Constitutional complaint challenging renewable energy levy; failure to demonstrate specific denial of hearing
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice dismissed the defendant's constitutional complaint regarding the denial of a hearing (Anhörungsrüge) as inadmissible, affirming the lower court’s prior order denying leave to appeal. The dispute concerned the defendant’s challenge to the statutory levy under § 37 Abs. 2 of the Renewable Energy Sources Act (EEG 2012), alleging violations of fundamental rights including professional freedom, property, and equality. The court held that the complaint was inadmissible because the defendant failed to specifically demonstrate that the appellate court failed to take its submissions to knowledge, relying instead on a mere repetition of arguments from the initial appeal for leave; furthermore, the complaint was unsubstantiated because the defendant had not sufficiently articulated its constitutional concerns nor distinguished its position from existing binding case law establishing that the EEG levy does not constitute an unconstitutional special tax. The decisive legal basis involves the procedural requirements for a constitutional hearing complaint under § 321a ZPO in conjunction with Article 103(1) of the German Basic Law, which mandates specific disclosure of a new, decision-relevant violation of the right to be heard rather than a restatement of the underlying substantive legal errors.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 321a Abs. 1 ZPO, Art. 103 Abs. 1 GG, § 544 Abs. 4 Satz 2 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO, Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 12 Abs. 1 GG; Constitutional complaint challenging renewable energy levy; failure to demonstrate specific denial of hearing: The dispute concerned the defendant’s challenge to the statutory levy under § 37 Abs. 2 of the Renewable Energy Sources Act (EEG 2012), alleging violations of fundamental rights including professional freedom, property, and equality. The court held that the complaint was inadmissible because the defendant failed to specifically demonstrate that the appellate court failed to take its submissions to knowledge, relying instead on a mere repetition of arguments from the initial appeal for leave; furthermore, the complaint was unsubstantiated because the defendant had not sufficiently articulated its constitutional concerns nor distinguished its position from existing binding case law establishing that the EEG levy does not constitute an unconstitutional special tax. The decisive legal basis involves the procedural requirements for a constitutional hearing complaint under § 321a ZPO in conjunction with Article 103(1) of the German Basic Law, which mandates specific disclosure of a new, decision-relevant violation of the right to be heard rather than a restatement of the underlying substantive legal errors.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the dispositive as the procedural basis establishing the admissibility framework for the constitutional complaint.
Cited in the dispositive to validate the formal requirements and filing deadline of the complaint.
Volltext
Zulässigkeit einer Anhörungsrüge gegen die Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde: Anforderungen an die Darlegung einer Gehörsverletzung
[TENOR]
Die Anhörungsrüge der Beklagten gegen den Senatsbeschluss vom 22. November 2016 wird auf ihre Kosten als unzulässig verworfen.
[GRUENDE]
I. Die nach § 321a Abs. 1 ZPO statthafte und in der gesetzlichen Form und Frist eingelegte Anhörungsrüge (§ 321a Abs. 2, 4 Satz 1 ZPO) ist unzulässig, weil es an der gesetzlich vorgeschriebenen Darlegung (§ 321a Abs. 2 Satz 5 in Verbindung mit Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO) einer neuen eigenständigen und entscheidungserheblichen Gehörsverletzung (Art. 103 Abs. 1 GG) durch den Senat (vgl. hierzu Senatsbeschlüsse vom 23. August 2016 - VIII ZR 79/15, juris Rn. 2 ff., und VIII ZR 46/15, juris Rn. 2 ff.; jeweils mwN) fehlt. Die Darlegung muss erkennen lassen, aus welchen konkreten Gründen der Beschwerdeführer meint, die Zurückweisung seiner Nichtzulassungsbeschwerde lasse nur den Schluss zu, dass sein Vorbringen nicht zur Kenntnis genommen worden sei (BGH, Beschlüsse vom 16. Dezember 2015 - V ZR 296/14, juris Rn. 1; vom 8. Juni 2016 - XI ZR 268/15, juris Rn. 2; vom 23. August 2016 - VIII ZR 79/15, aaO Rn. 4, und VIII ZR 46/15, aaO Rn. 4; jeweils mwN).
Daran fehlt es hier. Die Beklagte, deren Anhörungsrüge allein die von ihr erhobenen verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Vorschrift des § 37 Abs. 2 EEG 2012 betrifft, beschränkt sich darauf, ihr bisheriges Vorbringen aus der Nichtzulassungsbeschwerde zu wiederholen (vgl. hierzu BGH, Beschlüsse vom 16. Dezember 2015 - V ZR 296/14, aaO Rn. 2; vom 8. Juni 2016 - XI ZR 268/15, aaO Rn. 3 mwN; vom 23. August 2016 - VIII ZR 79/15, aaO mwN). Dies genügt auch dann nicht, wenn das Revisionsgericht - wie hier - von einer weiteren Begründung der Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 ZPO abgesehen hat (vgl. BGH, Beschlüsse vom 6. November 2014 - V ZR 322/13, juris Rn. 1; vom 8. Juni 2016 - XI ZR 268/15, aaO Rn. 3 f.; jeweils mwN).
II. Die Anhörungsrüge wäre im Übrigen zumindest auch unbegründet. Der Senat hat das von der Beklagten als übergangen gerügte Vorbringen geprüft, aber nicht für durchgreifend erachtet.
Die Beklagte hat mit der Nichtzulassungsbeschwerde insoweit eine grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO) geltend gemacht und dies darauf gestützt, es sei höchstrichterlich noch nicht geklärt und im Streitfall entscheidungserheblich, ob § 37 Abs. 2 EEG 2012 die Grundrechte der Energieversorgungsunternehmen gemäß Art. 2 Abs. 1 GG und Art. 12 Abs. 1 GG sowie gemäß Art. 3 Abs. 1 GG verletze und ob es sich bei der Umlage nach § 37 Abs. 2 EEG 2012 um eine verfassungswidrige Sonderabgabe unter Berücksichtigung des Urteils des Gerichts der EuropäischenUnion (EuG) vom 10. Mai 2016 (T-47/15, EnWZ 2016, 409) handele.
Die Beklagte hat hierbei jedoch weder die aus ihrer Sicht offenbar bestehenden verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Vorschrift des § 37 Abs. 2 EEG 2012 näher ausgeführt noch aufgezeigt, weshalb trotz des - von ihr nicht in den Blick genommenen - Urteils des Senats vom 25. Juni 2014 (VIII ZR 169/13, BGHZ 201, 355 Rn. 12 ff.), in dem der Senat entschieden hat, dass § 37 Abs. 2 EEG 2012 keine verfassungswidrige Sonderabgabe darstellt und die Elektrizitätsversorgungsunternehmen auch sonst durch die Belastung mit der EEG-Umlage in ihren Grundrechten nicht verletzt werden, noch ein (weitergehender) Klärungsbedarf hinsichtlich der von ihr aufgeworfenen Rechtsfragen bestehe. Bereits aus diesem Grund war die Nichtzulassungsbeschwerde zurückzuweisen. Daraus ergibt sich zugleich, dass der Senat den Anspruch der Beklagten auf rechtliches Gehör nicht in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat (§ 321a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 4 Satz 3 ZPO).
Von einer weiteren Begründung sieht der Senat auch in diesem Verfahrensabschnitt in entsprechender Anwendung des § 544 Abs. 4 Satz 2 ZPO ab (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Juli 2005 - III ZR 443/04, NJW-RR 2006, 63, unter II 2; vom 7. Dezember 2010 - VIII ZR 215/09, juris 1; vom 17. Dezember 2015 - IX ZR 148/14, juris Rn. 1, und IX ZR 163/14, juris Rn. 1).
Dr. Milger
Dr. Hessel
Dr. Achilles
Dr. Schneider
Dr. Bünger