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3 StR 587/17 ECLI:DE:BGH:2018:090118B3STR587.17.1 KI-generiert

Auxiliary victim's appeal for reclassification of sexual coercion to rape barred as a sentencing-only issue under § 400 StPO

Geschäftsnummer 3 StR 587/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The BGH 3rd Criminal Senate dismissed the auxiliary victim's appeal, upholding the regional court's judgment of three years' imprisonment for attempted sexual coercion and intentional bodily harm, and ordered the auxiliary victim to bear the costs of the appeal. The dispute concerned whether the auxiliary victim could successfully appeal to secure a conviction for the qualified offense of "rape" instead of "sexual coercion" under the reformed Sexual Offenses Act. The court held the appeal inadmissible under § 400 (1) StPO, determining that under the 2016 legislative amendment, the statutory provision for "rape" constitutes a sentencing guideline for a particularly serious case of sexual coercion rather than a distinct substantive criminal element, and therefore the auxiliary victim lacked the standing to challenge the legal classification of the offense when it only affects the range of sentencing.

Legislator-Regeste

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§ 400 Abs. 1 StPO, § 177 StGB, § 473 Abs. 1 StPO; Auxiliary victim's appeal for reclassification of sexual coercion to rape barred as a sentencing-only issue under § 400 StPO: The dispute concerned whether the auxiliary victim could successfully appeal to secure a conviction for the qualified offense of "rape" instead of "sexual coercion" under the reformed Sexual Offenses Act. The court held the appeal inadmissible under § 400 (1) StPO, determining that under the 2016 legislative amendment, the statutory provision for "rape" constitutes a sentencing guideline for a particularly serious case of sexual coercion rather than a distinct substantive criminal element, and therefore the auxiliary victim lacked the standing to challenge the legal classification of the offense when it only affects the range of sentencing.

Schlagwörter

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qualifizierte Vergewaltigung Sexualdelikts versuchte Nötigung Beschwerdelegitimation Stellung des Opfers Gesetzesänderung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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2 StR 173/03
Juli 2003 - 2 StR 173/03, NStZ-RR 2003, 306; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 60.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 473 Abs. 1 StPO

Provision explicitly cited in the dispositive to justify the order that the unsuccessful auxiliary victim bears the costs of the appeal.

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Volltext

Strafverfahren wegen eines Sexualdelikts: Revision der Nebenklägerin mit dem Ziel einer Verurteilung wegen "Vergewaltigung" statt wegen "sexueller Nötigung"

[TENOR]

Die Revision der Nebenklägerin gegen das Urteil des Landgerichts Kleve vom 27. Juli 2017 wird verworfen.

Die Beschwerdeführerin hat die Kosten ihres Rechtsmittels zu tragen. Eine Erstattung der notwendigen Auslagen des Angeklagten im Revisionsverfahren findet wegen der gleichfalls erfolglosen Revision des Angeklagten nicht statt.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchter sexueller Nötigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zur Zahlung von 4.088,88 € an die Nebenklägerin verurteilt. Hiergegen richtet sich die auf die Rügen der Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützte Revision der Nebenklägerin. Das Rechtsmittel ist unzulässig.

Der Generalbundesanwalt hat hierzu in seiner Antragsschrift ausgeführt:

"Mit ihrer Revision erstrebt die Nebenklägerin eine Verurteilung des Angeklagten wegen versuchter Vergewaltigung. Das Rechtsmittel ist unzulässig.

Gemäß § 400 Abs. 1 StPO kann der Nebenkläger das Urteil nicht mit dem Ziel anfechten, dass eine andere Rechtsfolge der Tat verhängt wird. So liegt der Fall jedoch hier, denn die Nebenklägerin begehrt nicht die Anwendung eines Qualifikationstatbestandes, sondern lediglich einer anderen - hinsichtlich der Mindeststrafe höheren - Strafzumessungsvorschrift, denn auch nach der Neufassung des § 177 StGB durch das Fünfzigste Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuchs - Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung vom 4. November 2016 (BGBI. I 2460 ff.) handelt es sich bei § 177 Abs. 6 Satz 1, Satz 2 Nr. 1 StGB - nicht anders als bei § 177 Abs. 2 Satz 1, Satz 2 Nr. 1 StGB aF - um eine Strafzumessungsregel (vgl. Fischer, StGB, 64. Aufl., § 177 Rn. 129). Etwas anderes gilt nicht deshalb, weil das hier in Betracht kommende Regelbeispiel eine eigene Bezeichnung ("Vergewaltigung" statt "sexuelle Nötigung") hat. Im Verhältnis von sexueller Nötigung zu Vergewaltigung handelt es sich nämlich nicht um eine Frage des Schuldspruchs im rechtstechnischen Sinne, sondern um eine Frage der Fassung der Urteilsformel gemäß § 260 Abs. 4 Satz 1 und 2 StPO, in der ausnahmsweise die Begehung eines Regelbeispiels für einen besonders schweren Fall der (versuchten) sexuellen Nötigung zum Ausdruck kommen soll (vgl. BGH, Beschluss vom 3. Juli 2003 - 2 StR 173/03, NStZ-RR 2003, 306; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 60. Aufl., § 400 Rn. 3a)."

Dem stimmt der Senat zu.

Die Kostenentscheidung folgt aus § 473 Abs. 1 StPO (vgl. Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 60. Aufl., § 473 Rn. 10a).

Becker

Schäfer

Gericke

Tiemann

Hoch