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III ZR 63/17 ECLI:DE:BGH:2017:290617BIIIZR63.17.0 KI-generiert

Eligibility for court-appointed counsel under § 78b ZPO following termination of mandate due to disagreement on legal strategy

Geschäftsnummer III ZR 63/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) rejected the plaintiff's motion for the appointment of a court-appointed lawyer and dismissed her complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the lower court's judgment and ordering the plaintiff to bear the procedural costs. The dispute arose in a civil procedure where the plaintiff, after her retained counsel filed a complaint against the non-admission of revision that she found unsatisfactory in content, terminated the mandate and subsequently sought a court-appointed substitute to supplement the reasoning within the statutory deadline. The court held that under § 78b ZPO, the appointment of a court-appointed lawyer following the termination of a mandate is only available if the party is not at fault for the breakdown; differences over the content of the legal reasoning and the late timing of the request, which occurred after the deadline had passed, did not justify the appointment. Furthermore, the complaint against the non-admission of revision was deemed unfounded as the case lacked fundamental legal significance, did not require the development of law, and did not necessitate a decision to ensure uniform jurisprudence pursuant to § 543 Abs. 2 ZPO.

Legislator-Regeste

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§ 97 Abs. 1 ZPO, § 78b Abs. 1 ZPO, § 78b ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO; Eligibility for court-appointed counsel under § 78b ZPO following termination of mandate due to disagreement on legal strategy: The dispute arose in a civil procedure where the plaintiff, after her retained counsel filed a complaint against the non-admission of revision that she found unsatisfactory in content, terminated the mandate and subsequently sought a court-appointed substitute to supplement the reasoning within the statutory deadline. The court held that under § 78b ZPO, the appointment of a court-appointed lawyer following the termination of a mandate is only available if the party is not at fault for the breakdown; differences over the content of the legal reasoning and the late timing of the request, which occurred after the deadline had passed, did not justify the appointment. Furthermore, the complaint against the non-admission of revision was deemed unfounded as the case lacked fundamental legal significance, did not require the development of law, and did not necessitate a decision to ensure uniform jurisprudence pursuant to § 543 Abs. 2 ZPO.

Schlagwörter

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unentgeltliche Rechtsverbeiständung Beendigung des Auftrags Revision eines Entscheids Ernennungsverfahren gesetzliche Verfahrensfrist Zivilrechtsstreitigkeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 Abs. 1 ZPO

Basis for ordering the plaintiff to bear the costs of the complaint proceedings.

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Volltext

Bestellung eines Notanwalts im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren: Parteiverschulden bei Mandatsniederlegung wegen Differenzen mit dem beauftragten Rechtsanwalt über den Inhalt der Beschwerdebegründung

[TENOR]

Der Antrag der Klägerin, ihr einen Notanwalt zur Wahrung ihrer Rechte im Verfahren über die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Beschluss des 6. Zivilsenats des Pfälzischen Oberlandesgerichts Zweibrücken vom 9. Januar 2017 - 6 U 12/15 - beizuordnen, wird abgelehnt.

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem vorbezeichneten Beschluss wird zurückgewiesen.

Die Klägerin hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: bis 80.000 €

[GRUENDE]

I. Der Antrag der Klägerin auf Bestellung eines Notanwalts ist unbegründet.

Nach § 78b Abs. 1 ZPO kann einer Partei ein Rechtsanwalt beigeordnet werden, wenn sie einen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt nicht findet und die Rechtsverfolgung nicht mutwillig oder aussichtslos erscheint. Hat die Partei - wie hier - zunächst einen zu ihrer Vertretung bereiten Rechtsanwalt gefunden und mandatiert, kommt im Falle der späteren Mandatsniederlegung die Bestellung eines Notanwalts nur in Betracht, wenn die Partei die Beendigung des Mandats nicht zu vertreten hat (vgl. Senat, Beschlüsse vom 29. September 2016 - III ZR 102/16, BeckRS 2016, 19301 Rn. 6 und vom 18. Dezember 2013 - III ZR 122/13, NJW-RR 2014, 378 Rn. 9 mwN).

Diese Voraussetzungen liegen nicht vor. Die Klägerin hatte einen zu ihrer Vertretung bereiten, am Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt gefunden. Dieser hat sowohl fristgerecht Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt als auch diese rechtzeitig begründet. Die von der Klägerin dargelegten Differenzen zwischen ihr und dem Rechtsanwalt über den Inhalt der Beschwerdebegründung und die Mandatsniederlegung, die erfolgte, nachdem der Rechtsanwalt fristgerecht eine - den Vorstellungen der Klägerin nicht entsprechende - Beschwerdebegründung eingereicht hatte und die Klägerin dem nachfolgend die Beiordnung eines Notanwalts zum Zwecke der Ergänzung der Begründung beantragt hatte, rechtfertigen die Bestellung eines Notanwalts nicht. Mit dem Ziel, die Einreichung einer inhaltlich den Vorstellungen des Beschwerdeführers entsprechenden Beschwerdebegründung zu erreichen, kann die Bestellung eines Notanwalts nach § 78b ZPO nicht verlangt werden (Senat, Beschluss vom 18. Dezember 2013, aaO Rn. 12), abgesehen davon, dass hier zum Zeitpunkt des Antrags die Begründungsfrist sowieso bereits abgelaufen war.

II. Die zulässige Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin ist unbegründet, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Seiters

Reiter

Liebert

Pohl

Arend