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5 StR 298/22 ECLI:DE:BGH:2023:030123B5STR298.22.0 KI-generiert

Admissibility and materiality of evidence refusals under § 244 StPO in criminal revision proceedings

Geschäftsnummer 5 StR 298/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) 5th Criminal Senate rejected the defendant's appeal, upholding the Landgericht Berlin's judgment and ordering the defendant to bear the costs of the proceedings. The dispute centered on procedural errors in a criminal trial, specifically the court's refusal to read into the record a witness question sheet previously signed by a dismissed witness and the failure to rule on an alternative evidence request for a suspect's interrogation transcript. The Court found the procedural challenge inadmissible under § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO because the appellant failed to submit the required transcripts of prior statements and testimony; it further determined the secondary challenge regarding the unruled evidence request was unfounded under § 244 Abs. 3 StPO and the judicial duty to investigate facts (§ 244 Abs. 2 StPO) because the evidence was immaterial, as the lower court had already reached the same factual conclusion based on independent witness testimony.

Legislator-Regeste

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§ 248 StPO, § 244 Abs. 3 StPO, § 244 Abs. 2 StPO, § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; Admissibility and materiality of evidence refusals under § 244 StPO in criminal revision proceedings: The dispute centered on procedural errors in a criminal trial, specifically the court's refusal to read into the record a witness question sheet previously signed by a dismissed witness and the failure to rule on an alternative evidence request for a suspect's interrogation transcript. The Court found the procedural challenge inadmissible under § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO because the appellant failed to submit the required transcripts of prior statements and testimony; it further determined the secondary challenge regarding the unruled evidence request was unfounded under § 244 Abs. 3 StPO and the judicial duty to investigate facts (§ 244 Abs. 2 StPO) because the evidence was immaterial, as the lower court had already reached the same factual conclusion based on independent witness testimony.

Schlagwörter

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strafrechtliches Revisionsverfahren Zeugenaussage Untersuchungsgrundsatz prozessleitende Verfügungen Beweisverwertungsverbot Ersatzstrafe

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 14. Februar 2022 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Zum Gegenstand einer Verfahrensrüge hat die Revision die Ablehnung eines Beweisantrags gemacht, mit dem die Verlesung eines von der Verteidigung erstellten Zeugenfragebogens begehrt wurde, den der – zuvor in der Hauptverhandlung bereits vernommene und in allseitigem Einverständnis entlassene (§ 248 StPO) – Zeuge G. schriftlich beantwortet hatte. Die Revision sieht § 244 Abs. 3 StPO sowie die gerichtliche Aufklärungspflicht (§ 244 Abs. 2 StPO) verletzt. Die Rüge erweist sich unter beiden Aspekten bereits als unzulässig, weil die Revision entgegen § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO weder das Protokoll der im Zeugenfragebogen in Bezug genommenen staatsanwaltschaftlichen Vernehmung des Zeugen vorgelegt noch dazu vorgetragen hat, was der Zeuge G. bei seiner Vernehmung in der Hauptverhandlung ausgesagt hatte. Dass zu Letzterem an anderer Stelle der Revisionsbegründung Ausführungen zu finden sind, entlastet den Revisionsführer nicht (vgl. BGH, Urteil vom 4. September 2014 – 1 StR 75/14).

Soweit die Revision die Nichtbescheidung eines Eventualbeweisantrags auf Verlesung einer Beschuldigtenvernehmung des Zeugen Y. rügt, ist die Verfahrensrüge jedenfalls unbegründet. Unbeschadet der Frage, ob überhaupt ein Beweisantrag im Sinne des § 244 Abs. 3 StPO vorlag, beruht das Urteil nicht auf der unterbliebenen Verbescheidung, weil die Strafkammer den Antrag wegen Bedeutungslosigkeit der Beweistatsache hätte ablehnen können. Sie ist im Urteil aufgrund eines anderen Beweismittels, der Aussage eines Vernehmungsbeamten, ohnehin von dem Sachverhalt ausgegangen, den der Zeuge Y. laut dem Revisionsvortrag in seiner Beschuldigtenvernehmung bekundet hatte. Die beantragte Verlesung des zugehörigen Protokolls wäre daher ohne Einfluss auf die Überzeugungsbildung des Gerichts geblieben.

Cirener

Mosbacher

Resch

von Häfen

Werner