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I ZR 55/22 ECLI:DE:BGH:2023:070323BIZR55.22.0 KI-generiert

Inadmissibility of hearing objection for repeating non-admission arguments or challenging simplified reasoning under § 544 ZPO

Geschäftsnummer I ZR 55/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the plaintiff's objection against the hearing as inadmissible, resulting in the defendant's implicit victory and the rejection of the complaint at the cost of the plaintiff. The case concerned a procedural objection (Anhörungsrüge) filed against a prior appellate decision that had rejected a non-admission complaint, where the plaintiff alleged a violation of the right to be heard by the court. The court held that the objection failed to meet admissibility requirements because it merely repeated arguments from the non-admission complaint or criticized the use of the statutory simplified reasoning format under § 544 Abs. 6 ZPO, rather than demonstrating a specific, independent neglect of essential arguments by the reviewing court under Art. 103 Abs. 1 of the German Basic Law. Consequently, the earlier decision rejecting the non-admission complaint remains in force, and the court noted that the substantive claims were previously examined and found unmeritorious.

Legislator-Regeste

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Art. 103 Abs. 1 GG, § 97 Abs. 1 ZPO; Inadmissibility of hearing objection for repeating non-admission arguments or challenging simplified reasoning under § 544 ZPO: b) Eine neue und eigenständige Gehörsverletzung kann nicht damit begründet werden, dass der Bundesgerichtshof von der vom Gesetzgeber in verfassungsrechtlich unbedenklicher Weise vorgesehenen Begründungserleichterung gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO Gebrauch gemacht hat (vgl. im Einzelnen BGH, NJW 2009, 1609 [juris Rn. 6]; BGH, Beschluss vom 15. August 2013 - I ZR 119/12, juris Rn. 6 bis 8; Beschluss vom 13. Februar 2019 - I ZR 192/17, juris Rn. 5; Beschluss vom 28. Januar 2021 - I ZR 80/20, juris Rn. 3; Beschluss vom 10. Februar 2022 - I ZR 36/21, juris Rn. 5).

Schlagwörter

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Verfahrensrügen Anspruch auf rechtliches Gehör Verfahrenskosten materielle Begründung Verbleiberecht Anfechtung von Zwischenentscheiden

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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V ZR 142/08
März 2009 - V ZR 142/08, NJW 2009, 1609 [juris Rn.
BVerfGE 107, 395
Die Anhörungsrüge ist insoweit nur zulässig, wenn die Entscheidung, die Revision nicht zuzulassen, das Verfahrensgrundrecht auf rechtliches Gehör neu und eigenständig verletzt (BVerfGE 107, 395 [juris Rn.
I ZR 47/06
Dezember 2007 - I ZR 47/06, GRUR 2008, 932 [juris Rn.
I ZR 256/14
Dezember 2015 - I ZR 256/14, juris Rn.
I ZR 192/17
Admissibility of complaint for denial of justice against rejection of non-admission of appeal: Requirement of new and independent violation of right to be heard
I ZR 80/20
Admissibility of hearing objection against rejection of non-admission complaint: no independent right-to-be-heard violation from omission of reasons under § 544 Abs. 6 ZPO
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Volltext

Die Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 9. Februar 2023 wird auf Kosten der Klägerin als unzulässig verworfen.

[GRUENDE]

I. Die Anhörungsrüge ist unzulässig.

1. Eine Anhörungsrüge muss Ausführungen dazu enthalten, aus welchen Umständen sich die entscheidungserhebliche Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch das Gericht ergeben soll. Wendet sich die Anhörungsrüge gegen die Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde, bedarf es dazu Ausführungen in Bezug auf die Entscheidung über die Nichtzulassung der Revision (BGH, Beschluss vom 19. März 2009 - V ZR 142/08, NJW 2009, 1609 [juris Rn. 4]). Die Anhörungsrüge ist insoweit nur zulässig, wenn die Entscheidung, die Revision nicht zuzulassen, das Verfahrensgrundrecht auf rechtliches Gehör neu und eigenständig verletzt (BVerfGE 107, 395 [juris Rn. 48 f.]; BVerfG, NJW 2008, 2635 [juris Rn. 16 f.]; NJW 2011, 1497 [juris Rn. 19]; BGH, Beschluss vom 13. Dezember 2007 - I ZR 47/06, GRUR 2008, 932 [juris Rn. 6] = WRP 2008, 956; Beschluss vom 17. Dezember 2015 - I ZR 256/14, juris Rn. 2; Beschluss vom 13. Februar 2019 - I ZR 192/17, juris Rn. 2; Beschluss vom 28. Januar 2021 - I ZR 80/20, juris Rn. 2; Beschluss vom 10. Februar 2022 - I ZR 36/21, juris Rn. 2; Beschluss vom 7. November 2022 - I ZR 175/21, juris Rn. 2). Eine Anhörungsrüge muss sich damit auseinandersetzen und in diesem Zusammenhang die Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG darlegen. Hierfür reicht eine schlichte Behauptung einer Gehörsverletzung nicht aus, sondern es ist vielmehr erforderlich, dass die Umstände vorgetragen werden, aus denen sich ergibt, dass der Bundesgerichtshof bei seiner Entscheidung das Vorbringen des Beschwerdeführers übergangen haben muss (vgl. BGH, NJW 2009, 1609 [juris Rn. 9 f.] mwN; BGH, Beschluss vom 17. Dezember 2015 - I ZR 256/14, juris Rn. 2; Beschluss vom 15. Februar 2018 - I ZR 216/16, juris Rn. 2; Beschluss vom 13. Februar 2019 - I ZR 192/17, juris Rn. 2; Beschluss vom 28. Januar 2021 - I ZR 80/20, juris Rn. 2; Beschluss vom 10. Februar 2022 - I ZR 36/21, juris Rn. 2; Beschluss vom 7. November 2022 - I ZR 175/21, juris Rn. 2).

2. Diesen Anforderungen wird die Anhörungsrüge nicht gerecht.

a) Soweit mit der Anhörungsrüge der Vortrag aus der Nichtzulassungsbeschwerde wiederholt wird, kann die Anhörungsrüge damit nicht begründet werden, weil damit keine neue und eigenständige Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG durch das Rechtsmittelgericht gerügt wird. Dasselbe gilt, soweit die Anhörungsrüge geltend macht, bei Kenntnisnahme dieses Vorbringens und der aufgeführten Zulassungsgründe hätte eine Zulassung erfolgen müssen. Die Partei hat keinen Anspruch darauf, dass das Gericht sich in dem von ihr für richtig erachteten Sinn mit ihrem Vorbringen befasst (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Juli 2011 - I ZB 68/10, GRUR 2012, 314 Rn. 12 - Medicus.log; Beschluss vom 13. Februar 2019 - I ZR 192/17, juris Rn. 4; Beschluss vom 10. Februar 2022 - I ZR 36/21 juris Rn. 4; Beschluss vom 7. November 2022 - I ZR 175/21, juris Rn. 4).

b) Eine neue und eigenständige Gehörsverletzung kann nicht damit begründet werden, dass der Bundesgerichtshof von der vom Gesetzgeber in verfassungsrechtlich unbedenklicher Weise vorgesehenen Begründungserleichterung gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO Gebrauch gemacht hat (vgl. im Einzelnen BGH, NJW 2009, 1609 [juris Rn. 6]; BGH, Beschluss vom 15. August 2013 - I ZR 119/12, juris Rn. 6 bis 8; Beschluss vom 13. Februar 2019 - I ZR 192/17, juris Rn. 5; Beschluss vom 28. Januar 2021 - I ZR 80/20, juris Rn. 3; Beschluss vom 10. Februar 2022 - I ZR 36/21, juris Rn. 5).

II. Im Übrigen wäre die Anhörungsrüge auch unbegründet. Der Senat hat bei seiner Entscheidung vom 9. Februar 2023 die Angriffe der Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin in vollem Umfang geprüft, jedoch sämtlich nicht für durchgreifend erachtet.

III. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO analog.

Koch

Löffler

Schwonke

Feddersen

Odörfer