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1 StR 253/22 ECLI:DE:BGH:2023:070223B1STR253.22.0 KI-generiert

Failed plea bargain: no binding effect or legitimate expectation under German criminal procedure

Geschäftsnummer 1 StR 253/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the defendant's appeal, upholding the lower court's judgment and ordering the defendant to bear the legal costs. The dispute centered on a procedural challenge alleging a violation of the right to a fair trial and breaches of § 257c and § 257b StPO, specifically claiming that the trial court improperly refused to allow a failed plea bargain negotiation to be concluded "properly." The court held that a failed plea bargain inherently lacks binding effect or legitimate expectation protection, and § 257b StPO merely regulates transparent communication elements for procedural efficiency without guaranteeing a consensual case resolution; consequently, the defendant’s right to speak during the subsequent trial was sufficient, and the argument that the court lacked proper opportunity to reach an agreement was legally unfounded.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 257c Abs. 3 StPO, § 257b StPO; Failed plea bargain: no binding effect or legitimate expectation under German criminal procedure: The dispute centered on a procedural challenge alleging a violation of the right to a fair trial and breaches of § 257c and § 257b StPO, specifically claiming that the trial court improperly refused to allow a failed plea bargain negotiation to be concluded "properly." The court held that a failed plea bargain inherently lacks binding effect or legitimate expectation protection, and § 257b StPO merely regulates transparent communication elements for procedural efficiency without guaranteeing a consensual case resolution; consequently, the defendant’s right to speak during the subsequent trial was sufficient, and the argument that the court lacked proper opportunity to reach an agreement was legally unfounded.

Schlagwörter

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Anspruch auf ein faires Verfahren Verletzung von Verfahrensrechten Verfahrensgarantie E-Justice Vertrauensschutz Wirkungen des Urteils

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Basis for dismissing the appeal as unfounded.

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Volltext

Verletzung des Rechts auf faires Verfahren bei gescheiterter Verständigung

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Halle (Saale) vom 20. Januar 2022 wird als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Zum Gegenstand einer Verfahrensrüge hat die Revision unter anderem einen Verstoß gegen § 257c Abs. 3 StPO bzw. gegen das Recht auf ein faires Verfahren gemacht. Ein verfahrensfehlerhaftes Vorgehen des Landgerichts sieht sie darin, dass dieses dem Angeklagten verwehrt habe, eine gescheiterte Verständigung „ordnungsgemäß zu Ende“ zu bringen. Auf die zutreffenden Ausführungen des Generalbundesanwalts hierzu hat sie erwidert, der vorgetragene Verfahrensablauf belege – jedenfalls – eine Verletzung des § 257b StPO. Die Rüge ist ungeachtet ihrer Angriffsrichtung unbegründet. Eine gescheiterte Verständigung kann von vornherein weder Bindungswirkung noch Vertrauensschutz begründen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 3. Februar 2022 – 4 StR 434/21 und vom 6. Februar 2018 – 1 StR 606/17 Rn. 15 f.; Urteile vom 13. März 2019 – 1 StR 424/18 Rn. 28 und vom 25. Juli 2017 – 5 StR 176/17 Rn. 8). Eine weitergehende Rechtsposition gewährt auch § 257b StPO nicht. Die Vorschrift beschränkt sich auf kommunikative Elemente, die der Transparenz und Verfahrensförderung dienen, aber nicht auf eine einvernehmliche Verfahrenserledigung gerichtet sind (vgl. BT-Drucks. 16/12310, S. 13). Es kommt daher nicht darauf an, dass der Angeklagte ausweislich des Rügevorbringens im weiteren Verlauf der Hauptverhandlung vielfach die Gelegenheit zur Äußerung gehabt und diese auch genutzt hat. Ebenso kann dahinstehen, ob die Revision mit der Replik die Angriffsrichtung ihrer Verfahrensrüge mit der Folge geändert hat, dass diese unzulässig wäre (vgl. BGH, Urteil vom 5. Juli 2017 – 2 StR 526/15 Rn. 14 mwN).

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