Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
XII ZB 500/17 ECLI:DE:BGH:2018:170118BXIIZB500.17.1 KI-generiert

Notanwalt appointment in guardianship: substantiation of diligent lawyer search and non-attributability of mandate termination

Geschäftsnummer XII ZB 500/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Civil Procedure (BGH) dismissed the appeals as unfounded due to the failure to file reasoned arguments within the extended deadline and denied the applications by two further parties for the appointment of a public defender (Notanwalt) in this guardianship matter. The dispute concerned the procedural requirements for obtaining legal representation in a guardianship case, where the fourth party had previously retained and then lost a lawyer, and the fifth party attempted to file a public defender application after the standard one-month limitation period for lodging the appeal had expired. Relying on §§ 71(2), 74(1) FamFG and § 10(4) sentence 3 FamFG in conjunction with § 78b ZPO, the court held that the fourth party failed to substantiate that the termination of their prior mandate was not attributable to them, and that the fifth party’s application was rejected because the intended litigation was devoid of prospects of success due to the missed statutory deadline for the initial appeal filing.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 10 Abs. 4 Satz 3 FamFG, §§ 71 Abs. 2, 74 Abs. 1 FamFG; Notanwalt appointment in guardianship: substantiation of diligent lawyer search and non-attributability of mandate termination: The dispute concerned the procedural requirements for obtaining legal representation in a guardianship case, where the fourth party had previously retained and then lost a lawyer, and the fifth party attempted to file a public defender application after the standard one-month limitation period for lodging the appeal had expired. Relying on §§ 71(2), 74(1) FamFG and § 10(4) sentence 3 FamFG in conjunction with § 78b ZPO, the court held that the fourth party failed to substantiate that the termination of their prior mandate was not attributable to them, and that the fifth party’s application was rejected because the intended litigation was devoid of prospects of success due to the missed statutory deadline for the initial appeal filing.

Schlagwörter

KI-generiert
vormundschaftliche Angelegenheit Ernennungsverfahren gesetzliche Verfahrensfrist gesetzliche Vertretung Beendigung des Auftrags Zivilprozessverfahren
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§§ 71 Abs. 2, 74 Abs. 1 FamFG

Provisions cited in the dispositive to reject the appeal because it was not reasoned within the extended deadline.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Betreuungssache: Voraussetzungen der Bestellung eines Notanwalts

[TENOR]

Die Rechtsbeschwerde der weiteren Beteiligten zu 4 gegen den Beschluss der 3. Zivilkammer des Landgerichts Ulm vom 9. August 2017 wird verworfen, weil sie nicht innerhalb der bis zum 27. Dezember 2017 verlängerten Frist begründet worden ist, §§ 71 Abs. 2, 74 Abs. 1 FamFG.

Das Verfahren der Rechtsbeschwerde ist gerichtskostenfrei. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

Die Anträge der weiteren Beteiligten zu 4 und 5 auf Beiordnung eines Notanwalts werden zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Die Anträge auf Bestellung eines Notanwalts gemäß § 10 Abs. 4 Satz 3 FamFG in Verbindung mit § 78 b ZPO haben keinen Erfolg.

I. Die Beteiligte zu 4 hat keine hinreichenden Gründe vorgetragen, die die Beiordnung eines Notanwalts rechtfertigen könnten.

Die Voraussetzungen hierfür sind - unbeschadet des Vorliegens der Erfolgsaussicht und des Fehlens von Mutwilligkeit - nur erfüllt, wenn der Beteiligte zumutbare Anstrengungen unternommen und seine vergeblichen Bemühungen, einen zu seiner Vertretung bereiten Rechtsanwalt zu finden, dem Gericht substantiiert dargelegt sowie gegebenenfalls nachgewiesen hat. Hat der Beteiligte - wie hier - zunächst einen zu seiner Vertretung bereiten Rechtsanwalt mandatiert, kommt im Fall der späteren Mandatsniederlegung die Bestellung eines Notanwalts nur dann in Betracht, wenn der Beteiligte die Beendigung des Mandats nicht zu vertreten hat. Das hat der Beteiligte ebenfalls darzulegen (vgl. BGH Beschluss vom 18. Dezember 2013 - III ZR 122/13 - NJW-RR 2014, 378 Rn. 9).

Hierzu hat die Beteiligte zu 4 indes nichts vorgetragen.

II. Der Notanwaltsantrag des Beteiligten zu 5 ist zurückzuweisen, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung aussichtslos erscheint (vgl. Senatsbeschluss vom 12. September 2012 - XII ZB 18/12 - FamRZ 2012, 1865 Rn. 3 mwN). Anders als die Beteiligte zu 4 hat der Beteiligte zu 5 innerhalb der Monatsfrist keine Rechtsbeschwerde eingelegt. Sein Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts ist zwar noch innerhalb der verlängerten Begründungsfrist beim Bundesgerichtshof eingegangen, aber deutlich nach Ablauf der einmonatigen Rechtsbeschwerdefrist, die am 23. August 2017 zu laufen begann.

Dose

Schilling

Günter

Botur

Krüger