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6 StR 417/22 ECLI:DE:BGH:2023:180423B6STR417.22.0 KI-generiert

Joint and several liability for drug trafficking proceeds in confiscation orders

Geschäftsnummer 6 StR 417/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice partially upheld the defendant G.'s revision, modifying the lower court's confiscation order to establish joint and several liability between G. and the non-reviving co-accused D.Y. for a value replacement of €12,000, while rejecting the further claims of G. and the revisions of co-accused O.Y. and S. The case involved convictions for gang-related drug trafficking in non-quantitative amounts and associated assistance offenses, with the disputed issue being the correctness of the confiscation ruling regarding the source of G.'s criminal proceeds, which the appellate court found to be derived from the co-accused's drug sale proceeds. The decisive legal basis was the application of § 354(1) Code of Criminal Procedure in conjunction with the doctrine of joint and several liability for criminal gains, which required the correction of the original judgment to properly allocate financial liability among the defendants.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 354 Abs. 1 StPO, § 357 Satz 1 StPO; Joint and several liability for drug trafficking proceeds in confiscation orders: and the non-reviving co-accused D.Y. for a value replacement of €12,000, while rejecting the further claims of G. and the revisions of co-accused O.Y. and S. The case involved convictions for gang-related drug trafficking in non-quantitative amounts and associated assistance offenses, with the disputed issue being the correctness of the confiscation ruling regarding the source of G.'s criminal proceeds, which the appellate court found to be derived from the co-accused's drug sale proceeds. The decisive legal basis was the application of § 354(1) Code of Criminal Procedure in conjunction with the doctrine of joint and several liability for criminal gains, which required the correction of the original judgment to properly allocate financial liability among the defendants.

Schlagwörter

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Betäubungsmittelhandel Solidarhaftung strafrechtliche Einziehung zusammenhängende Straftaten Strafprozessordnung Ertrag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Cited in the dispositive as the legal basis for granting partial success to the revision regarding the confiscation order.

§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive as the legal basis for declaring the further parts of the revision and the other defendants' revisions unfounded.

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Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten G. wird das Urteil des Landgerichts Bückeburg vom 11. April 2022 im Einziehungsaus-spruch, auch soweit es den Mitangeklagten D. Y. betrifft, dahin geändert, dass diese Angeklagten in Höhe von 12.000 Euro als Gesamtschuldner haften.

2. Die weitergehende Revision des Angeklagten G. sowie die Revisionen der Angeklagten O. Y. und S. werden als unbegründet verworfen.

3. Die Angeklagten haben die Kosten ihres jeweiligen Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat die Angeklagten wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (O. Y. ), wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei Fällen (G. ) und wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (S. ) jeweils zu (Gesamt-)Freiheitsstrafen verurteilt. Ferner hat das Landgericht Einziehungsentscheidungen getroffen. Die Revision des Angeklagten G. erzielt den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg (§ 349 Abs. 4 StPO). Im Übrigen ist sie – wie die Revisionen der Angeklagten O. Y. und S. – unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.

1. Die von dem Angeklagten O. Y. zum Schuldspruch erhobene Verfahrensrüge versagt. Wie in der Antragsschrift des Generalbundesanwalts zutreffend ausgeführt, ist die Rüge mangels eines Widerspruchs in der Hauptverhandlung gegen die Erhebung der durch die beanstandete Durchsuchungsmaßnahme gesicherten Beweise und deren Verwertung jedenfalls unbegründet.

2. Die auf die Sachrüge veranlasste Nachprüfung führt zur Ergänzung der Einziehungsentscheidung betreffend den Angeklagten G. in entsprechender Anwendung von § 354 Abs. 1 StPO.

Der Generalbundesanwalt weist zutreffend darauf hin, dass der Angeklagte mit dem Mitangeklagten D. Y. für die Einziehung von Wertersatz gesamtschuldnerisch haftet (vgl. BGH, Beschluss vom 1. Juli 2020 – 6 StR 96/20). Der Tatlohn des Angeklagten G. in Höhe von 12.000 Euro stammt nach den getroffenen Feststellungen aus dem vom Mitangeklagten D. Y. vereinnahmten Verkaufserlös aus der Drogenernte in Höhe von 187.900 Euro.

Der Senat erstreckt die Entscheidung auf den insoweit nicht mehr revidierenden Mitangeklagten D. Y. (§ 357 Satz 1 StPO), weil er in gleicher Weise von der Gesetzesverletzung betroffen ist.

Sander

Tiemann

Wenske

Fritsche

Arnoldi