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VII ZR 125/14 ECLI:DE:BGH:2017:010217BVIIZR125.14.0 KI-generiert

Cost allocation under § 91a ZPO following mutual settlement: binding effect of out-of-court cost agreement on equitable discretion

Geschäftsnummer VII ZR 125/14
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off
Kostenauflage geteilt

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice ordered that the costs of the proceedings regarding the defendant's complaint for non-admission of appeal be offset against each other, while maintaining the cost allocations from the lower instances, which resulted in the plaintiff bearing 88% of first-instance costs and the defendant bearing the entire second-instance costs. The dispute involved a commercial law matter, identified by the use of a commercial court register case number, where the parties had agreed to treat the main case as resolved (mutual declaration of settlement) after the lower appellate court had dismissed the defendant’s appeal. Under Section 91a of the Code of Civil Procedure, the court determined that equitable discretion allows it to respect the parties' out-of-court agreement on cost exculpation, thereby deviating from the general principle of imposing costs on the party who would have lost had the case proceeded to judgment. The decision explicitly cites the doctrine that while the court is not bound by the parties' cost agreement, it may consider their mutual assessment of what is fair when determining costs after a consensual termination of the main proceedings.

Legislator-Regeste

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§ 91a ZPO; Cost allocation under § 91a ZPO following mutual settlement: binding effect of out-of-court cost agreement on equitable discretion: Nachdem die Parteien den Rechtsstreit in der Hauptsache übereinstimmend für erledigt erklärt haben, ist über alle bisher entstandenen Kosten des Verfahrens, einschließlich derjenigen der Vorinstanzen, gemäß § 91a ZPO nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes zu entscheiden (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Februar 2003 - VII ZR 121/02, BauR 2003, 1075).

Schlagwörter

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Prozesserledigung Kostenverlegung Zivilurteil Aufhebungsvereinbarung Ertrag Handelssache

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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VII ZR 121/02
Februar 2003 - VII ZR 121/02, BauR 2003, 1075).
V ZR 249/05
Dezember 2006 - V ZR 249/05, NJW 2007, 835 Rn.
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Volltext

Kostenentscheidung bei übereinstimmender Erledigung der Hauptsache: Berücksichtigung der Verständigung der Parteien auf eine Kostenaufhebung in einem außergerichtlichen Vergleich

[TENOR]

Die Kosten des Verfahrens über die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 7. Zivilsenats des Thüringischen Oberlandesgerichts in Jena vom 14. Mai 2014 werden gegeneinander aufgehoben.

Hinsichtlich der übrigen Kosten des Rechtsstreits verbleibt es bei den Kostenentscheidungen im Urteil des Landgerichts Erfurt vom 2. August 2013 (Az. 1 HKO 48/08), wonach von den Kosten des Rechtsstreits erster Instanz der Kläger 88 % und die Beklagte 12 % trägt, und im Urteil des 7. Zivilsenats des Thüringischen Oberlandesgerichts in Jena vom 14. Mai 2014, aufgrund derer die Beklagte die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen hat.

Der Streitwert für das Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren wird bis zum 17. Januar 2017 auf 44.291,46 € und danach auf bis zu 35.000 € festgesetzt.

[GRUENDE]

Nachdem die Parteien den Rechtsstreit in der Hauptsache übereinstimmend für erledigt erklärt haben, ist über alle bisher entstandenen Kosten des Verfahrens, einschließlich derjenigen der Vorinstanzen, gemäß § 91a ZPO nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes zu entscheiden (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Februar 2003 - VII ZR 121/02, BauR 2003, 1075).

Grundsätzlich entspricht es billigem Ermessen, der Partei, die ohne Eintritt des erledigenden Ereignisses unterlegen wäre, die Verfahrenskosten und die erstattungsfähigen außergerichtlichen Auslagen der Gegenseite aufzuerlegen. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz ist jedoch gerechtfertigt, wenn sich die Parteien - wie hier - im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs auf eine Kostenaufhebung verständigt haben. Zwar ist der Senat an eine solche Einigung nicht gebunden; er ist aber nicht daran gehindert, die von den Parteien als angemessen erachtete Kostenregelung bei seiner nach billigem Ermessen zu treffenden Kostenentscheidung zu berücksichtigen (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 6. Juli 2010 - AnwZ (B) 59/09 Rn. 3; Beschluss vom 8. Dezember 2006 - V ZR 249/05, NJW 2007, 835 Rn. 17; Zöller/Herget, ZPO, 31. Aufl., § 91a Rn. 58 "Vergleich"). Der Senat folgt mit der Kostenentscheidung der zuvor mitgeteilten Einigung der Parteien über die Kostentragung.

Eick

Kartzke

Jurgeleit

Graßnack

Borris