Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
XI ZR 468/17 ECLI:DE:BGH:2018:100418BXIZR468.17.0 KI-generiert

Insolvency: Debtor's authority to resume enforcement defense action after administrator releases underlying real estate

Geschäftsnummer XI ZR 468/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The German Federal Court of Civil Procedure (BGH) ordered the resumption of the interrupted legal proceedings and rejected the plaintiff's motion for a provisional suspension of enforcement, leaving the lower court's procedural posture in effect. The dispute concerned an insolvency context where the opening of insolvency proceedings had interrupted a full enforcement defense action (*Vollstreckungsabwehrklage*) challenging the enforcement of a mortgage (*Grundschuld*). The core issue was whether the insolvent debtor (plaintiff) was authorized to resume the proceedings independently. The court held that the debtor was exceptionally empowered to resume the action because the insolvency administrator explicitly released the underlying real estate property back to the debtor, a prerequisite that went beyond merely releasing the mortgage or the process itself. Relying on § 86 Abs. 1 Nr. 2 InsO and § 35 InsO, the court affirmed that such a release requires a specific declaration regarding the asset, not just the claim, which the administrator provided. Consequently, the suspension of enforcement under § 769 ZPO was denied as the plaintiff's non-acceptance complaint lacked a prospect of success.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 86 Abs. 1 Nr. 2 InsO, § 86 Abs. 1 InsO, § 250 ZPO, § 769 Abs. 1 ZPO, § 719 Abs. 2 ZPO, § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO; Insolvency: Debtor's authority to resume enforcement defense action after administrator releases underlying real estate: The dispute concerned an insolvency context where the opening of insolvency proceedings had interrupted a full enforcement defense action (*Vollstreckungsabwehrklage*) challenging the enforcement of a mortgage (*Grundschuld*). The core issue was whether the insolvent debtor (plaintiff) was authorized to resume the proceedings independently. The court held that the debtor was exceptionally empowered to resume the action because the insolvency administrator explicitly released the underlying real estate property back to the debtor, a prerequisite that went beyond merely releasing the mortgage or the process itself. Relying on § 86 Abs. 1 Nr. 2 InsO and § 35 InsO, the court affirmed that such a release requires a specific declaration regarding the asset, not just the claim, which the administrator provided. Consequently, the suspension of enforcement under § 769 ZPO was denied as the plaintiff's non-acceptance complaint lacked a prospect of success.

Schlagwörter

KI-generiert
Zahlungsunfähigkeit Grundpfandverwertung Immobilienvermögen Erbschaftsverwalter Widerruf der Konkurseröffnung Zivilrechtsstreitigkeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
XII ZR 53/93
Oktober 1994 - XII ZR 53/93, BGHZ 127, 156, 163; RGZ 94, 55, 56; Uhlenbruck/Hirte, InsO, 14.
BGHZ 127, 156
Oktober 1994 - XII ZR 53/93, BGHZ 127, 156, 163; RGZ 94, 55, 56; Uhlenbruck/Hirte, InsO, 14.
XI ZR 46/14
Insolvency: Debtor’s lack of authority to resume suspended enforcement defense proceedings against notarial deed with personal liability
XI ZR 295/17
Juli 2017 - XI ZR 295/17, juris Rn.
V ZR 308/01
April 2002 - V ZR 308/01, NJW-RR 2002, 1090).
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 86 Abs. 1 Nr. 2 InsO

Explicitly cited in the tenor and reasoning to establish the plaintiff's authority to resume the interrupted proceedings.

§ 769 Abs. 1 ZPO

Cited in the tenor as the legal basis for the rejected motion regarding the provisional suspension of enforcement.

§ 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO

Applied to dispense from a detailed reasoning for the rejection of the suspension motion.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Unterbrechung der Vollstreckungsabwehrklage gegen die Zwangsvollstreckung aus einer Grundschuld durch Insolvenzeröffnung: Voraussetzungen einer Aufnahmebefugnis des Insolvenzschuldners

[TENOR]

Der die Zwangsvollstreckung wegen des dinglichen Anspruchs betreffende Rechtsstreit ist wirksam aufgenommen.

Der Antrag der Klägerin, die Zwangsvollstreckung wegen des dinglichen Anspruchs aus folgenden Urkunden

Ur.-Nr. 7/2004 vom 7. April 2004 des Notars W. , W. , und

Ur.-Nr. 8/2005 vom 8. März 2005 des Notars W. , W.

einstweilen einzustellen, wird zurückgewiesen.

[GRUENDE]

I. Die Klägerin hat den Rechtsstreit, der die Zulässigkeit der Zwangsvollstreckung wegen des dinglichen Anspruchs aus der Grundschuld zum Gegenstand hat, nach § 86 Abs. 1 Nr. 2 InsO wirksam aufgenommen. Dazu war sie ausnahmsweise berechtigt, weil der Insolvenzverwalter das Grundstück durch empfangsbedürftige Erklärung gegenüber der Klägerin als Insolvenzschuldnerin freigegeben hat (BGH, Urteil vom 5. Oktober 1994 - XII ZR 53/93, BGHZ 127, 156, 163; RGZ 94, 55, 56; Uhlenbruck/Hirte, InsO, 14. Aufl., § 35 Rn. 73; KK-InsO/Hess, 2016, §§ 35, 36 Rn. 113).

Grundsätzlich sind zur Aufnahme eines unterbrochenen Rechtsstreits, der wie hier eine Vollstreckungsabwehrklage des Insolvenzschuldners zum Gegenstand hat, nach § 86 Abs. 1 InsO allein der Insolvenzverwalter und der Gegner befugt. Der Insolvenzschuldner ist nur dann aufnahmebefugt, wenn der Insolvenzverwalter den streitbefangenen Gegenstand aus der Masse freigibt mit der Folge, dass dieser wieder in die Verwaltungs- und Verfügungsgewalt des Insolvenzschuldners fällt. Liegt ein Rechtsstreit um eine Grundschuld vor, ist eine Aufnahme durch den Insolvenzschuldner nur dann möglich, wenn der Insolvenzverwalter das betroffene Grundstück freigibt; allein die Freigabe des Prozesses oder der Grundschuld reicht nicht (vgl. Senatsbeschluss vom 10. Mai 2016 - XI ZR 46/14, WM 2016, 1070 Rn. 12 f. mwN).

Eine solche Freigabeerklärung, die keiner besonderen Form bedarf (K. Schmidt/Büteröwe, InsO, 19. Aufl., § 35 Rn. 38), hat der Insolvenzverwalter hier abgegeben. Die Klägerin hat daraufhin mit Schriftsatz vom 5. April 2018 die Aufnahme des Rechtsstreits erklärt. Der Schriftsatz, mit dem die Klägerin die Freigabeerklärung des Insolvenzverwalters vorgelegt und die Aufnahme des Rechtsstreits erklärt hat, ist der Beklagten am 6. April 2018 zugestellt worden (§ 250 ZPO). Damit hat die Unterbrechung des Rechtsstreits geendet.

II. Der Antrag der Klägerin ist zurückzuweisen, weil die Voraussetzungen für den Erlass einer Anordnung nach § 769 Abs. 1 ZPO nicht vorliegen.

Es bedarf keiner Entscheidung, ob das Revisionsgericht eine solche Anordnung im Verfahren über die Nichtzulassungsbeschwerde, in dem nicht die Hauptsache anhängig ist, erlassen kann (vgl. Senatsbeschluss vom 26. Juli 2017 - XI ZR 295/17, juris Rn. 2; BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007 - V ZA 12/07, juris Rn. 2). Denn die Voraussetzungen für eine einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung in entsprechender Anwendung von § 544 Abs. 5 Satz 2, § 719 Abs. 2 ZPO liegen nicht vor, weil die Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin keine Aussicht auf Erfolg hat (vgl. Senatsbeschluss vom 26. Juli 2017, aaO; BGH, Beschlüsse vom 6. Mai 2004 - V ZA 4/04, WM 2004, 2370, 2371 und vom 11. April 2002 - V ZR 308/01, NJW-RR 2002, 1090).

Von einer näheren Begründung wird in entsprechender Anwendung des § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Ellenberger

Joeres

Matthias

Menges

Dauber