Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
4 StR 150/19 ECLI:DE:BGH:2019:170719B4STR150.19.0 KI-generiert

Impermissible adverse inferences from defendant's right to remain silent in criminal evidence assessment

Geschäftsnummer 4 StR 150/19
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The German Federal Court of Criminal Revision (BGH) dismissed the defendant's appeal as unfounded, thereby upholding the Landgericht Halle's conviction, and ordered the defendant to bear the costs of the appeal and the necessary expenses of the co-prosecutor. The dispute centered on whether the lower court erred in its evidentiary assessment by drawing negative inferences from the defendant's failure to assert an alibi during the initial police interrogation and the presentation of the arrest warrant. The Court determined that while the lower court's reasoning was legally flawed because it impermissibly penalized the defendant for exercising the constitutional right to remain silent under §§ 136(1) Sentence 2 and 243(5) Sentence 1 StPO, the appellate court excluded the finding that the judgment actually rested on this defective consideration. Consequently, no adverse legal error affecting the outcome of the case was established, resulting in the rejection of the revision under § 349(2) StPO.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 349 Abs. 2 StPO, § 243 Abs. 5 Satz 1 StPO; Impermissible adverse inferences from defendant's right to remain silent in criminal evidence assessment: The dispute centered on whether the lower court erred in its evidentiary assessment by drawing negative inferences from the defendant's failure to assert an alibi during the initial police interrogation and the presentation of the arrest warrant. The Court determined that while the lower court's reasoning was legally flawed because it impermissibly penalized the defendant for exercising the constitutional right to remain silent under §§ 136(1) Sentence 2 and 243(5) Sentence 1 StPO, the appellate court excluded the finding that the judgment actually rested on this defective consideration. Consequently, no adverse legal error affecting the outcome of the case was established, resulting in the rejection of the revision under § 349(2) StPO.

Schlagwörter

KI-generiert
Revision eines Entscheids Beweisverfügungen Beweiswürdigung Strafurteil Fall des Ausschlusses Anspruch auf Verhaftung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 349 Abs. 2 StPO

Legal basis for dismissing the revision as unfounded because the review did not reveal any legal error to the defendant's detriment.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Strafverfahren: Fehlerhafte Würdigung des zeitweisen Schweigens des Angeklagten

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Halle vom 15. November 2018 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Zwar begegnet die im Rahmen der Beweiswürdigung angestellte Erwägung, der Angeklagte habe sich „weder im Anschluss an seine Verhaftung gegenüber den Beamten De. und D. noch bei der Eröffnung des Haftbefehls auf ein Alibi berufen“, „obwohl es sich aus seiner Sicht geradezu aufgedrängt hätte, ein solches sofort nach der Konfrontation mit dem Vorwurf den Beamten und/oder dem Haftrichter zu präsentieren“, rechtlichen Bedenken. Ausweislich der Urteilsgründe hat sich der Angeklagte erstmals in der Hauptverhandlung durch eine Verteidigererklärung zur Sache eingelassen und zuvor von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Mit der angestellten Beweiserwägung hat das Landgericht in unzulässiger Weise aus dem anfänglichen Schweigen des Angeklagten nachteilige Schlüsse gezogen. Diesem steht es frei, ob er sich zur Sache einlässt oder nicht zur Sache aussagt (§ 136 Abs. 1 Satz 2, § 243 Abs. 5 Satz 1 StPO). Der unbefangene Gebrauch dieses Schweigerechts wäre nicht gewährleistet, wenn der Angeklagte die Prüfung und Bewertung der Gründe für sein Aussageverhalten befürchten müsste. Deshalb dürfen aus der Aussageverweigerung keine nachteiligen Schlüsse gezogen werden (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 28. Mai 2014 – 3 StR 196/14, NStZ 2014, 666 mwN). Der Senat schließt jedoch ein Beruhen des Urteils auf dieser ersichtlich nicht tragenden, rechtlich bedenklichen Erwägung aus.

Quentin

RiBGH Cierniak istwegen Krankheit ander Unterschriftsleistunggehindert

Bender

Quentin

Feilcke

Bartel