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4 StR 370/18 ECLI:DE:BGH:2019:170119B4STR370.18.0 KI-generiert

Inadmissibility of procedural objections to video evidence due to inconsistent litigation conduct and failure to disclose prior consent

Geschäftsnummer 4 StR 370/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice dismissed the defendant's appeal, leaving the Frankfurt (Oder) Regional Court’s conviction and sentence, which included a life imprisonment term and the retained order of preventive detention under § 66a StGB, intact. The case involved a criminal appeal challenging the admissibility of "dashcam" video evidence and the sufficiency of the trial court's fact-finding. The court ruled that the procedural objections regarding the video evidence were inadmissible because the defense failed to disclose that it had previously requested expert analysis of the footage without objection, thereby consenting to its use, and because raising an inadmissibility defense contradicted the defense's own attempt to use the same evidence for exculpatory purposes. Additionally, the court found the objection regarding insufficient investigation inadmissible as a violation of § 244 StPO because the appellant failed to specify particular facts that the trial court was obligated to investigate, citing instead only general proof targets.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 66a StGB; Inadmissibility of procedural objections to video evidence due to inconsistent litigation conduct and failure to disclose prior consent: The case involved a criminal appeal challenging the admissibility of "dashcam" video evidence and the sufficiency of the trial court's fact-finding. The court ruled that the procedural objections regarding the video evidence were inadmissible because the defense failed to disclose that it had previously requested expert analysis of the footage without objection, thereby consenting to its use, and because raising an inadmissibility defense contradicted the defense's own attempt to use the same evidence for exculpatory purposes. Additionally, the court found the objection regarding insufficient investigation inadmissible as a violation of § 244 StPO because the appellant failed to specify particular facts that the trial court was obligated to investigate, citing instead only general proof targets.

Schlagwörter

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Verfahrensrügen Entlastungsbeweis Vorleben Versuch im Strafrecht Haftstrafe E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Main ground for the dismissal of the appeal, stating that the review based on the revision grounds revealed no legal error to the detriment of the accused.

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Volltext

Revisionsrüge in Strafsachen: Unzulässigkeit einer Verfahrensrüge wegen Missachtung eines Beweisverwertungsverbots für einen Video-Aufzeichnung

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt (Oder) vom 2. Februar 2018 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend zu der Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

1. Der Schuldspruch und der Rechtsfolgenausspruch halten rechtlicher Nachprüfung stand; insbesondere durfte die vorbehaltene Sicherungsverwahrung nach § 66a StGB auch neben der verhängten lebenslangen Freiheitsstrafe angeordnet werden (vgl. BGH, Beschluss vom 20. November 2018 - 4 StR 168/18).

2. Die unter II. 1. und 2. der Revisionsbegründungsschrift erhobenen Verfahrensrügen, mit denen die Revision eine Unverwertbarkeit der sogenannten Dashcam-Aufzeichnungen geltend macht, sind bereits unzulässig.

Denn zum einen unterlässt es die Revision, im Rahmen dieser Verfahrensbeanstandungen vorzutragen, dass die Verteidigung nach anfänglichem Widerspruch gegen die Verwertung des Videos im weiteren Verlauf der Hauptverhandlung in einem Beweisantrag auf Einholung eines weiteren Sachverständigengutachtens auf Standbilder aus dem - von ihr mit graphischen Symbolen bearbeiteten - Video und dessen Inaugenscheinnahme Bezug genommen hat, woraufhin das Video - nunmehr ohne Widerspruch seitens der Verteidigung - in der Hauptverhandlung erneut in Augenschein genommen wurde; die Mitteilung dieses Prozessgeschehens wäre aber zur Prüfung der Verfahrensrügen, insbesondere im Hinblick auf eine etwaige konkludente Rücknahme des anfänglichen Verwertungswiderspruchs sowie mit Blick auf eine gegebenenfalls zu treffende Abwägungsentscheidung, erforderlich gewesen.

Die Unzulässigkeit der beiden Verfahrensbeanstandungen ergibt sich zudem unter dem Gesichtspunkt widersprüchlichen Prozessverhaltens; denn die Geltendmachung eines Verwertungsverbotes ist unvereinbar damit, dass die Verteidigung - zur Entlastung des Angeklagten - selbst auf eine erneute Auswertung der Kameraaufzeichnungen in der Hauptverhandlung hingewirkt hat (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Februar 2000 - 2 StR 514/99, BGHR StPO § 344 Abs. 2 Satz 2 Missbrauch 1).

3. Die unter II. 5. der Revisionsbegründung erhobene Verfahrensbeanstandung ist als Aufklärungsrüge unzulässig, weil die Revision nicht ausreichend konkret Tatsachen benennt, welche das Landgericht zu ermitteln unterlassen habe (vgl. BGH, Beschluss vom 27. April 2017 - 4 StR 609/16; KK-StPO/Krehl, 7. Aufl., § 244 Rn. 218; Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 61. Aufl., § 244 Rn. 102). Bereits in dem der Rüge zugrunde liegenden, von der Strafkammer abgelehnten Antrag auf Einholung eines verkehrspsychologischen Sachverständigengutachtens werden keine bestimmten Beweistatsachen, sondern lediglich Beweisziele bezeichnet. Auch durch das weitere Revisionsvorbringen werden keine konkreten Tatsachen benannt.

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