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6 StR 59/23 ECLI:DE:BGH:2023:080323B6STR59.23.0 KI-generiert

Invalidity of upholding prior confiscation in total sentence formation after entry into force of underlying penal order

Geschäftsnummer 6 StR 59/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice quashed the portion of the regional court’s judgment that upheld a confiscation order from a prior penal order, declaring the measure void as completed; the defendant’s further appeal was dismissed, and he was ordered to bear the costs of the proceedings. The dispute concerned a post-sentence correction of a total sentence where the trial court had erroneously preserved a confiscation of secured items (narcotics, drug paraphernalia, and a weapon) originally ordered by a lower court, despite the underlying enforcement prerequisites having lapsed. Applying § 75(1) StGB, the Court held that upon the entry into force of the initial penal order, the seized property transitioned to the state without compensation, rendering the confiscation measure legally extinguished and necessitating its removal in accordance with § 354(1) StPO.

Legislator-Regeste

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§ 75 Abs. 1 StGB, § 354 Abs. 1 StPO; Invalidity of upholding prior confiscation in total sentence formation after entry into force of underlying penal order: The dispute concerned a post-sentence correction of a total sentence where the trial court had erroneously preserved a confiscation of secured items (narcotics, drug paraphernalia, and a weapon) originally ordered by a lower court, despite the underlying enforcement prerequisites having lapsed. Applying § 75(1) StGB, the Court held that upon the entry into force of the initial penal order, the seized property transitioned to the state without compensation, rendering the confiscation measure legally extinguished and necessitating its removal in accordance with § 354(1) StPO.

Schlagwörter

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Beschlagnahme Zulassung der Zwangsvollstreckung Abschiebung Rechtmässigkeit der Untersuchungshaft Widerruf des bedingten Strafvollzugs Inkrafttreten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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6 StR 459/20
Februar 2021 – 6 StR 459/20 Rn.
4 StR 188/12
August 2021 – 4 StR 188/12 Rn.
6 StR 419/22
Absorption of instigated import into organized drug trafficking in substantial quantity
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Volltext

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Halle vom 21. Oktober 2022 aufgehoben, soweit die mit Strafbefehl des Amtsgerichts Eisleben vom 22. Februar 2022 angeordnete Einziehung aufrechterhalten worden ist; diese Entscheidung entfällt.

Die weitergehende Revision wird verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

Die Aufrechterhaltung der durch den Strafbefehl des Amtsgerichts Eisleben angeordneten Einziehung sichergestellter Gegenstände hat keinen Bestand. Der Generalbundesanwalt hat dazu in seiner Antragsschrift ausgeführt:

„Maßnahmen, auf die in der früheren Entscheidung erkannt wurde, sind bei der nachträglichen Gesamtstrafenbildung dann nicht aufrechtzuerhalten, wenn die tatsächlichen oder rechtlichen Voraussetzungen für ihre Vollstreckung entfallen sind oder wenn sie auf andere Weise ihre Erledigung gefunden haben (vgl. Senat, Beschluss vom 9. Februar 2021 – 6 StR 459/20 Rn. 3; BGH, Beschluss vom 28. August 2021 – 4 StR 188/12 Rn. 2; Fischer, StGB, 70. Aufl., § 55 Rn. 29; Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 6. Aufl., Rn. 1262). So liegt der Fall hier. Mit der am 17. März 2022 eingetretenen Rechtskraft des vorgenannten Strafbefehls sind die dort eingezogenen Gegenstände – Betäubungsmittel, Betäubungsmittelutensilien und ein Schlagring (UA S. 14) – gemäß § 75 Abs. 1 StGB entschädigungslos auf den Staat übergegangen, weswegen die Maßnahme erledigt ist. Der Senat kann die Einziehungsentscheidung deshalb in entsprechender Anwendung von § 354 Abs. 1 StPO entfallen lassen (vgl. Senat, Beschluss vom 25. Januar 2023 – 6 StR 419/22 Rn. 8).“

Dem schließt sich der Senat an.

Sander

Tiemann

Wenske

Fritsche

Arnoldi