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IV ZR 318/16 ECLI:DE:BGH:2018:220218BIVZR318.16.0 KI-generiert

Interpretation of insurance exclusion clauses for packaging defects present only at transport start and sovereign acts under the “high hand” concept

Geschäftsnummer IV ZR 318/16
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) dismissed the insurance company’s revision, thereby upholding the appellate court’s judgment in favor of the insured. The dispute concerned a transport and exhibition insurance policy, specifically the interpretation of exclusion clauses for damages caused by "high hand" interventions and packaging defects. The insurer argued that the exclusion for packaging defects in the policy conditions (AVB) was broad enough to cover defects arising during transport or subsequent to the start of transport, and that the "high hand" clause encompassed casual damage from customs inspections. The court held that exclusion clauses must be interpreted narrowly to avoid creating gaps in insurance coverage; consequently, the packaging defect exclusion applies only to defects present at the beginning of the transport, not those occurring later, and the "high hand" clause strictly requires a sovereign act, excluding damages resulting merely from occasional customs checks.

Legislator-Regeste

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§ 552a Satz 1 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO; Interpretation of insurance exclusion clauses for packaging defects present only at transport start and sovereign acts under the “high hand” concept: The dispute concerned a transport and exhibition insurance policy, specifically the interpretation of exclusion clauses for damages caused by "high hand" interventions and packaging defects. The insurer argued that the exclusion for packaging defects in the policy conditions (AVB) was broad enough to cover defects arising during transport or subsequent to the start of transport, and that the "high hand" clause encompassed casual damage from customs inspections. The court held that exclusion clauses must be interpreted narrowly to avoid creating gaps in insurance coverage; consequently, the packaging defect exclusion applies only to defects present at the beginning of the transport, not those occurring later, and the "high hand" clause strictly requires a sovereign act, excluding damages resulting merely from occasional customs checks.

Schlagwörter

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Haftungsausschluss Vollstreckung eines deutschen Versäumnisurteils Versicherungsvertragsrecht Satz des deutschen BGB gerichtliche Aufhebung der Kassenverfügung Haftung nach BGB
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 552a Satz 1 ZPO

Cited as the procedural basis for dismissing the revision without oral hearing and ordering it rejected at the appellant's expense.

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Volltext

Transportund Ausstellungsversicherung: Auslegung von Ausschlussklauseln für Schäden durch Eingriffe von hoher Hand und wegen Mängeln der Verpackung

[TENOR] Die Revision gegen das Urteil des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 19. Oktober 2016 wird gemäß § 552a Satz 1 ZPO auf Kosten der Beklagten mit Ausnahme der außergerichtlichen Kosten der Streithelferin, die diese selbst trägt, zurückgewiesen.

Streitwert: 7.470 €

[GRUENDE] 1

1. Der Senat hat im Hinweisbeschluss vom 8. November 2017 den Streitstand geschildert und im Einzelnen dargelegt, dass die Voraussetzungen für die Zulassung der Revision i.S. von § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO im Streitfall nicht vorliegen und die Revision der Beklagten auch keine Aussicht auf Erfolg hat (§ 552a Satz 1 ZPO). Darauf wird Bezug genommen.

2

2. Die Stellungnahme der Beklagten vom 20. Februar 2018 gibt keinen Anlass, von der Zurückweisung der Revision im Beschlusswege abzusehen, weil der Senat auch nach nochmaliger Überprüfung unter Berücksichtigung der erhobenen Einwände die Erfolgsaussicht der Revision verneint.

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a) Der Senat hält insbesondere daran fest, dass der Tatbestand in Ziffer 2.2.2 AVB nur solche Verpackungsmängel erfasst, die bereits bei Beginn des Transports vorliegen. Soweit die Beklagte darauf hinweist, dass diese Klausel im Vergleich zur Klausel Ziffer 2.5.1.5 DTV-Güter 2000/2008 abweichend formuliert ist, begründet das für die Reichweite des Ausschlusses keinen relevanten Unterschied. Risikoausschlussklauseln sind eng auszulegen. Bei ihnen geht das Interesse des Versicherungsnehmers regelmäßig dahin, dass der Versicherungsschutz nicht weiter verkürzt wird, als der erkennbare Zweck der Klausel dies gebietet. Der durchschnittliche Versicherungsnehmer braucht nach ständiger Rechtsprechung des Senats nicht mit Lücken im Versicherungsschutz zu rechnen, ohne dass eine Klausel ihm dies hinreichend verdeutlicht (Senatsurteil vom 20. Juli 2016 - IV ZR 245/15, VersR 2016, 1184 Rn. 24 m.w.N.). Danach wird er auch bei der hier vereinbarten Klausel annehmen, dass eine mangelfrei verpackte Ware grundsätzlich während des gesamten Transports versichert bleibt.

4

Damit sind etwaige Eingriffsmöglichkeiten des Fahrers im Falle später auftretender Verpackungsmängel unerheblich, und auch konkrete Risikoausschlüsse, die an Ereignisse nach Transportbeginn anknüpfen, wie der nunmehr von der Beklagten angeführte Rattenfraß oder Ungezieferbefall in Ziffer 2.2.1 AVB, haben angesichts der grundsätzlich versprochenen Allgefahrendeckung keine Bedeutung über die von ihnen geregelten Tatbestände hinaus.

5

b) Der Senat bleibt auch bei seiner Auffassung, dass der Begriff der "Eingriffe von hoher Hand" (hier in Ziffer 2.1.3 AVB) einen Schadeneintritt aufgrund eines Hoheitsakts voraussetzt und die Beschädigung von Gütern, die nur gelegentlich einer Zollkontrolle entstanden sind, nicht erfasst.

Mayen

Harsdorf-Gebhardt

Lehmann

Dr. Brockmöller

Dr. Bußmann