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III ZR 212/21 ECLI:DE:BGH:2022:151222BIIIZR212.21.0 KI-generiert

Lawyer conflict of interest: acting as security trustee for mortgage bond while advising bond issuer

Geschäftsnummer III ZR 212/21
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the plaintiff's complaint for lack of permission to file revision, upholding the lower court's decision and ordering the plaintiff to bear the litigation costs. The dispute concerned whether a lawyer appointed as a security trustee for a mortgage bond, who simultaneously held a general legal consulting mandate for the bond issuer, acted within the same legal matter or was in a conflict of interest under professional law. The court held that permission for revision was not justified because the legal issues regarding the scope of "same matter" under § 45(2) sentence 2 of the Federal Lawyers Act (former version) and the existence of an explainable conflict of interest are not capable of general clarification; these questions depend on the specific activities actually performed by the lawyer in the individual case rather than on the abstract scope of the mandate.

Legislator-Regeste

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§ 97 Abs. 1 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO; Lawyer conflict of interest: acting as security trustee for mortgage bond while advising bond issuer: The dispute concerned whether a lawyer appointed as a security trustee for a mortgage bond, who simultaneously held a general legal consulting mandate for the bond issuer, acted within the same legal matter or was in a conflict of interest under professional law. The court held that permission for revision was not justified because the legal issues regarding the scope of "same matter" under § 45(2) sentence 2 of the Federal Lawyers Act (former version) and the existence of an explainable conflict of interest are not capable of general clarification; these questions depend on the specific activities actually performed by the lawyer in the individual case rather than on the abstract scope of the mandate.

Schlagwörter

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Pfandbrief Interessenkollision Feststellungsinteresse anwaltliche Sorgfaltspflicht Bankenrecht Wegfall des Rechtsschutzinteresses

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 Abs. 1 ZPO

Cited in the dispositive to impose the costs of the complaint proceedings on the plaintiff.

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Volltext

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 29. November 2021 - 9 U 96/18 - wird zurückgewiesen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 23.198,52 €

[GRUENDE]

Die Revision ist nicht zuzulassen, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Die Rechtsfrage, ob der Rechtsanwalt im Sinne des § 45 Abs. 2 Satz 2 BRAO (in der bis zum 31. Juli 2022 geltenden Fassung) in derselben Angelegenheit tätig wird, wenn er sich von der Emittentin einer Hypothekenanleihe mit der Beratung in allen mit der Emission in Zusammenhang stehenden Rechtsangelegenheiten beauftragen und alsdann als Sicherheitentreuhänder der Anleihe bestellen lässt, der die dinglichen Sicherungsrechte für die Anleger zu halten und zu verwalten hat, kann angesichts der tätigkeitsbezogenen Formulierung von § 45 Abs. 2 Satz 2 BRAO a.F. nicht unabhängig von der seitens des Rechtsanwalts im Rahmen seines anwaltlichen Mandats tatsächlich wahrgenommenen Tätigkeit beantwortet werden. Sie ist damit nicht allgemein klärungsfähig im Sinne des Zulassungsgrundes der grundsätzlichen Bedeutung (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO).

Dies gilt gleichermaßen für die Rechtsfrage, ob sich der Sicherheitentreuhänder einer Hypothekenanleihe in einem aufklärungspflichtigen Interessenkonflikt befindet, wenn er es gleichzeitig übernommen hat, die Emittentin in allen mit der Emission in Zusammenhang stehenden Rechtsangelegenheiten anwaltlich zu beraten. Auch diese Frage kann nicht allein im Hinblick auf ein allgemeines Beratungsmandat des Rechtsanwalts, sondern nur im Hinblick auf die von ihm konkret ausgeübten Tätigkeiten und damit einzelfallbezogen beantwortet werden (vgl. BGH, Urteil vom 23. April 2012 - AnwZ (Brfg) 35/11, NJW 2012, 3039 Rn. 14).

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Herrmann

Remmert

Arend

Böttcher

Kessen