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4 StR 579/17 ECLI:DE:BGH:2018:090518B4STR579.17.0 KI-generiert

Delayed recusal motion in summary criminal appeal: time-bar under § 26a Abs. 1 Nr. 1 StPO not cured by subsequent objection for denial of hearing

Geschäftsnummer 4 StR 579/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the defendant's motion for recusal of the appellate panel as inadmissible and rejected her objection for denial of hearing, with both measures imposed on the defendant's costs. In a criminal appeal concerning the compulsory placement of the defendant in a psychiatric institution under § 63 of the Criminal Code, the defendant subsequently filed a recusal motion and a separate objection for denial of hearing against the appellate decision that had previously rejected her appeal as unfounded. The court held that because the original appellate decision was rendered in a summary procedure, the recusal motion was time-barred and thus inadmissible, as the deadline for such motions expired upon the issuance of the decision; the subsequent filing of a denial of hearing objection did not extend this statutory deadline or validate the late recusal. The denial of hearing objection was independently dismissed as unfounded because the appellate panel had not relied on evidence to which the defendant was not heard nor ignored essential arguments, and the cost allocation was derived from a corresponding application of procedural cost provisions.

Legislator-Regeste

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§ 63 StGB, § 349 Abs. 2 StPO, § 26a Abs. 1 Nr. 1 StPO, § 25 Abs. 2 Satz 2 StPO, § 356a StPO, Art. 103 Abs. 1 GG; Delayed recusal motion in summary criminal appeal: time-bar under § 26a Abs. 1 Nr. 1 StPO not cured by subsequent objection for denial of hearing: In a criminal appeal concerning the compulsory placement of the defendant in a psychiatric institution under § 63 of the Criminal Code, the defendant subsequently filed a recusal motion and a separate objection for denial of hearing against the appellate decision that had previously rejected her appeal as unfounded. The court held that because the original appellate decision was rendered in a summary procedure, the recusal motion was time-barred and thus inadmissible, as the deadline for such motions expired upon the issuance of the decision; the subsequent filing of a denial of hearing objection did not extend this statutory deadline or validate the late recusal. The denial of hearing objection was independently dismissed as unfounded because the appellate panel had not relied on evidence to which the defendant was not heard nor ignored essential arguments, and the cost allocation was derived from a corresponding application of procedural cost provisions.

Schlagwörter

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Ausstandsbegehren verspätete Einwendungen Einreichungszeitpunkt gesetzliche Ausschlussfrist Strafprozessordnung psychiatrische Beweismittel

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 26a Abs. 1 Nr. 1 StPO

Legal basis cited in the dispositive order to declare the recusal motion inadmissible due to delay.

§ 465 Abs. 1 StPO

Provision applied by corresponding analogy to determine the allocation of costs for the rejected hearing objection.

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Volltext

Verspätete Ablehnung von Revisionsrichtern im Strafverfahren: Verbindung des Ablehnungsgesuchs mit der Anhörungsrüge

[TENOR]

1. Das Ablehnungsgesuch der Beschuldigten vom 1. April 2018 gegen die Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof Sost-Scheible, die Richterin am Bundesgerichtshof Roggenbuck und die Richter am Bundesgerichtshof Cierniak, Bender und Dr. Feilcke wird als unzulässig verworfen.

2. Die Anhörungsrüge der Beschuldigten vom 5. April 2018 gegen den Senatsbeschluss vom 15. März 2018 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Der Senat hat mit Beschluss vom 15. März 2018 die Revision der Beschuldigten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 9. Mai 2017, durch das ihre Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus nach § 63 StGB angeordnet wurde, gemäß § 349 Abs. 2 StPO verworfen. Mit Schreiben vom 1. April 2018 hat die Beschuldigte die am Senatsbeschluss vom 15. März 2018 beteiligten Richter wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt und mit Schreiben vom 5. April 2018 eine Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 15. März 2018 erhoben.

1. Das Ablehnungsgesuch der Beschuldigten ist verspätet und daher unzulässig (§ 26a Abs. 1 Nr. 1 StPO). Entscheidet das Gericht über die Revision außerhalb der Hauptverhandlung im Beschlusswege, so kann ein Ablehnungsgesuch in entsprechender Anwendung des § 25 Abs. 2 Satz 2 StPO nur solange statthaft vorgebracht werden, bis die Entscheidung ergangen ist. Etwas anderes gilt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auch dann nicht, wenn gegen den die Revision verwerfenden Senatsbeschluss eine Anhörungsrüge nach § 356a StPO erhoben wird, die sich - wie hier - mangels Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäß Art. 103 Abs. 1 GG als unbegründet erweist. Denn die Regelung des § 356a StPO soll dem Revisionsgericht die Möglichkeit geben, einem Verstoß gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör durch erneute Sachprüfung selbst abzuhelfen; der Rechtsbehelf dient indes nicht dazu, einem unzulässigen Ablehnungsgesuch durch die unzutreffende Behauptung der Verletzung rechtlichen Gehörs doch noch Geltung zu verschaffen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 14. März 2013 - 2 StR 534/12, NStZ-RR 2013, 214; vom 7. August 2007 - 4 StR 142/07, NStZ 2008, 55; vom 13. Februar 2007 - 3 StR 425/06, NStZ 2007, 416).

2. Die Anhörungsrüge der Beschuldigten ist jedenfalls unbegründet. Der Senat hat bei seiner Entscheidung vom 15. März 2018 weder zum Nachteil der Beschuldigten Verfahrensstoff verwertet, zu dem sie nicht gehört worden wäre, noch hat er zu berücksichtigendes entscheidungserhebliches Vorbringen der Beschuldigten übergangen oder in sonstiger Weise ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.

3. Die Kostenentscheidung bezüglich der Anhörungsrüge folgt aus einer entsprechenden Anwendung des § 465 Abs. 1 StPO (vgl. BGH, Beschluss vom 22. Juli 2016 - 1 StR 579/15, NStZ-RR 2016, 351).

Sost-Scheible

Roggenbuck

Cierniak

Bender

Feilcke