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1 StR 446/19 ECLI:DE:BGH:2020:140120B1STR446.19.0 KI-generiert

VAT Evasion: Sufficiency of Evidence on Intent Negating Procedural Error in Late Evidentiary Rulings

Geschäftsnummer 1 StR 446/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) 1st Criminal Senate dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the conviction from the Marburg District Court and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The case involved a dispute regarding value-added tax (VAT) evasion, where the defendant challenged a procedural error alleged to have violated § 244(6) sentence 1 and 2 of the Code of Criminal Procedure (StPO) by the trial court's failure to decide on late-filed evidentiary requests via order, instead addressing them in the final judgment. The BGH held that the appeal was irrelevant because the remaining body of evidence, including the defendant's admissions, witness testimony, and tax documents, was overwhelming and sufficient to prove guilt; the omitted procedural step did not cast doubt on the findings of fact regarding the defendant's contribution to the offense or their intent. While the late requests touched upon the scope of culpability—specifically the defendant's mistaken belief that no damage occurred to the tax authority because the VAT was paid through alternative means—this error regarding the resulting damage had already been correctly considered by the lower court as a mitigating factor in sentencing.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 244 Abs. 6 Satz 2 StPO, § 244 Abs. 6 Satz 1 StPO; VAT Evasion: Sufficiency of Evidence on Intent Negating Procedural Error in Late Evidentiary Rulings: The case involved a dispute regarding value-added tax (VAT) evasion, where the defendant challenged a procedural error alleged to have violated § 244(6) sentence 1 and 2 of the Code of Criminal Procedure (StPO) by the trial court's failure to decide on late-filed evidentiary requests via order, instead addressing them in the final judgment. The BGH held that the appeal was irrelevant because the remaining body of evidence, including the defendant's admissions, witness testimony, and tax documents, was overwhelming and sufficient to prove guilt; the omitted procedural step did not cast doubt on the findings of fact regarding the defendant's contribution to the offense or their intent. While the late requests touched upon the scope of culpability—specifically the defendant's mistaken belief that no damage occurred to the tax authority because the VAT was paid through alternative means—this error regarding the resulting damage had already been correctly considered by the lower court as a mitigating factor in sentencing.

Schlagwörter

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Steuerhinterziehung MWSt = Mehrwertsteuer Sachbeschädigung Beweiswürdigung und Beweiskraft Strafprozessordnung fehlerhafte Strafzumessung
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

The legal basis explicitly cited in the dispositive for dismissing the revision as unfounded.

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Volltext

Umsatzsteuerhinterziehung: Strafmilderung bei Irrtum über den entstandenen Schaden

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Marburg vom 8. April 2019 wird als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Der Erörterung bedarf nur das Folgende:

Es kann dahingestellt bleiben, ob das Landgericht eine Frist zum Anbringen von Beweisanträgen (§ 244 Abs. 6 Satz 2 StPO) setzen und von einer Bescheidung der nach Fristablauf gestellten Anträge durch Beschluss (§ 244 Abs. 6 Satz 1 StPO) absehen, diese also erst im Urteil bescheiden durfte, oder ob sich dieses Vorgehen des Landgerichts als verfahrensfehlerhaft erweist. Das Urteil würde auf einer etwaigen Verletzung des § 244 Abs. 6 Satz 1 StPO jedenfalls nicht beruhen.

Der Senat kann aufgrund der unter anderem auf maßgebliche Teile der Einlassung des Angeklagten als auch auf die Aussage des Zeugen B. und die verlesenen Urkunden - insbesondere die unterschiedlichen Versionen der Steuererklärungen für die einzelnen Veranlagungszeiträume, die hierzu passenden Scheinrechnungen und den sonstigen Inhalt der Handakte des verstorbenen Mitangeklagten H. - gestützten Beweiswürdigung des Landgerichts und der danach insgesamt erdrückenden Beweislage ausschließen, dass die Strafkammer zu einer anderen Überzeugung und damit einer anderen Entscheidung gelangt wäre, wenn sie über die nach Fristablauf gestellten Anträge auf Vernehmung des Zeugen C. und auf Verlesung des von diesem ausgestellten Attests in der Hauptverhandlung durch Beschluss entschieden hätte und damit der Verteidigung die Möglichkeit eröffnet gewesen wäre, auf die Ablehnung der Anträge zu reagieren (vgl. BGH, Urteil vom 8. Dezember 2011 - 4 StR 500/11 Rn. 12 f.; Beschluss vom 11. Februar 2003 - 5 StR 573/02 Rn. 2). Die erst im Urteil beschiedenen Anträge stellen ebenso wenig wie das diesbezügliche Revisionsvorbringen die getroffenen Feststellungen zum Tatbeitrag und zum Vorsatz des Angeklagten beziehungsweise die hieraus vom Landgericht gezogenen Schlüsse infrage, sondern berühren lediglich den Schuldumfang (insbesondere die auf der Täuschung durch den früheren Mitangeklagten beruhende Annahme des Angeklagten, dem Fiskus entstehe durch die unrichtigen Umsatzsteuererklärungen kein Schaden, weil die Umsatzsteuer auf anderem Wege beglichen werde). Dieser Gesichtspunkt wurde vom Landgericht zutreffend strafmildernd bei der Strafzumessung berücksichtigt.

Raum

Jäger

Hohoff

Leplow

Pernice