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5 StR 268/24 ECLI:DE:BGH:2024:180624B5STR268.24.0 KI-generiert

Cannabis possession and trafficking: applicability of the milder Cannabis Act (KCanG) over the Narcotics Control Act (BtMG)

Geschäftsnummer 5 StR 268/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant's appeal, amending the conviction to possession of more than 60 grams of cannabis in concurrence with possession of more than three live cannabis plants and aiding and abetting the trafficking of cannabis, while overturning the three-year and eight-month prison sentence; the case was remanded to a different panel of the Hamburg Regional Court for a new sentencing hearing. The defendant, who had pleaded guilty, challenged the lower court's application of the former Narcotics Control Act (BtMG) for non-small-quantity drug offenses, arguing that the new Cannabis Act (KCanG) applied. The BGH ruled that because the conduct was limited to cannabis as defined in the KCanG, the milder statutory provisions of the KCanG, which entered into force on April 1, 2024, were applicable over the BtMG. Consequently, the lenient sentencing framework of the KCanG required the reversal of the original sentence, although the factual findings and the confiscation order were upheld as legally sound.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 27 StGB, § 2 Abs. 3 StGB, § 265 StPO, § 353 Abs. 2 StPO, § 34 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b und c, Nr. 4 KCanG, § 27 StGB; Cannabis possession and trafficking: applicability of the milder Cannabis Act (KCanG) over the Narcotics Control Act (BtMG): The defendant, who had pleaded guilty, challenged the lower court's application of the former Narcotics Control Act (BtMG) for non-small-quantity drug offenses, arguing that the new Cannabis Act (KCanG) applied. The BGH ruled that because the conduct was limited to cannabis as defined in the KCanG, the milder statutory provisions of the KCanG, which entered into force on April 1, 2024, were applicable over the BtMG. Consequently, the lenient sentencing framework of the KCanG required the reversal of the original sentence, although the factual findings and the confiscation order were upheld as legally sound.

Schlagwörter

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Widerhandlungen betreffend Hanf Betäubungsmittelhandel Strafzumessung Gehilfenschaft Cannabiskonsum gesetzliche Grundlage

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 34 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b und c, Nr. 4 KCanG, § 27 StGB

Substantive legal basis cited in the dispositive for amending the conviction to possession of cannabis and aiding and abetting trafficking.

§ 349 Abs. 2 StPO

Procedural rule cited in the dispositive for the partial dismissal of the revision as unfounded.

§ 353 Abs. 2 StPO

Procedural rule cited in the dispositive context regarding the remand for new proceedings after the sentence was set aside.

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Volltext

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 2. Februar 2024 im Schuldspruch dahingehend geändert, dass der Angeklagte des Besitzes von insgesamt mehr als 60 Gramm Cannabis in Tateinheit mit Besitz von mehr als drei lebenden Cannabispflanzen und mit Beihilfe zum Handeltreiben mit Cannabis schuldig ist, und im Strafausspruch aufgehoben.

Die weitergehende Revision wird verworfen.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt und eine Einziehungsentscheidung getroffen. Die Revision des Angeklagten erzielt mit der Sachrüge den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg und ist im Übrigen im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO unbegründet.

Nach den Feststellungen des Landgerichts half der Angeklagte als „Gärtner“ dem häufig ortsabwesenden Betreiber einer zwecks gewinnbringenden Verkaufs angelegten großen Marihuanaplantage und übte – dort wohnend – die tatsächliche Sachherrschaft über mehrere Kilogramm abgeerntetes Marihuana sowie zahlreiche Marihuanapflanzen aus, wobei die Gesamtwirkstoffmenge mehrere Kilogramm THC betrug. Die Strafe hat das Landgericht unter Ablehnung eines minder schweren Falls dem Strafrahmen des § 29a Abs. 1 BtMG entnommen.

Dem Antrag des Generalbundesanwalts überwiegend entsprechend hat der Senat den Schuldspruch auf Besitz von insgesamt mehr als 60 Gramm Cannabis in Tateinheit mit Besitz von mehr als drei lebenden Cannabispflanzen und mit Beihilfe zum Handeltreiben mit Cannabis (§ 34 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b und c, Nr. 4 KCanG, § 27 StGB) umgestellt, da sich die Tat ausschließlich auf Cannabis im Sinne von § 1 Nr. 8 KCanG bezieht, weshalb gemäß § 2 Abs. 3 StGB die seit dem 1. April 2024 geltende (BGBl. 2024 I Nr. 109) und hier mildere Strafvorschrift des § 34 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 3 KCanG zur Anwendung zu bringen ist (vgl. zur nicht geringen Menge BGH, Beschlüsse vom 18. April 2024 – 1 StR 106/24; vom 23. April 2024 – 5 StR 153/24; Urteil vom 24. April 2024 – 5 StR 516/23). Der Schuldspruchänderung steht § 265 StPO nicht entgegen, weil sich der geständige Angeklagte nicht wirksamer als geschehen hätte verteidigen können.

Angesichts der im Vergleich zu § 29a Abs. 1 BtMG deutlich geringeren Strafrahmen in § 34 Abs. 1 und 3 KCanG unterliegt die Strafe, wie vom Generalbundesanwalt beantragt, der Aufhebung. Die Feststellungen können bestehen bleiben, weil sie rechtsfehlerfrei getroffen sind (vgl. § 353 Abs. 2 StPO). Dies gilt auch für die Einziehungsentscheidung, da § 37 KCanG im Vergleich zu dem von der Strafkammer angewandten § 33 BtMG insoweit keine relevanten Änderungen enthält.

Cirener

Mosbacher

Köhler

von Häfen

Werner