Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
4 StR 431/19 ECLI:DE:BGH:2020:150120B4STR431.19.0 KI-generiert

Accrual date for procedural interest on adhesion claims and limits of extending a successful revision to non-revising co-defendants

Geschäftsnummer 4 StR 431/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The German Federal Court of Criminal Justice (BGH) granted a partial revision, amending the lower court's order to calculate procedural interest on Schmerzensgeld (pain and suffering) awards in the adhesion claim only from the day following the filing of the adhesion application, and supplementing the confiscation order to explicitly state joint and several liability of all defendants, while rejecting further appeals. The dispute concerned the correct start date for procedural interest in a criminal adhesion proceeding and the extension of a successful revision to non-revising co-defendants. Deciding that interest accrues under § 404(2) Sentence 2 StPO in conjunction with § 187(1) BGB applied by analogy, the court held that no extension to non-revising co-defendants was permissible under § 357 StPO because the error did not involve a violation of criminal law, and noted that the Second Criminal Senate no longer adheres to its prior divergent view on this issue.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 404 Abs. 2 Satz 2 StPO, § 187 Abs. 1 BGB, § 357 StPO; Accrual date for procedural interest on adhesion claims and limits of extending a successful revision to non-revising co-defendants: Die geltend gemachten Prozesszinsen sind erst ab dem auf die Rechtshängigkeit des Adhäsionsantrags folgenden Tag zu entrichten (vgl. § 404 Abs. 2 Satz 2 StPO in Verbindung mit § 187 Abs. 1 BGB analog; vgl. BGH, Beschlüsse vom 19. Juli 2018 - 5 StR 277/18; vom 20. März 2018 - 5 StR 52/18 und vom 2. Dezember 2015 - 4 StR 411/15). Insoweit kommt eine Aufhebungserstreckung zugunsten der nicht revidierenden Mitangeklagten nicht in Betracht. Es fehlt an der gemäß § 357 StPO erforderlichen Gesetzesverletzung bei Anwendung eines Strafgesetzes (vgl. BGH, Beschlüsse vom 7. Juli 2010 - 2 StR 100/10, NStZ-RR 2010, 337; und vom 19. November 2002 - 3 StR 395/02, BGHR StPO § 357 Erstreckung 9).

Schlagwörter

KI-generiert
strafrechtliches Revisionsverfahren Zinsenlauf prozessleitende Verfügungen Einreichungsdatum Solidarhaftung Revisionsgesuch

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
5 StR 277/18
Juli 2018 - 5 StR 277/18; vom 20.
5 StR 52/18
März 2018 - 5 StR 52/18 und vom 2.
4 StR 411/15
Dezember 2015 - 4 StR 411/15).
2 StR 100/10
Aiding Robbery: Evidentiary Requirements for Inferring Aider's Knowledge of Weapon Under § 250 StGB
3 StR 395/02
November 2002 - 3 StR 395/02, BGHR StPO § 357 Erstreckung 9).
2 StR 106/18
Oktober 2018 - 2 StR 106/18 - geäußerten abweichenden Rechtsauffassung nicht mehr festhält.
KI-generiert

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Revision im Strafverfahren: Prozesszinsen im Adhäsionsausspruch; Aufhebungserstreckung zugunsten der nicht revidierenden Mitangeklagten

[TENOR]

1. Auf die Revision der Angeklagten M. und L. wird das Urteil des Landgerichts Konstanz vom 15. März 2019

a) im Ausspruch über die Einziehung des Wertes von Taterträgen ‒ auch, soweit es die nicht revidierenden Mitangeklagten K. und Ka. betrifft ‒ dahin ergänzt, dass die Angeklagten als Gesamtschuldner haften;

b) in den Adhäsionsaussprüchen über die an die Neben- und Adhäsionskläger zu zahlenden Schmerzensgeldbeträge dahin abgeändert, dass die Angeklagten Prozesszinsen erst ab dem 14. Februar 2019 zu entrichten haben.

2. Die weiter gehenden Revisionen werden verworfen.

3. Die Angeklagten haben die Kosten ihrer Rechtsmittel und die den Neben- und Adhäsionsklägern hierdurch entstandenen Kosten und notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die geltend gemachten Prozesszinsen sind erst ab dem auf die Rechtshängigkeit des Adhäsionsantrags folgenden Tag zu entrichten (vgl. § 404 Abs. 2 Satz 2 StPO in Verbindung mit § 187 Abs. 1 BGB analog; vgl. BGH, Beschlüsse vom 19. Juli 2018 - 5 StR 277/18; vom 20. März 2018 - 5 StR 52/18 und vom 2. Dezember 2015 - 4 StR 411/15). Insoweit kommt eine Aufhebungserstreckung zugunsten der nicht revidierenden Mitangeklagten nicht in Betracht. Es fehlt an der gemäß § 357 StPO erforderlichen Gesetzesverletzung bei Anwendung eines Strafgesetzes (vgl. BGH, Beschlüsse vom 7. Juli 2010 - 2 StR 100/10, NStZ-RR 2010, 337; und vom 19. November 2002 - 3 StR 395/02, BGHR StPO § 357 Erstreckung 9).

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Anfrage mitgeteilt, dass er an seiner in seinem Beschluss vom 23. Oktober 2018 - 2 StR 106/18 - geäußerten abweichenden Rechtsauffassung nicht mehr festhält.

Sost-Scheible

Roggenbuck

Quentin

Feilcke

Bartel