Prison execution jurisdiction: retention of venue by the prison authority despite transfer of the inmate
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) resolved a jurisdictional conflict by ordering that the Regional Court Aachen (Strafvollstreckungskammer) holds exclusive jurisdiction over the prisoner's application for judicial review. The dispute arose between the Regional Courts of Aachen and Koblenz over who was competent to hear the inmate's challenge under Section 109 of the Prison Execution Act (StVollzG), which sought to compel the prison authority to issue a formally rejected measure following an internal decision. The BGH ruled that jurisdiction is determined by the location of the participating enforcement authority, specifically the director of the Aachen prison, where the inmate was originally held and who remains the responsible authority for explaining the rejected decision. The court found that a prior transfer order to the Koblenz court was arbitrary and legally invalid because it lacked any justifiable basis for changing the venue, thereby preserving the initial jurisdiction of Aachen. The decision relies on Section 110 StVollzG regarding local jurisdiction and Section 120 StVollzG in conjunction with Section 14 StPO for resolving jurisdictional disputes, establishing that transfer orders are not binding if they are grossly erroneous or willful.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 14 StPO, § 83 Satz 1 VwGO, § 109 StVollzG; Prison execution jurisdiction: retention of venue by the prison authority despite transfer of the inmate: The dispute arose between the Regional Courts of Aachen and Koblenz over who was competent to hear the inmate's challenge under Section 109 of the Prison Execution Act (StVollzG), which sought to compel the prison authority to issue a formally rejected measure following an internal decision. The BGH ruled that jurisdiction is determined by the location of the participating enforcement authority, specifically the director of the Aachen prison, where the inmate was originally held and who remains the responsible authority for explaining the rejected decision. The court found that a prior transfer order to the Koblenz court was arbitrary and legally invalid because it lacked any justifiable basis for changing the venue, thereby preserving the initial jurisdiction of Aachen. The decision relies on Section 110 StVollzG regarding local jurisdiction and Section 120 StVollzG in conjunction with Section 14 StPO for resolving jurisdictional disputes, establishing that transfer orders are not binding if they are grossly erroneous or willful.
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KI-generiertCited in the dispositive to identify the specific procedural nature of the application for judicial decision that is the subject of the jurisdictional determination.
Volltext
Bestimmung des örtlich zuständigen Gerichts in einer Strafvollzugssache
[TENOR]
Für die Entscheidung über den Antrag des Verurteilten auf gerichtliche Entscheidung gemäß § 109 StVollzG ist das
Landgericht – Strafvollstreckungskammer – Aachen
zuständig.
[GRUENDE]
Die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Aachen und die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Koblenz mit Sitz in Diez streiten darüber, wer über den Antrag des Strafgefangenen auf gerichtliche Entscheidung (§ 109 StVollzG) zu befinden hat.
1. Der Bundesgerichtshof ist zur Entscheidung des zwischen dem Landgericht Aachen (Oberlandesgerichtsbezirk Köln) und dem Landgericht Koblenz (Oberlandesgerichtsbezirk Koblenz) bestehenden Zuständigkeitsstreits gemäß § 120 Abs. 1 Satz 2 StVollzG, § 14 StPO berufen.
2. Zuständig für die Untersuchung und Entscheidung der Sache ist das Landgericht – Strafvollstreckungskammer – Aachen.
Der Generalbundesanwalt hat u.a. in seiner Zuschrift zutreffend ausgeführt:
„Mit seinem Antrag begehrt der Antragsteller die Verpflichtung zum Erlass einer abgelehnten Maßnahme im Sinne des § 109 Abs. 1 Satz 2 StVollzG. Die örtliche Zuständigkeit der Gerichte in Strafvollzugssachen richtet sich nach § 110 StVollzG, wonach die Strafvollstreckungskammer zuständig ist, in deren Bezirk die beteiligte Vollzugsbehörde ihren Sitz hat. Beteiligte Vollzugsbehörde ist die Leiterin der JVA Aachen. Dies begründet die Zuständigkeit des Landgerichts – Strafvollstreckungskammer – Aachen, die auch nach der zwischenzeitlichen Durchführung der Verlegung bestehen bleibt.
Die Zuständigkeit des Landgerichts – Strafvollstreckungskammer – Aachen ist nicht nachträglich durch den Verweisungsbeschluss vom 15. März 2022 entfallen. Eine örtliche Zuständigkeit der Strafvollstreckungskammer Diez des Landgerichts Koblenz ist hierdurch nicht bindend begründet worden. Zwar ist ein Beschluss, durch den das Verfahren an eine andere Strafvollstreckungskammer verwiesen wird, entsprechend § 83 Satz 1 VwGO in Verbindung mit § 17a Abs. 2 Satz 3 GVG hinsichtlich der örtlichen Zuständigkeit grundsätzlich bindend (vgl. Arloth/Krä/StVollzG, 5. Aufl., § 110 StVollzG Rn. 4). Eine Bindungswirkung tritt jedoch dann nicht ein, wenn die Verweisungsentscheidung willkürlich erscheint, namentlich, wenn eine örtliche Zuständigkeit der Strafvollstreckungskammer, an die der Rechtsstreit verwiesen worden ist, unter keinem Gesichtspunkt in Betracht kommt oder die Verweisung sonst inhaltlich grob und offensichtlich fehlerhaft ist (vgl. Senat […], Beschluss vom 4. September 2018 – 2 ARs 151/18, NStZ-RR 2018, 392 mwN). Gemessen hieran erweist sich der Verweisungsbeschluss als willkürlich und offensichtlich fehlerhaft, da eine örtliche Zuständigkeit der Strafvollstreckungskammer Diez des Landgerichts Koblenz unter keinem denkbaren Umstand ersichtlich ist. Als beteiligte Vollzugsbehörde ist allein die Leiterin der JVA Aachen in dem gerichtlichen Verfahren in der Lage, die Erwägungen darzulegen, die der den Antrag ablehnenden Entscheidung im Zeitpunkt ihres Erlasses zugrunde lagen (vgl. Senat, aaO mwN). Demgemäß ist auch die Leiterin der JVA Aachen als zuständige Vollzugsbehörde bereits an dem gerichtlichen Verfahren gemäß § 111 Abs. 1 Nr. 2 StVollzG beteiligt (vgl. Senat, aaO mwN).“
Diesen Ausführungen schließt sich der Senat an.
Franke
Appl
Zeng
Meyberg
Schmidt