöglichkeiten zugemutet werden kann (BGH, Urteil vom 25. Oktober 2017 - 2 StR 118/16, NStZ-RR 2018, 69, 70; Beschluss vom 1. Juli 2014 - 5 StR 134/14, BGHR StGB § 32 Abs. 2 Erforderlichkeit 22 Rn. 8 mwN). Dies war hier gegenüber dem unbewaffneten, auf der Flucht befindlichen und infolge eines Sturzes bereits auf dem Boden liegenden Geschädigten der Fall.

Schäfer

Paul

Hohoff

Anstötz

Voigt