Adhesion procedure: consideration of defendant's financial circumstances in assessing equitable compensation for non-pecuniary damage under § 253 Abs. 2 BGB
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Court of Justice (BGH) third Criminal Senate dismissed the defendant's revision, upholding the regional court's judgment and ordering the defendant to bear the costs of the appeal; the court clarified that the inclusion of the defendant's financial circumstances in the assessment of pain and suffering does not invalidate the civil claim (Adhäsion) within the criminal judgment. The dispute concerned whether a trial court commits reversible legal error by factoring in the defendant's economic situation when determining the amount of compensation for non-pecuniary damage, even if those circumstances do not give the case a "special character." The court held that under § 253 para. 2 of the German Civil Code (BGB), equitable compensation allows for the consideration of all relevant circumstances without a statutory mandate for specific findings on economic factors; therefore, the trial judge did not err by considering the defendant's financial status in determining the reasonable sum for immaterial damage.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 253 Abs. 2 BGB, § 349 Abs. 2 StPO, § 354 Abs. 1a StPO; Adhesion procedure: consideration of defendant's financial circumstances in assessing equitable compensation for non-pecuniary damage under § 253 Abs. 2 BGB: The dispute concerned whether a trial court commits reversible legal error by factoring in the defendant's economic situation when determining the amount of compensation for non-pecuniary damage, even if those circumstances do not give the case a "special character." The court held that under § 253 para. 2 of the German Civil Code (BGB), equitable compensation allows for the consideration of all relevant circumstances without a statutory mandate for specific findings on economic factors; therefore, the trial judge did not err by considering the defendant's financial status in determining the reasonable sum for immaterial damage.
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KI-generiertMain ground for the verdict, cited to declare the revision inadmissible or unfounded based on the review of the grounds of appeal.
Procedural rule applied to dismiss the revision as unfounded without granting oral hearing if no substantive error to the defendant's detriment is found.
Volltext
Adhäsionsverfahren: Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten bei der Bemessung des Schmerzensgeldes
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Oldenburg vom 6. Februar 2017 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen durchgreifenden Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2, § 354 Abs. 1a StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Es gefährdet den Bestand des Adhäsionsausspruchs nicht, dass das Landgericht bei der Bemessung des Schmerzensgeldes die wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten berücksichtigt hat.
Die Vereinigten Großen Senate des Bundesgerichtshofs haben entschieden, dass bei der Bemessung einer billigen Entschädigung in Geld nach § 253 Abs. 2 BGB alle Umstände des Falles berücksichtigt und dabei die wirtschaftlichen Verhältnisse des Schädigers und des Geschädigten nicht von vornherein ausgeschlossen werden können (BGH, Beschluss vom 16. September 2016 - VGS 1/16, juris Rn. 29). Geboten sind Feststellungen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen und deren Einfluss auf die Bemessung der billigen Entschädigung allerdings nur, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse dem Einzelfall ein besonderes Gepräge geben und deshalb bei der Entscheidung ausnahmsweise berücksichtigt werden mussten (vgl. BGH aaO Rn. 72).
Aus diesen Maßstäben lässt sich jedoch nicht die Annahme eines Rechtsfehlers folgern, wenn der Tatrichter - wie hier - die wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten berücksichtigt, ohne dass diese dem Fall ihr besonderes Gepräge geben (so aber BGH, Beschluss vom 11. Mai 2017 - 2 StR 324/14, juris Rn. 10). Dies ergibt sich insbesondere nicht aus der Entscheidung der Vereinigten Großen Senate vom 16. September 2016. Dort wird im Gegenteil darauf abgestellt, dass das Gesetz in § 253 Abs. 2 BGB bei dem Ausgleich immaterieller Schäden gerade keine starre Regelung, sondern eine billige Entschädigung vorsieht, ohne dem Tatrichter hinsichtlich der zu berücksichtigenden oder berücksichtigungsfähigen Umstände Vorgaben zu machen (BGH, Beschluss vom 16. September 2016 - VGS 1/16, juris Rn. 46).
Becker
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