Rape aggravation under § 177 Abs. 6 Satz 2 Nr. 1 StGB: Applicability of the statutory example to co-perpetrators who facilitate but do not personally execute the sexual act
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (5th Criminal Senate) dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the conviction and confirming that the co-defendant who physically completed the sexual act is liable for the aggravated statutory example of rape, while the appellant, who held the victim to enable the act, also meets the requirements for this aggravation. The dispute centered on whether the statutory example of rape under § 177 Abs. 6 Satz 2 Nr. 1 StGB requires the specific co-perpetrator being prosecuted to personally execute the sexual intercourse or if it suffices that they facilitated it through another co-perpetrator. Relying on the legislative intent behind the 2016 amendment to § 177 StGB, which expanded the term "vollziehen" to include "vollziehen lässt" (letting take place), the court held that the requirement for personal execution applies only to the perpetrator's own sexual acts, not to acts committed by a co-perpetrator that the defendant enabled; thus, the appellant’s role in restraining the victim constituted a sufficient basis for the aggravated offense under the current legal framework.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 177 Abs. 6 Satz 2 Nr. 1 StGB, § 177 StGB, § 177 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 StGB; Rape aggravation under § 177 Abs. 6 Satz 2 Nr. 1 StGB: Applicability of the statutory example to co-perpetrators who facilitate but do not personally execute the sexual act: The dispute centered on whether the statutory example of rape under § 177 Abs. 6 Satz 2 Nr. 1 StGB requires the specific co-perpetrator being prosecuted to personally execute the sexual intercourse or if it suffices that they facilitated it through another co-perpetrator. Relying on the legislative intent behind the 2016 amendment to § 177 StGB, which expanded the term "vollziehen" to include "vollziehen lässt" (letting take place), the court held that the requirement for personal execution applies only to the perpetrator's own sexual acts, not to acts committed by a co-perpetrator that the defendant enabled; thus, the appellant’s role in restraining the victim constituted a sufficient basis for the aggravated offense under the current legal framework.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Vergewaltigung: Erfordernis einer eigenhändigen Verwirklichung bei Mittäterschaft
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 28. März 2018 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:
Das Landgericht hat zu Recht (auch) die Voraussetzungen des Regelbeispiels des § 177 Abs. 6 Satz 2 Nr. 1 StGB bejaht. Zwar hat nur der nicht revidierende Mitangeklagte den Beischlaf mit der Geschädigten vollzogen, während der Angeklagte diese zur Ermöglichung der Vergewaltigung festhielt. Seit der Neufassung des § 177 StGB durch das 50. Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches vom 4. November 2016 (BGBl. I S. 2460) genügt es aber, dass der Täter den Beischlaf mit dem Opfer „vollziehen lässt“. Durch diese Erweiterung des Tatbestandes sollten - „zusätzlich“ zu den schon bisher unter Strafe gestellten sexuellen Handlungen des Täters selbst (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 22. April 1999 - 4 StR 3/99, BGHR StGB § 177 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Mittäter 1) - der Beischlaf oder ähnliche sexuelle Handlungen erfasst werden, die „das Opfer an einem Dritten ... vornimmt“ (vgl. BT-Drucks. 18/9097, S. 28). Trotz der sprachlichen Ungenauigkeit folgt daraus, dass anders als nach § 177 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 StGB aF das Regelbeispiel der Vergewaltigung im Sinne des § 177 Abs. 6 Satz 2 Nr. 1 StGB nach dem Willen des Gesetzgebers keine eigenhändige Verwirklichung voraussetzt. Es genügt, wenn - wie hier - ein Mittäter den Beischlaf mit dem Opfer vollzieht (vgl. MüKo-StGB/Renzikowski, 3. Aufl., § 177 Rn. 144; BeckOK-StGB/Ziegler, Stand 1. Januar 2018, § 177 Rn. 48; Burhoff StRR 2017, Heft 4, S. 6, 8; so schon zum früheren Recht NK-Frommel, StGB, 5. Aufl., § 177 Rn. 61, 120; aA - jedoch jeweils ohne erkennbare Auseinandersetzung mit der geänderten Gesetzeslage - Fischer, StGB, 65. Aufl., § 177 Rn. 156, SK-StGB/Wolters/Noltenius, 9. Aufl., § 177 Rn. 96). Der Gesetzgeber hat mit dieser Änderung in der Sache den gemäß § 177 StGB in der Fassung des Vierten Gesetzes zur Reform des Strafrechts vom 23. November 1973 (BGBl. I S. 1725) geltenden Rechtszustand wiederhergestellt, wonach sich das für eine Vergewaltigung erforderliche tatbestandsmäßige Verhalten auf eine Handlung beschränken konnte (wie etwa hier auf eine Nötigung durch Gewalt), die einem anderen den Beischlaf ermöglicht (vgl. BGH, Urteil vom 7. Juni 1977 - 1 StR 273/77, BGHSt 27, 205, 206).
Sander
König
RiBGH Dr. Berger isturlaubsbedingt an derUnterschrift gehindert.
Sander
Mosbacher
RiBGH Köhler isturlaubsbedingt an derUnterschrift gehindert.
Sander