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IV ZR 18/22 ECLI:DE:BGH:2023:220323BIVZR18.22.0 KI-generiert

Business interruption insurance during pandemic: contractual hierarchy of product information sheet versus general insurance conditions and definition of reportable pathogens

Geschäftsnummer IV ZR 18/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the plaintiff's appeal, leaving the lower court's judgment in favor of the insurer standing, in a dispute concerning business interruption insurance during the pandemic. The core issue was whether a product information sheet (PIS), which remained undefined regarding specific reportable pathogens despite being referenced in the policy schedule, could override or clarify the general insurance conditions to expand coverage. The court held that the PIS serves only as a non-exhaustive overview for initial understanding and does not constitute an equivalent contractual provision; therefore, the full contractual scope is determined by the interplay of the application, policy schedule, and standard insurance conditions. Relying on prior precedent, the BGH concluded that the lack of a supplementary reference in the PIS to the relevant exclusion clauses does not alter this hierarchy, finding no grounds for admission of the appeal under § 552a ZPO.

Legislator-Regeste

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§ 552a ZPO, § 552a Satz 1 ZPO; Business interruption insurance during pandemic: contractual hierarchy of product information sheet versus general insurance conditions and definition of reportable pathogens: The core issue was whether a product information sheet (PIS), which remained undefined regarding specific reportable pathogens despite being referenced in the policy schedule, could override or clarify the general insurance conditions to expand coverage. The court held that the PIS serves only as a non-exhaustive overview for initial understanding and does not constitute an equivalent contractual provision; therefore, the full contractual scope is determined by the interplay of the application, policy schedule, and standard insurance conditions. Relying on prior precedent, the BGH concluded that the lack of a supplementary reference in the PIS to the relevant exclusion clauses does not alter this hierarchy, finding no grounds for admission of the appeal under § 552a ZPO.

Schlagwörter

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Betriebsunterbrechungsversicherung Versicherungsschutz Unternehmenspolitik Erfasste Erzeugnisse allgemeine Vertragsbedingungen Versicherungsvorbehalt

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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IV ZR 144/21
Business closure insurance: Exhaustive list of notifiable diseases excludes pandemic-related closures
BGHZ 232, 344
Januar 2022 (IV ZR 144/21, BGHZ 232, 344) zu im Wesentlichen vergleichbaren Bedingungen im Einzelnen dargelegt, an denen festzuhalten ist.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 552a ZPO

Provision cited in the dispositive as the basis for rejecting the appeal on the court's own motion due to lack of prospect of success.

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Volltext

Versicherungsschutz in der Betriebsschließungs-Versicherung während Corona-Pandemie

[TENOR]

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 7. Dezember 2021 wird gemäß § 552a ZPO auf ihre Kosten zurückgewiesen.

Der Streitwert für das Revisionsverfahren wird auf 171.000 € festgesetzt.

[GRUENDE]

I. Die vom Berufungsgericht zugelassene Revision der Klägerin ist gemäß § 552a ZPO zurückzuweisen, weil die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision nicht mehr vorliegen und das Rechtsmittel auch keine Aussicht auf Erfolg hat (§ 552a Satz 1 ZPO). Zur näheren Begründung verweist der Senat auf seinen Hinweisbeschluss vom 24. Januar 2023.

II. Die Stellungnahme der Klägerin vom 7. März 2023 gibt keinen Anlass, von der angekündigten Zurückweisung der Revision im Beschlusswege Abstand zu nehmen. Ein Grund für die Zulassung der Revision ist weiterhin nicht erkennbar. Der Senat hat die maßgeblichen rechtlichen Grundsätze in seinem Urteil vom 26. Januar 2022 (IV ZR 144/21, BGHZ 232, 344) zu im Wesentlichen vergleichbaren Bedingungen im Einzelnen dargelegt, an denen festzuhalten ist.

Entgegen der Auffassung der Klägerin ergibt sich aus dem Umstand, dass sich nach dem Versicherungsschein die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Vertragsparteien auch nach dem Produktinformationsblatt richten und dieses in der Beschreibung des Umfangs der Versicherung die meldepflichtigen Krankheiten und Krankheitserreger nicht definiert, keine für den Inhalt des Leistungsversprechens relevante Abweichung von den im Senatsurteil vom 26. Januar 2022 (aaO) aufgestellten Grundsätzen.

Die Benennung des Produktinformationsblattes im Versicherungsschein als Vertragsbestimmung neben den Versicherungsbedingungen ist nicht geeignet, beim durchschnittlichen Versicherungsnehmer einer Betriebsschließungsversicherung - einem Gewerbetreibenden - die Erwartungshaltung zu begründen, die kurze und nach dem Einleitungssatz nur dem "ersten Überblick" dienende und als "nicht abschließend" bezeichnete Beschreibung des Gegenstands des Leistungsversprechens im Produktinformationsblatt sei eine im Verhältnis zu den Versicherungsbedingungen gleichwertige Vertragsregelung und mache einen Blick in diese entbehrlich. Bereits der einleitende Hinweis des Produktinformationsblattes führt dem durchschnittlichen Versicherungsnehmer deutlich vor Augen, dass sich der vollständige Vertragsinhalt erst aus dem Zusammenspiel von Antrag, Versicherungsschein und Versicherungsbedingungen ergibt. Für das von der Klägerin angeführte Verständnis, dem Produktinformationsblatt komme mit Blick auf die Erwähnung im Versicherungsschein eine über den Zweck, es dem Antragsteller zu ermöglichen, sich anhand einer knappen, verständlichen und daher auch keinesfalls abschließend gewollten Darstellung einen Überblick über die wesentlichen Merkmale des Vertrages zu verschaffen (Begründung zur VVG-InfoV, abgedruckt in VersR 2008, 183, 189 f.), hinausgehende Bedeutung zu, ist demnach kein Raum. Der Senat hat bereits in seinem Hinweisbeschluss vom 24. Januar 2023 ausgeführt, hieran ändere auch der Umstand, dass die Umschreibung des Umfangs der Versicherung im Produktinformationsblatt, anders als die Information über Ausschlüsse, keinen ergänzenden Hinweis auf die insoweit maßgebliche Bestimmung der Versicherungsbedingungen enthalte, nichts. Daran hält der Senat fest.

Prof. Dr. Karczewski

Dr. Brockmöller

Dr. Bußmann

Dr. Bommel

Piontek