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1 StR 389/17 ECLI:DE:BGH:2017:111017B1STR389.17.0 KI-generiert

Displacement of aggravated robbery by aggravated robbery-theft when weapon use secures loot after completed taking

Geschäftsnummer 1 StR 389/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the defendant's appeal with the operative correction that he is convicted of aggravated robbery-theft rather than aggravated robbery, leaving the total prison sentence of nine years intact. The case involved a criminal revision challenging the characterization of an offense committed in legal connection with armed drug trafficking and importation, specifically concerning whether the use of a weapon for securing loot after the completed taking constituted robbery or robbery-theft. The court applied the legal doctrine that § 249 StGB generally displaces § 252 StGB, but this displacement is reversed when the duress occurs during the termination phase to secure the loot under a qualification offense (§ 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB), thereby defining the act as aggravated robbery-theft; the court amended the verdict ex officio under § 354 StPO as the factual findings supported the corrected charge without impacting the sentencing.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 249 StGB, § 252 StGB, § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB, § 354 Abs. 1 StPO, § 265 StPO; Displacement of aggravated robbery by aggravated robbery-theft when weapon use secures loot after completed taking: The case involved a criminal revision challenging the characterization of an offense committed in legal connection with armed drug trafficking and importation, specifically concerning whether the use of a weapon for securing loot after the completed taking constituted robbery or robbery-theft. The court applied the legal doctrine that § 249 StGB generally displaces § 252 StGB, but this displacement is reversed when the duress occurs during the termination phase to secure the loot under a qualification offense (§ 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB), thereby defining the act as aggravated robbery-theft; the court amended the verdict ex officio under § 354 StPO as the factual findings supported the corrected charge without impacting the sentencing.

Schlagwörter

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qualifizierter Raub Diebstahls Strafzumessung Revision des Strafurteils Waffengesetz Betäubungsmittelhandel
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 354 Abs. 1 StPO

Procedural rule applied in the operative part to allow the court to amend the guilty verdict ex officio to reflect the correct legal qualification.

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Volltext

Abgrenzung von besonders schwerem Raub und besonders schwerem räuberischen Diebstahl

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 2. Februar 2017 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass der Angeklagte statt wegen (besonders) schweren Raubes wegen besonders schweren räuberischen Diebstahls verurteilt ist.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit bewaffneter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie wegen (besonders) schweren Raubes zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt. Die auf die Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten ist unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO. Jedoch ist der Schuldspruch dahingehend zu berichtigen, dass der Angeklagte statt wegen (besonders) schweren Raubes wegen besonders schweren räuberischen Diebstahls verurteilt ist. Zwischen den Tatbeständen des § 249 StGB und des § 252 StGB besteht zwar Gesetzeseinheit in der Weise, dass § 249 StGB grundsätzlich § 252 StGB verdrängt. Anders ist es allerdings, wenn die Nötigungshandlung in der Beendigungsphase schwerer wiegt, weil erst nach der Vollendung der Wegnahme ein Qualifikationstatbestand - vorliegend der des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB - verwirklicht wurde. In diesem Fall verdrängt der zur Sicherung der Beute aus dem vorhergehenden Raub begangene besonders schwere räuberische Diebstahl den Tatbestand des § 249 StGB (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Oktober 2015 - 5 StR 385/15 mwN).

Der Senat kann den Schuldspruch selbst in entsprechender Anwendung des § 354 Abs. 1 StPO ändern, weil die rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen die Annahme eines besonders schweren räuberischen Diebstahls tragen. § 265 StPO steht nicht entgegen, da der Angeklagte sich nicht wirksamer als geschehen hätte verteidigen können. Auf den Strafausspruch hat die Änderung des Schuldspruchs keine Auswirkungen.

Graf

Bellay

Cirener

Radtke

Bär