Effectiveness of appeal withdrawal by substitute counsel despite conflicting declaration from original mandatory defense counsel
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Court of Justice (BGH) confirmed the effective withdrawal of the defendant's appeal, thereby upholding the lower court's conviction for serious sexual abuse of a child and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The dispute centered on the validity of the appeal withdrawal executed by the defendant's voluntary defense counsel, despite the original appeal having been filed by the mandated public defender and a subsequent written objection from the public defender claiming the appeal was not withdrawn. The court held that the voluntary counsel possessed the authority to withdraw the appeal, as the general power of attorney granted him represented a mandate for conducting the appellate proceedings; consequently, the withdrawal constituted an irrevocable procedural act that extended to the appeal originally filed by the public defender, rendering the defendant deprived of the legal remedy under § 302 Abs. 1 Satz 1 StPO.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 302 Abs. 1 Satz 1 StPO; Effectiveness of appeal withdrawal by substitute counsel despite conflicting declaration from original mandatory defense counsel: The dispute centered on the validity of the appeal withdrawal executed by the defendant's voluntary defense counsel, despite the original appeal having been filed by the mandated public defender and a subsequent written objection from the public defender claiming the appeal was not withdrawn. The court held that the voluntary counsel possessed the authority to withdraw the appeal, as the general power of attorney granted him represented a mandate for conducting the appellate proceedings; consequently, the withdrawal constituted an irrevocable procedural act that extended to the appeal originally filed by the public defender, rendering the defendant deprived of the legal remedy under § 302 Abs. 1 Satz 1 StPO.
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KI-generiertCited in the operative part to establish the legal basis for the effective withdrawal of the appeal and the resulting loss of the legal remedy.
Volltext
Strafverfahren: Wirksamkeit der Rechtsmittelrücknahme durch den Wahlverteidiger
[TENOR]
Es wird festgestellt, dass die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Erfurt vom 6. November 2018 wirksam zurückgenommen worden ist.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten unter Freisprechung im Übrigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Gegen dieses Urteil hat der Pflichtverteidiger des Angeklagten mit Schriftsatz vom 13. November 2018 fristgerecht Revision eingelegt und diese mit weiterem Schriftsatz vom 31. Januar 2019 begründet. Mit Schriftsatz vom 10. Dezember 2018 hat Rechtsanwalt G. unter Vollmachtsvorlage angezeigt, den Angeklagten nunmehr zu vertreten und beantragt, den Pflichtverteidiger zu entpflichten. Mit weiterem Schriftsatz vom 23. Januar 2019 erklärte Rechtsanwalt G. nach erfolgter Akteneinsicht, dass er die Revision zurücknehme. Der Pflichtverteidiger, dessen Bestellung mit Beschluss vom 7. Februar 2019 zurückgenommen wurde, hat mit Schriftsatz vom 1. Februar 2019 „klargestellt, dass die (...) Revision nicht zurückgenommen“ werde.
Der Angeklagte hat die Revision durch seinen Verteidiger wirksam zurückgenommen (§ 302 Abs. 1 Satz 1 StPO) und ist deshalb des Rechtsmittels verlustig. Zutreffend hat der Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift ausgeführt:
„Der Wirksamkeit der Rücknahmeerklärung steht nicht entgegen, dass dem Wahlverteidiger nur in der Strafprozessvollmacht die allgemeine Ermächtigung erteilt worden ist, „Rechtsmittel (...) zurückzunehmen“, denn er war für die Durchführung des Revisionsverfahrens beauftragt worden (vgl. BGH Beschluss vom 23. April 1998 - 4 StR 132/98, NStZ 1998, 531 mwN). Die durch Rechtsanwalt G. deshalb wirksam erfolgte Rechtsmittelrücknahme ist als Prozesshandlung weder widerruflich noch anfechtbar; sie erstreckt sich auch auf die von dem Pflichtverteidiger des Angeklagten eingereichte Rechtsmittelerklärung (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Juli 1995 - 3 StR 201/95, BGHR StPO § 302 Abs. 1 Satz 1 Rechtsmittelverzicht 15).“
Dem schließt sich der Senat an (vgl. auch Senat, Beschluss vom 31. August 2016 - 2 StR 267/16) und stellt die eingetretene Rechtsfolge durch deklaratorischen Beschluss fest, da die Wirksamkeit der Revisionsrücknahme in Zweifel gezogen wurde (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Februar 2019 - 3 StR 6/19 mwN).
Appl
Krehl
Meyberg
Grube
Schmidt