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XI ZB 4/17 ECLI:DE:BGH:2018:110918BXIZB4.17.0 KI-generiert

Evidentiary standard for rebutting dated attorney receipt acknowledgment to cure procedural default in judicial officer objection

Geschäftsnummer XI ZB 4/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Civil Procedure rejected the plaintiff's objection to a judicial officer's order modifying payment obligations under enforceable documents, thereby leaving the modified enforcement terms in force. The dispute centered on the timeliness of the objection, which the lower procedural authority deemed filed late based on a lawyer's receipt confirmation dated June 5, 2018, whereas the plaintiff argued actual receipt occurred on July 6, 2018. The court found the objection admissible, holding that counter-evidence successfully excluded the possibility that the receipt confirmation's date was correct; specifically, the lawyer's admission of a faulty watch and corroborating evidence from a staff member regarding the late fax transmission of the blank receipt form established that the handwritten date was factually incorrect. Although the procedural admissibility hurdle was overcome, the objection was substantively dismissed because the judicial officer had properly accounted for changes in the plaintiff's economic circumstances under § 120a Abs. 1 ZPO, and new, previously unasserted deductions could not be introduced for the first time in the judicial officer review proceedings.

Legislator-Regeste

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§ 416 ZPO, § 120a Abs. 1 ZPO, § 11 Abs. 2 RpflG; Evidentiary standard for rebutting dated attorney receipt acknowledgment to cure procedural default in judicial officer objection: The dispute centered on the timeliness of the objection, which the lower procedural authority deemed filed late based on a lawyer's receipt confirmation dated June 5, 2018, whereas the plaintiff argued actual receipt occurred on July 6, 2018. The court found the objection admissible, holding that counter-evidence successfully excluded the possibility that the receipt confirmation's date was correct; specifically, the lawyer's admission of a faulty watch and corroborating evidence from a staff member regarding the late fax transmission of the blank receipt form established that the handwritten date was factually incorrect. Although the procedural admissibility hurdle was overcome, the objection was substantively dismissed because the judicial officer had properly accounted for changes in the plaintiff's economic circumstances under § 120a Abs. 1 ZPO, and new, previously unasserted deductions could not be introduced for the first time in the judicial officer review proceedings.

Schlagwörter

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Beweisverfügungen verspätete Einwendungen Normenkontrolle Zivilrechtsstreitigkeit Zahlungsauftrag verfahrensrechtliche Säumnis

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 11 Abs. 2 RpflG

Defines the admissibility of the objection against the judicial officer's decision, which the court declared inadmissible on the merits.

§ 120a Abs. 1 ZPO

Substantive basis for the judicial officer's modification of payment terms, which the court affirmed by rejecting the objection on substantive grounds.

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Volltext

Beweiswirkung des anwaltlichen Empfangsbekenntnisses: Anforderungen an den Nachweis der Unrichtigkeit einer Datumsangabe auf einem Empfangsbekenntnis

[TENOR]

Die Erinnerung des Klägers gegen den Beschluss der Rechtspflegerin vom 14. Juni 2018 in der Fassung des Beschlusses vom 16. August 2018 wird zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Die nach § 11 Abs. 2 Satz 1 RpflG zulässige Erinnerung gegen den Beschluss vom 14. Juni 2018 in der Fassung des Beschlusses vom 16. August 2018 hat keinen Erfolg.

1. Die Erinnerung ist nach § 11 Abs. 2 RpflG zulässig.

a) Zwar ist nach dem handschriftlichen Empfangsbekenntnis des Prozessbevollmächtigten des Klägers, Rechtsanwalt am Bundesgerichtshof Dr. , diesem der angefochtene Beschluss vom 14. Juni 2018 am 5. Juli 2018 zugegangen. Danach wäre die Frist zur Einlegung der Erinnerung nach § 11 Abs. 2 RpflG durch das Schreiben des Klägers, das am 20. Juli 2018 bei dem Bundesgerichtshof eingegangen ist, nicht gewahrt.

b) Die Frist ist jedoch eingehalten, da der angegriffene Beschluss dem Prozessvertreter des Klägers tatsächlich erst am 6. Juli 2018 zugegangen ist.

aa) Zwar bringt ein Empfangsbekenntnis als Privaturkunde nach § 416 ZPO grundsätzlich Beweis nicht nur für die Entgegennahme des darin bezeichneten Schriftstücks, sondern auch für den Zeitpunkt von dessen Empfang. Jedoch ist der Gegenbeweis für die Unrichtigkeit der im Empfangsbekenntnis enthaltenen Angaben zulässig. Dafür ist erforderlich, dass die Richtigkeit der Angaben im Empfangsbekenntnis nicht nur erschüttert, sondern die Möglichkeit, die Angaben in dem Empfangsbekenntnis könnten richtig sein, ausgeschlossen ist (vgl. BGH, Beschluss vom 19. April 2012 - IX ZB 303/11, WM 2012, 1210 Rn. 6 mwN).

bb) So ist es hier. Rechtsanwalt Dr. hat dargetan, dass er das Empfangsbekenntnis tatsächlich erst am 6. Juli 2018 unterzeichnet habe. Die Einfügung des unzutreffenden Datums beruhe darauf, dass er sich auf seine Armbanduhr verlassen habe, die seit Ablauf des 30. Juni 2018 einen Tag nachgegangen sei. Ergänzend hat die Kanzleiangestellte des Prozessvertreters des Klägers an Eides statt versichert, dass sie den angefochtenen Beschluss mit der Post am 6. Juli 2018 bei dem Bundesgerichtshof abgeholt und das Empfangsbekenntnis sodann ohne Anbringung eines Datumsstempels Herrn Rechtsanwalt Dr. , der an diesem Tag in seinem auswärtigen Home-Office gearbeitet habe, mit Telefax übermittelt habe.

Aus einem Vergleich des Telefaxausdrucks des Empfangsbekenntnisses, das bei dem Bundesgerichtshof am 6. Juli 2018 eingegangen ist, mit dem Original des von Rechtsanwalt Dr. unterschriebenen Empfangsbekenntnisses, das dieser vorgelegt hat, ergibt sich, dass das Formblatt zum Empfangsbekenntnis kanzleiintern erst am 6. Juli 2018 an das Telefaxgerät von Dr. abgesandt worden ist. Das belegt, dass die von Rechtsanwalt Dr. handschriftlich angebrachte Datierung auf den 5. Juli 2018 sachlich nicht zutreffend ist.

2. Die Erinnerung hat sachlich keinen Erfolg. Zur Begründung wird auf die Beschlüsse vom 14. Juni 2018 und 16. August 2018 Bezug genommen. Bei Abänderung der Zahlungsbestimmungen aus dem Beschluss vom 10. Oktober 2017 sind nach § 120a Abs. 1 ZPO die inzwischen eingetretenen Änderungen der persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse berücksichtigt worden. Soweit der Kläger - erneut - zusätzliche, bislang nicht oder nicht in derselben Höhe geltend gemachte Abzüge von dem anzusetzenden Einkommen geltend macht oder erst für die Zukunft in Aussicht stellt, sind diese nicht im Verfahren der Rechtspflegererinnerung zu berücksichtigen.

Ellenberger

Grüneberg

Maihold

Menges

Derstadt