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1 StR 165/19 ECLI:DE:BGH:2024:020424B1STR165.19.1 KI-generiert

Pauschgebühr precluded by prior claim of double maximum defense fee under § 14 Abs. 1 Satz 1 RVG

Geschäftsnummer 1 StR 165/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Revisions of the Federal Republic of Germany denied the application for the determination of a lump-sum fee (Pauschgebühr) for the revision proceedings. The dispute concerned the attorney's request for a special fee of €2,200 under § 42 RVG, claiming the revision case involved particular scope and difficulty, which the representative of the federal treasury contested. The court ruled the application inadmissible because the attorney had previously claimed the double maximum fee for defense attorneys in a cost determination application without reserving the right to claim a lump-sum fee, thereby exhausting their right to determine the fee type under § 14 Abs. 1 Satz 1 RVG, making a subsequent change impermissible under § 315 Abs. 2 and § 130 Abs. 1 BGB. Additionally, the court found that the claim would have failed on the merits because the defendant's acquittal in the first instance and the defense attorney's lack of participation in the main hearing did not demonstrate the necessary particular complexity or scope to justify the elevated fee under Nr. 4130 VV-RVG.

Legislator-Regeste

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§ 42 RVG, § 42 Abs. 1 Satz 5 RVG, § 14 Abs. 1 Satz 1 RVG, § 130 Abs. 1 BGB; Pauschgebühr precluded by prior claim of double maximum defense fee under § 14 Abs. 1 Satz 1 RVG: Der Antragsteller hat wegen des besonderen Umfangs und der besonderen Schwierigkeit seiner Tätigkeit am 18. März 2022 gemäß § 42 RVG eine Pauschgebühr in Höhe von 2.200 € für das Revisionsverfahren beantragt. Die Vertreterin der Bundeskasse tritt dem Antrag entgegen.

Schlagwörter

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Verteidigungskosten strafrechtliches Revisionsverfahren Gebührenfestsetzung Komplexität des Verfahrens Kostenvorschuss Revisionsgesuch

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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3 StR 86/16
Threshold of significant danger to public safety for criminal association under § 129 StGB regarding graffiti, assembly violations, and insults
1 ARs 8/14
November 2015 – 1 ARs 8/14 Rn.
1 ARs 48/09
Juli 2011 – 1 ARs 48/09 Rn.
1 ARs 46/08
Juli 2008 – 1 ARs 46/08 Rn.
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Volltext

Geltendmachung einer Pauschgebühr nach vorheriger Geltendmachung einer doppelten Wahlverteidigerhöchstgebühr

[TENOR]

Der Antrag auf Feststellung einer Pauschgebühr für das Revisionsverfahren wird zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Der Antragsteller hat wegen des besonderen Umfangs und der besonderen Schwierigkeit seiner Tätigkeit am 18. März 2022 gemäß § 42 RVG eine Pauschgebühr in Höhe von 2.200 € für das Revisionsverfahren beantragt. Die Vertreterin der Bundeskasse tritt dem Antrag entgegen.

Der Antrag, über den der Senat in einer Spruchgruppe mit fünf Bundesrichterinnen und -richtern zu entscheiden hat (§ 42 Abs. 1 Satz 5 RVG; BGH, Beschluss vom 3. November 2021 – 3 StR 86/16 Rn. 3), ist bereits unzulässig. Denn der Antragsteller hat sich dadurch gebunden, dass er am 15. Oktober 2021 in seinem Kostenfestsetzungsantrag jeweils die „doppelte Wahlverteidigerhöchstgebühr“ geltend gemacht hat, ohne sich eine Pauschgebühr vorzubehalten. Damit hat der Verteidiger sein Bestimmungsrecht nach § 14 Abs. 1 Satz 1 RVG wirksam ausgeübt und ist mit einer Pauschgebühr ausgeschlossen (vgl. § 315 Abs. 2, § 130 Abs. 1 BGB; OLG Nürnberg, Beschluss vom 7. Oktober 2022 – AR 28/22 bezüglich der für das erstinstanzliche Verfahren in dieser Strafsache geltend gemachten Pauschgebühr; Thüringer OLG, Beschluss vom 21. Mai 2021 – (S) AR 104/20 Rn. 18, 20; KG, Beschlüsse vom 5. November 2015 – 1 ARs 8/14 Rn. 7 und vom 25. Juli 2011 – 1 ARs 48/09 Rn. 2; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 19. Oktober 2012 – III-3 RVGs 48/11 Rn. 13; OLG Bamberg, Beschluss vom 17. Januar 2011 – 2 AR 24/10 Rn. 7, 10; OLG Celle, Beschluss vom 29. Juli 2008 – 1 ARs 46/08 Rn. 6).

Auch in der Sache hätte der Antrag keinen Erfolg gehabt. Der vormals Angeklagte war bereits in erster Instanz freigesprochen worden. Die Tätigkeit des Wahlverteidigers, der nicht an der Hauptverhandlung teilgenommen hat, in der Revisionsinstanz lässt nicht erkennen, dass die hierfür von Nr. 4130 VV-RVG vorgesehene Gebühr angesichts eines besonderen Umfangs oder einer besonderen Schwierigkeit unzumutbar wäre.

Jäger

Fischer

Wimmer

Leplow

Munk