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4 StR 387/21 ECLI:DE:BGH:2021:071221B4STR387.21.0 KI-generiert

Subsequent aggregate sentencing excludes legally effective driver’s license revocations and expired prohibition periods from prior penal orders

Geschäftsnummer 4 StR 387/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice’s 4th Criminal Senate dismissed the defendant’s revision against the Landgericht Dortmund’s appellate judgment as unfounded, but amended the ruling to remove the provision maintaining the revocation of the driver’s license and related measures imposed by a prior penal order. The dispute concerned the procedure for subsequent aggregate sentencing (Gesamtstrafenbildung) in an appellate judgment, specifically whether the already legally effective revocation of a driver’s license and an expired prohibition period from a previous penal order could be subject to maintenance under subsequent sentencing rules. The court held that such measures were no longer subject to aggregate sentencing because the license revocation became effective upon the final legal force of the penal order and was thus considered "concluded" (erledigt), and the expired prohibition period was not susceptible to maintenance under § 55 Abs. 2 StGB.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 69a StGB, § 55 Abs. 2 StGB; Subsequent aggregate sentencing excludes legally effective driver’s license revocations and expired prohibition periods from prior penal orders: Eines Ausspruchs, dass die Entziehung der Fahrerlaubnis aus dem Strafbefehl des Amtsgerichts Castrop-Rauxel aufrechterhalten wird, bedurfte es nicht. Die Maßnahme wurde unmittelbar mit der Rechtskraft dieses Strafbefehls wirksam und war damit „erledigt“ (vgl. BGH, Beschlüsse vom 4. November 2020 – 6 StR 102/20; vom 11. September 2019 – 2 StR 325/19 und vom 18. November 2015 – 4 StR 442/15 Rn. 3 mwN; jew. zugleich auch zur Einziehung des Führerscheins). Ebenso wenig war die vor dem Erlass des angefochtenen Urteils bereits abgelaufene Sperrfrist (§ 69a StGB) einer Aufrechterhaltung nach § 55 Abs. 2 StGB zugänglich (vgl. BGH, Beschlüsse vom 9. März 2010 – 4 StR 606/09 Rn. 21 [insoweit in BGHSt 55, 65 nicht abgedruckt] und vom 19. Februar 2002 – 1 StR 5/02, juris Rn. 9).

Schlagwörter

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Gesamtstrafenbildung Revision eines Entscheids Entzug der Konzession Vollstreckungsverwirkung E-Justice Probezeitkündigung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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6 StR 102/20
November 2020 – 6 StR 102/20; vom 11.
2 StR 325/19
Maintenance of prior driver's license revocation and seizure in subsequent aggregate sentencing
4 StR 442/15
November 2015 – 4 StR 442/15 Rn.
4 StR 606/09
Admissibility of prior witness statements: Failure to object to judge’s denial of engagement status under § 238 Abs. 2 StPO
BGHSt 55, 65
21 [insoweit in BGHSt 55, 65 nicht abgedruckt] und vom 19.
1 StR 5/02
Februar 2002 – 1 StR 5/02, juris Rn.
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Volltext

Nachträgliche Gesamtstrafenbildung im Berufungsurteil: Behandlung einer Führerscheinentziehung aus einem Strafbefehl und der zum Zeitpunkt der Verkündung des Berufungsurteils bereits abgelaufenen Sperrfrist

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Dortmund vom 8. Juni 2021 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass die Aufrechterhaltung der mit Strafbefehl des Amtsgerichts Castrop-Rauxel vom 28. August 2020 (5 Cs 253 Js 424/20 – 508/20) angeordneten Entziehung der Fahrerlaubnis „nebst Entscheidungen nach den §§ 69a, 69b StGB“ entfällt. Im Übrigen hat die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Eines Ausspruchs, dass die Entziehung der Fahrerlaubnis aus dem Strafbefehl des Amtsgerichts Castrop-Rauxel aufrechterhalten wird, bedurfte es nicht. Die Maßnahme wurde unmittelbar mit der Rechtskraft dieses Strafbefehls wirksam und war damit „erledigt“ (vgl. BGH, Beschlüsse vom 4. November 2020 – 6 StR 102/20; vom 11. September 2019 – 2 StR 325/19 und vom 18. November 2015 – 4 StR 442/15 Rn. 3 mwN; jew. zugleich auch zur Einziehung des Führerscheins). Ebenso wenig war die vor dem Erlass des angefochtenen Urteils bereits abgelaufene Sperrfrist (§ 69a StGB) einer Aufrechterhaltung nach § 55 Abs. 2 StGB zugänglich (vgl. BGH, Beschlüsse vom 9. März 2010 – 4 StR 606/09 Rn. 21 [insoweit in BGHSt 55, 65 nicht abgedruckt] und vom 19. Februar 2002 – 1 StR 5/02, juris Rn. 9).

Quentin

Bender

Bartel

Rommel

Scheuß