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VI ZB 3/23, VI ZB 4/23, VI ZB 5/23 ECLI:DE:BGH:2023:180423BVIZB3.23.0 KI-generiert

Judicial recusal denied where unrepresented party’s procedural defects in mandatory lawyer stage preclude substantive consideration of alleged ignored arguments

Geschäftsnummer VI ZB 3/23, VI ZB 4/23, VI ZB 5/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice rejected the plaintiff's applications for the recusal of the presiding judge, thereby upholding the judge's participation in the proceedings. The dispute centered on a challenge to procedural conduct in a legal complaint (Rechtsbeschwerde), where the plaintiff alleged that certain arguments and applications contained in his filings had been ignored, purportedly violating the judge's impartiality. The court held that the recusal application was unfounded because the legal complaint stage is subject to mandatory representation by a lawyer admitted to the Federal Court of Justice; consequently, the plaintiff's unrepresented submissions were ineffective, and no substitute counsel was to be appointed as the underlying legal complaints were inadmissible. The decision relies on §§ 42, 44, 78, and 78b of the Code of Civil Procedure (ZPO), establishing that procedural defects attributable to the absence of valid legal representation do not constitute a ground for bias under § 42 Abs. 2 ZPO, and obviating the need for the judge to provide a statement under § 44 Abs. 3 ZPO.

Legislator-Regeste

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§ 42 Abs. 2 ZPO, § 78 Abs. 1 ZPO, § 78b Abs. 1 ZPO, § 44 Abs. 3 ZPO; Judicial recusal denied where unrepresented party’s procedural defects in mandatory lawyer stage preclude substantive consideration of alleged ignored arguments: Der Einholung dienstlicher Äußerungen des abgelehnten Richters gemäß § 44 Abs. 3 ZPO bedurfte es nicht, weil sie zur weiteren Aufklärung des Sachverhalts, soweit er für die Entscheidung über die Ablehnungsgesuche erheblich ist, nichts beitragen könnten (vgl. Senatsbeschluss vom 10. Februar 2021 - VI ZB 66/20, VI ZB 67/20, juris Rn. 7 mwN).

Schlagwörter

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Befangenheit des Richters Prozessleitung Verfahrensmangel unentgeltliche Rechtsverbeiständung Anwaltszwang Zivilrechtsstreitigkeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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VIII ZB 3/05
Mai 2005 - VIII ZB 3/05, NJW 2005, 2017; vom 12.
I ZB 95/15
Januar 2016 - I ZB 95/15, juris Rn.
I ZB 5/20
Mai 2020 - I ZB 5/20, juris Rn.
X ZB 18/91
Februar 1992 - X ZB 18/91, NJW 1992, 1700, juris Rn.
VI ZB 66/20
Recusal motion for alleged bias based on erroneous legal views and insufficient qualification fails
VI ZB 67/20
Recusal motion for alleged bias based on erroneous legal views and insufficient qualification fails
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Volltext

Die Ablehnungsgesuche des Klägers gegen den Vorsitzenden Richter Seiters werden zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Die Ablehnungsgesuche sind, ihre Zulässigkeit unterstellt, unbegründet. Ein Grund, der geeignet wäre, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit des Vorsitzenden Richters Seiters zu rechtfertigen (§ 42 Abs. 2 ZPO), ist nicht gegeben. Ein solcher Grund liegt insbesondere nicht darin, dass im Rechtsbeschwerdeschriftsatz des Klägers enthaltenes Vorbringen und gestellte weitere Anträge - wie der Kläger geltend macht - ignoriert worden seien. Im Rechtsbeschwerdeverfahren besteht Anwaltszwang (§ 78 Abs. 1 ZPO; vgl. BGH, Beschlüsse vom 18. Mai 2005 - VIII ZB 3/05, NJW 2005, 2017; vom 12. Januar 2016 - I ZB 95/15, juris Rn. 1; vom 27. Mai 2020 - I ZB 5/20, juris Rn. 4). Dementsprechend können die die Einleitung und Führung des Verfahrens betreffenden Prozesshandlungen wirksam nur durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt vorgenommen werden (vgl. BGH, Beschlüsse vom 27. Mai 2020 - I ZB 5/20, juris Rn. 4; vom 4. Februar 1992 - X ZB 18/91, NJW 1992, 1700, juris Rn. 6). Entscheidend war deshalb, ob dem Kläger ein Notanwalt für die Durchführung der Rechtsbeschwerden beizuordnen war (§ 78b Abs. 1 ZPO). Dies war bereits deshalb zu verneinen, weil die Rechtsbeschwerden gegen die Beschlüsse des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 22. Juli 2022 (15 S 3605/22) und vom 23. Juni 2022 (15 T 3015/22 und 15 T 3016/22) nicht statthaft sind.

Der Einholung dienstlicher Äußerungen des abgelehnten Richters gemäß § 44 Abs. 3 ZPO bedurfte es nicht, weil sie zur weiteren Aufklärung des Sachverhalts, soweit er für die Entscheidung über die Ablehnungsgesuche erheblich ist, nichts beitragen könnten (vgl. Senatsbeschluss vom 10. Februar 2021 - VI ZB 66/20, VI ZB 67/20, juris Rn. 7 mwN).

von Pentz

Oehler

Allgayer

Böhm

Linder