Execution clause: no mandatory duty to hear the debtor absent formal errors
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice dismissed the debtor's objection to the execution clause issued by the BGH clerk, ruling that the objection failed and imposing the costs on the debtor. The case involved a dispute over the enforcement of a lower court judgment ordering the debtor to declare a property assignment and approve the transfer of ownership in exchange for a nominal sum of 1 €. The debtor challenged the issuance of the execution clause on procedural grounds, arguing that he had not been heard prior to the decision and that the creditor had not properly submitted the required notarized document. The court held that while the hearing of the debtor in execution matters is generally a matter of judicial discretion under § 730 ZPO, the objection must be dismissed because the debtor failed to demonstrate any formal error that would warrant correction under § 732 ZPO; the court found that the submitted notarized document sufficiently evidenced the counter-performance and that the debtor's substantive arguments were irrelevant in the objection procedure.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 732 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 730 ZPO, § 726 ZPO, § 732 ZPO, § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 3 ZPO; Execution clause: no mandatory duty to hear the debtor absent formal errors: The case involved a dispute over the enforcement of a lower court judgment ordering the debtor to declare a property assignment and approve the transfer of ownership in exchange for a nominal sum of 1 €. The debtor challenged the issuance of the execution clause on procedural grounds, arguing that he had not been heard prior to the decision and that the creditor had not properly submitted the required notarized document. The court held that while the hearing of the debtor in execution matters is generally a matter of judicial discretion under § 730 ZPO, the objection must be dismissed because the debtor failed to demonstrate any formal error that would warrant correction under § 732 ZPO; the court found that the submitted notarized document sufficiently evidenced the counter-performance and that the debtor's substantive arguments were irrelevant in the objection procedure.
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KI-generiertThis provision serves as the procedural basis for the admissibility of the objection against the issuance of the execution clause, which the court analyzed before dismissing the substantive arguments.
This provision is applied in the dispositive to determine the allocation of legal costs to the debtor following the dismissal of the objection.
This provision is cited as the legal basis for the calculation of the subject matter value (Gegenstandswert) in the objection proceedings.
Volltext
(Anhörung des Vollstreckungsschuldners vor Erteilung einer Klausel)
[TENOR]
Die Erinnerung gegen die Erteilung der Vollstreckungsklausel am 15. Februar 2024 durch die Urkundsbeamtin des Bundesgerichtshofes wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.
Der Gegenstandswert des Erinnerungsverfahrens beträgt 30 Mio. €.
[GRUENDE]
I. Das Kammergericht hat den Kläger mit Urteil vom 8. Juli 2022 auf die Widerklage der Beklagten unter anderem dazu verurteilt, Zug um Zug gegen Zahlung von 1 € die Auflassung eines näher bezeichneten Grundstücks zu Gunsten der Beklagten zu erklären und die lastenfreie Eigentumsumschreibung des vorgenannten Grundstücks sowie die Löschung näher bezeichneter Grundschulden nebst aller Nebeneinträge zu bewilligen. Mit Beschluss vom 23. November 2023 hat der Senat die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers zurückgewiesen.
Auf Antrag der Beklagten vom 8. Februar 2024 hat die Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle des Bundesgerichtshofs am 15. Februar 2024 eine Vollstreckungsklausel erteilt. Hiergegen wendet sich der Kläger mit der Erinnerung.
II. Die - zulässigerweise durch den Kläger persönlich eingelegte (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2022 - I ZR 98/21, GRUR 2023, 839 Rn. 4 mwN) - Erinnerung gegen die Erteilung der Vollstreckungsklausel ist nach § 732 Abs. 1 Satz 1 ZPO zwar statthaft. Der Kläger hat aber mit seinem Einwand, er hätte vor Erteilung der Vollstreckungsklausel angehört werden müssen, keinen Erfolg.
1. § 730 ZPO stellt die Anhörung des Vollstreckungsschuldners grundsätzlich in das pflichtgemäße Ermessen des die Klausel erteilenden Gerichts. Darüber hinausgehend wird, worauf der Kläger seine Erinnerung stützt, teilweise vertreten, dass eine Anhörung vor Erteilung einer Klausel nach § 726 ZPO stets zwingend sei (vgl. BeckOK ZPO/Ulrici [1.7.2024], § 730 Rn. 3 f. mwN; zweifelnd dagegen Musielak/Voit/Lackmann, ZPO, 21. Aufl., § 730 Rn. 2). Ob dieser Auffassung zu folgen ist, kann indes offen bleiben. Denn die Anhörung ist kein Selbstzweck, sondern dient weiterer Aufklärung (vgl. Stein/Jonas/Bartels, ZPO, 23. Aufl., § 730 Rn. 3) und soll entscheidungserhebliche Fehler formeller Art bei Erteilung der Klausel, die im Wege der Erinnerung zu korrigieren wären, verhindern (vgl. BeckOK ZPO/Ulrici [1.7.2024], § 732 Rn. 11). Dass entscheidungserhebliche Fehler formeller Art der Klauselerteilung entgegenstehen, lässt sich dem Vorbringen des Klägers nicht entnehmen. Soweit er meint, dass die Beklagte die Erteilung der Vollstreckungsklausel nicht beantragt und hierbei auch keine in Bezug genommene notarielle Urkunde vorgelegt habe, steht dem - wie der Kläger mit seinem (zweiten) ergänzenden Schreiben vom 11. Juli 2024 letztlich selbst einräumt - der Akteninhalt entgegen. Die mit dem Antrag auf Erteilung der Vollstreckungsklausel eingereichte notarielle Urkunde vom 7. November 2022 (Urk.-Nr. 0494/22) belegt das Angebot der Gegenleistung von 1 € in ausreichender Weise; etwas anderes lässt sich auch den Ausführungen des Klägers zu einer „provozierten“ Annahmeverweigerung nicht entnehmen.
2. Das (erste) ergänzende Schreiben des Klägers vom 1. Juli 2024 gibt ebenfalls keinen Anlass zu einer anderen Entscheidung. Soweit in der Klauselerinnerung und in den beiden vorbezeichneten ergänzenden Schreiben Einwendungen materieller Art erfolgen, spielen diese in dem Verfahren nach § 732 ZPO keine Rolle (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Oktober 2020 - VII ZB 2/20, BKR 2021, 168 Rn. 14 mwN).
III. Die Kostenentscheidung folgt aus der entsprechenden Anwendung von § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO. Die Festsetzung des Gegenstandswerts beruht auf § 3 ZPO. Maßgebend ist dabei der Wert des zu vollstreckenden Anspruchs (vgl. Senat, Beschluss vom 22. Oktober 2014 - V ZR 74/14, WuM 2015, 41 Rn. 9).
Brückner
Haberkamp
Hamdorf
Laube
RinBGH Grauist wegen Urlaubs ander elektronischen Signaturgehindert.Die VorsitzendeBrückner