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6 StR 511/22 ECLI:DE:BGH:2023:080323B6STR511.22.0 KI-generiert

Dismissal of a single conviction for breach of supervision instructions due to insufficient proof of instruction validity and knowledge; aggregate sentence maintained

Geschäftsnummer 6 StR 511/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant's revision, dismissing the appeal in part and dismissing the remainder as unfounded. The court ordered the dismissal of one specific count regarding a breach of parole conditions and correspondingly amended the conviction to reflect 39 total underlying offenses, while maintaining the overall aggregate prison sentence of five years and six months. The dispute centered on a prosecution for six counts of aggravated child sexual abuse (each in ideal concurrence with a breach of parole instructions, plus one count of attempted sexual assault) and 34 additional counts of breaching parole instructions, where the defendant challenged the material law. The decisive legal basis was § 154(2) StPO, under which the court dismissed one count because the record failed to clearly establish that the specific instruction was subject to criminal sanctions and that the defendant had knowledge of it, applying § 354(1) StPO in analogous application to adjust the conviction while retaining the aggregate sentence under § 55(1) StPO principles.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 154 Abs. 2 StPO, § 354 Abs. 1 StPO; Dismissal of a single conviction for breach of supervision instructions due to insufficient proof of instruction validity and knowledge; aggregate sentence maintained: The court ordered the dismissal of one specific count regarding a breach of parole conditions and correspondingly amended the conviction to reflect 39 total underlying offenses, while maintaining the overall aggregate prison sentence of five years and six months. The dispute centered on a prosecution for six counts of aggravated child sexual abuse (each in ideal concurrence with a breach of parole instructions, plus one count of attempted sexual assault) and 34 additional counts of breaching parole instructions, where the defendant challenged the material law. The decisive legal basis was § 154(2) StPO, under which the court dismissed one count because the record failed to clearly establish that the specific instruction was subject to criminal sanctions and that the defendant had knowledge of it, applying § 354(1) StPO in analogous application to adjust the conviction while retaining the aggregate sentence under § 55(1) StPO principles.

Schlagwörter

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Strafurteil Probezeitkündigung sexueller Missbrauch Verweisungsbruch Gesamtstrafe teilbedingte Strafe

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

The procedural basis cited in the operative part of the order for the dismissal of the case regarding one count and the corresponding modification of the conviction.

§ 349 Abs. 2 StPO

The provision cited in the operative part to classify the remainder of the revision as unfounded.

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Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Rostock vom 27. Juni 2022 wird

a) das Verfahren hinsichtlich Fall 38 der Urteilsgründe eingestellt; insoweit fallen die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten der Staatskasse zur Last;

b) das Urteil dahin geändert, dass der Angeklagte des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in sechs Fällen, jeweils in Tateinheit mit einem Verstoß gegen Weisungen während der Führungsaufsicht und in einem Fall zudem mit versuchtem sexuellen Übergriff, sowie des Verstoßes gegen Weisungen während der Führungsaufsicht in 33 weiteren Fällen schuldig ist.

2. Die weitergehende Revision wird als unbegründet verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die verbleibenden Kosten seines Rechtsmittels und die insoweit dem Nebenkläger entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in sechs Fällen, jeweils in Tateinheit mit einem Verstoß gegen Weisungen während der Führungsaufsicht und in einem Fall zudem mit versuchtem sexuellen Übergriff, sowie wegen Verstoßes gegen Weisungen während der Führungsaufsicht in 34 weiteren Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Gegen dieses Urteil wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützten Revision. Das Rechtsmittel führt in dem aus der Beschlussformel ersichtlichen Umfang zur Einstellung des Verfahrens sowie zu einer hierdurch bedingten Änderung des Schuldspruchs (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

Der Senat stellt das Verfahren auf Antrag des Generalbundesanwalts hinsichtlich der Verurteilung des Angeklagten wegen eines Verstoßes gegen Weisungen während der Führungsaufsicht (Fall 38 der Urteilsgründe) aus prozessökonomischen Gründen gemäß § 154 Abs. 2 StPO ein. Aus den bislang getroffenen Feststellungen ergibt sich nicht hinreichend deutlich, dass auch diese weitere Weisung strafbewehrt war und der Angeklagte hiervon Kenntnis hatte (vgl. BGH, Beschlüsse vom 16. Februar 2021 – 2 StR 323/20; NStZ-RR 2021,307 vom 8. September 2016 – 1 StR 377/16; vom 19. August 2015 – 5 StR 275/15). Wegen der Teileinstellung ändert der Senat den Schuldspruch in entsprechender Anwendung von § 354 Abs. 1 StPO.

Aufgrund der Teileinstellung entfällt die im Fall 38 verhängte achtmonatige Freiheitsstrafe. Die Gesamtstrafe kann indes bestehen bleiben. Der Senat schließt mit Blick auf die verbleibenden 39 Strafen aus, dass die Strafkammer ohne diejenige für die eingestellte Tat auf eine niedrigere Gesamtstrafe erkannt hätte.

Sander

Feilcke

Tiemann

von Schmettau

Arnoldi