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5 StR 363/22 ECLI:DE:BGH:2023:170123B5STR363.22.0 KI-generiert

Aggravated sexual abuse of a child: subsumption of instigation under joint perpetration under § 176a(2) No. 2 StGB

Geschäftsnummer 5 StR 363/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant's revision, amending the Landgericht Zwickau's conviction in case II.2.d) to specifically include aggravated sexual abuse of a child due to joint perpetration, while rejecting further claims and upholding the total custodial sentence of five years and six months; the defendant bears the costs. The dispute concerned the legal classification of the defendant's act of instructing a co-accused and the victim to engage in mutual oral sex, where the lower court had previously convicted for sexual abuse with instigation to sexual abuse. The decisive legal basis involved § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB (aggravated sexual abuse of a child, joint perpetration) and § 176 Abs. 1, 26 StGB (sexual abuse with instigation), where the BGH determined that the instigation lacked independent unlawful content beyond the aggravated offense and was thus subsumed under the heavier qualification under § 176a, modifying the judgment under § 354 Abs. 1 StPO without altering the sentencing due to the non-influence on the scope of guilt.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB, § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB, § 176 Abs. 2 StGB, § 176a Abs. 1 Nr. 2 StGB, § 354 Abs. 1 StPO; Aggravated sexual abuse of a child: subsumption of instigation under joint perpetration under § 176a(2) No. 2 StGB: The dispute concerned the legal classification of the defendant's act of instructing a co-accused and the victim to engage in mutual oral sex, where the lower court had previously convicted for sexual abuse with instigation to sexual abuse. The decisive legal basis involved § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB (aggravated sexual abuse of a child, joint perpetration) and § 176 Abs. 1, 26 StGB (sexual abuse with instigation), where the BGH determined that the instigation lacked independent unlawful content beyond the aggravated offense and was thus subsumed under the heavier qualification under § 176a, modifying the judgment under § 354 Abs. 1 StPO without altering the sentencing due to the non-influence on the scope of guilt.

Schlagwörter

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sexueller Missbrauch schwerer Fall Anstiftung Freiheitsstrafe Urteilsdispositiv Mittäterschaft

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the operative part to indicate that the revision is unfounded in its further parts and therefore dismissed.

§ 354 Abs. 1 StPO

Cited as the legal basis for amending the conviction (Schuldspruch) to reflect the correct qualification of the offense.

§ 337 Abs. 1 StPO

Applied in the operative part to confirm that the sentencing remains undisturbed because the appellate court could rule out that the lower court would have imposed a lighter sentence.

§ 473 Abs. 4 StPO

Cited to justify the imposition of costs on the appellant and the rejection of a cost reduction due to the limited success of the appeal.

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Volltext

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Zwickau vom 17. März 2022 im Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte im Fall II.2.d) der Urteilsgründe wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilt ist.

Die weitergehende Revision wird verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in drei Fällen, in einem Fall in Tateinheit mit Anstiftung zum sexuellen Missbrauch eines Kindes [(Fall II.2.d)], und wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in einem Fall zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Die auf die Rügen der Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat mit der Sachrüge den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg und ist im Übrigen unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

1. Der Schuldspruch im Fall II.2.d) bedarf der Korrektur. Der Generalbundesanwalt hat hierzu ausgeführt:

Die rechtliche Einordnung […] als schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes gemäß § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB in der vom 27. Januar 2015 bis 13. März 2020 geltenden Fassung (fortan: a.F.) ist rechtlich nicht zu beanstanden. Nach den Feststellungen hat der Angeklagte indes auch die Alternative des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes gemäß § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB a.F. verwirklicht. Der Angeklagte forderte die Mitangeklagte und die Nebenklägerin zum gegenseitigen Oralverkehr auf (UA S. 9). Hierdurch hat er letztere im Sinne des § 176 Abs. 2 StGB a.F. dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an der Mitangeklagten vorzunehmen und solche an sich vornehmen zu lassen. Mit diesem Bestimmungsakt hat der Angeklagte zugleich den sexuellen Missbrauch der Nebenklägerin durch die Mitangeklagte maßgeblich mitverursacht, sodass auch eine gemeinschaftliche Tatbegehung im Sinne des § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB a.F. vorliegt (vgl. BGH, Beschluss vom 22. November 2017 – 4 StR 401/17 – Rn. 5 m.w.N.). Dass sich der Angeklagte zugleich auch einer Anstiftung zum sexuellen Missbrauch eines Kindes gemäß § 176 Abs. 1, 26 StGB schuldig gemacht hat, steht dieser Bewertung nicht entgegen (vgl. BGH a.a.O.).

[…]

Das zutreffend (auch) als Anstiftung zum sexuellen Missbrauch gewertete Geschehen […] weist indes keinen gegenüber dem Qualifikationstatbestand des § 176a Abs. 1 Nr. 2 StGB a.F. selbstständig zu berücksichtigenden Unrechtsgehalt auf, der den Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung des Opfers vertieft hat (vgl. BGH, Beschluss vom 16. Dezember 2015 – 2 StR 191/15 –, juris Nr. 2). Die Strafbarkeit gemäß § 176 Abs. 1, 26 StGB a.F. tritt deswegen hinter derjenigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes nach § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB a.F. zurück.

Der Senat schließt sich den Ausführungen an und ändert den Schuldspruch entsprechend § 354 Abs. 1 StPO. Die Regelung des § 265 StPO steht nicht entgegen, weil sich der Angeklagte nicht wirksamer als geschehen hätte verteidigen können.

2. Die Aussprüche über die Einzelstrafe im Fall II.2.d) sowie über die Gesamtstrafe werden hierdurch nicht berührt, weil der Senat ausschließen kann, dass das Landgericht bei der den Schuldumfang nicht beeinflussenden zutreffenden konkurrenzrechtlichen Beurteilung zu niedrigeren Strafen gelangt wäre (§ 337 Abs. 1 StPO).

3. Der nur geringfügige Erfolg des Rechtsmittels rechtfertigt keine Kostenermäßigung (§ 473 Abs. 4 StPO).

Cirener

Köhler

Resch

von Häfen

Werner