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5 StR 561/18 ECLI:DE:BGH:2019:050219B5STR561.18.0 KI-generiert

Preventive detention recurrence statute of limitations: 15-year period applies to sexual assault causing death in concurrence with murder

Geschäftsnummer 5 StR 561/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Bundesgerichtshof (5th Criminal Senate) rejected the defendant's revision but modified the conviction to include "sexual abuse resulting in death" in concurrence with murder, upholding the life sentence and the order of preventive detention. The dispute centered on the legal qualification of the fatal strangulation as a sexual act and the applicable statute of limitations for the recurrence requirement in preventive detention cases, specifically regarding a prior conviction for sexual coercion. The court held that the strangulation constituted a sexual act implementing the defendant's sexual fantasies, thereby establishing concurrence under §§ 177 Abs. 1, 178 StGB with § 211 StGB (murder), and confirmed that the 15-year recurrence limitation period under § 66 Abs. 3 Satz 1 StGB applies between the prior 2010 conviction and the current offense.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 178 StGB, § 265 StPO, § 66 Abs. 3 Satz 1 StGB; Preventive detention recurrence statute of limitations: 15-year period applies to sexual assault causing death in concurrence with murder: The dispute centered on the legal qualification of the fatal strangulation as a sexual act and the applicable statute of limitations for the recurrence requirement in preventive detention cases, specifically regarding a prior conviction for sexual coercion. The court held that the strangulation constituted a sexual act implementing the defendant's sexual fantasies, thereby establishing concurrence under §§ 177 Abs. 1, 178 StGB with § 211 StGB (murder), and confirmed that the 15-year recurrence limitation period under § 66 Abs. 3 Satz 1 StGB applies between the prior 2010 conviction and the current offense.

Schlagwörter

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Verjährungsfrist strafrechtliche Verwahrung Sexualdelikten Mord Revision des Strafurteils Strafvollzugsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 506/01
Februar 2002 - 1 StR 506/01, NStZ 2002, 431).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive reasoning (item 1) to declare the defendant's revision as groundless, serving as the procedural basis for rejecting the appeal.

§ 265 StPO

Cited in the dispositive reasoning (item 3) to justify the court's power to modify the conviction despite the scope of appeal, ensuring the change does not prejudice the defendant's rights.

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Volltext

Anordnung der Sicherungsverwahrung: Rückfallverjährungsfrist bei Mord in Tateinheit mit sexuellem Übergriff mit Todesfolge

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Neuruppin vom 29. Mai 2018 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass der Angeklagte wegen der Tat in der Nacht vom 17. auf den 18. August 2017 wegen Mordes in Tateinheit mit sexuellem Übergriff mit Todesfolge schuldig ist.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Mordes, wegen sexueller Nötigung, wegen Computerbetrugs in vier Fällen sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu lebenslanger Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe verurteilt, seine Unterbringung in der Sicherungsverwahrung angeordnet und eine Einziehungsentscheidung getroffen. Die Revision des Angeklagten ist unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO), führt allerdings zu einer Änderung des Schuldspruchs.

Der Angeklagte hat mit dem begangenen Mord auch einen hierzu in Tateinheit stehenden sexuellen Übergriff mit Todesfolge (§ 177 Abs. 1, § 178 StGB) verwirklicht. Bei dem todesursächlichen Strangulieren des Opfers handelte es sich um eine sexuelle Handlung. Denn nach den rechtsfehlerfreien Feststellungen setzte der Angeklagte damit sexuelle Gewaltfantasien in die Tat um (UA S. 17; vgl. BGH, Urteil vom 6. Februar 2002 - 1 StR 506/01, NStZ 2002, 431).

Der Senat ändert den Schuldspruch entsprechend. § 265 StPO steht dem nicht entgegen, weil auszuschließen ist, dass der Angeklagte sich anders als geschehen hätte verteidigen können.

Hinsichtlich der formellen Voraussetzungen des § 66 Abs. 3 Satz 1 StGB gilt - wie das Landgericht im Ergebnis zu Recht angenommen hat - demnach eine Rückfallverjährungsfrist von 15 Jahren zwischen der am 13. Dezember 2010 abgeurteilten sexuellen Nötigung und dem vorliegenden Anlassdelikt der Anordnung von Sicherungsverwahrung (§ 66 Abs. 4 Satz 3 2. Halbsatz StGB).

Sander

Schneider

Berger

Eschelbach

Köhler