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4 StR 357/22 ECLI:DE:BGH:2022:231122B4STR357.22.0 KI-generiert

Juvenile sentencing framework: rape by violence as felony under § 177 Abs. 5 Nr. 1 StGB vs. aggravated case under § 177 Abs. 6 StGB

Geschäftsnummer 4 StR 357/22
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (4th Criminal Senate) dismissed the appellant's revision, upholding the lower court's sentence of a four-year and six-month juvenile prison term. The defendant was convicted of rape, aggravated assault, and two counts of bodily injury. The core legal issue concerned the selection of the sentencing framework, specifically whether the offense constituted a felony (*Verbrechen*) or misdemeanor (*Vergehen*) under juvenile law, which determines the maximum potential juvenile sentence. The appellate court confirmed that while the qualification under § 177 Abs. 6 Nr. 1 StGB (acting against the victim's will) alone did not elevate the offense to a felony status, the documented use of violence qualified the act under § 177 Abs. 5 Nr. 1 StGB, thereby constituting a felony under § 12 Abs. 1 StGB. Consequently, the juvenile chamber correctly applied the ten-year maximum sentencing limit pursuant to § 18 Abs. 1 Satz 2 JGG, and no other errors to the defendant's detriment were identified.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 177 Abs. 6 Nr. 1 StGB, § 177 Abs. 6 StGB, § 12 Abs. 3 StGB, § 177 Abs. 5 Nr. 1 StGB, § 12 Abs. 1 StGB; Juvenile sentencing framework: rape by violence as felony under § 177 Abs. 5 Nr. 1 StGB vs. aggravated case under § 177 Abs. 6 StGB: The defendant was convicted of rape, aggravated assault, and two counts of bodily injury. The core legal issue concerned the selection of the sentencing framework, specifically whether the offense constituted a felony (*Verbrechen*) or misdemeanor (*Vergehen*) under juvenile law, which determines the maximum potential juvenile sentence. The appellate court confirmed that while the qualification under § 177 Abs. 6 Nr. 1 StGB (acting against the victim's will) alone did not elevate the offense to a felony status, the documented use of violence qualified the act under § 177 Abs. 5 Nr. 1 StGB, thereby constituting a felony under § 12 Abs. 1 StGB. Consequently, the juvenile chamber correctly applied the ten-year maximum sentencing limit pursuant to § 18 Abs. 1 Satz 2 JGG, and no other errors to the defendant's detriment were identified.

Schlagwörter

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Jugendstrafzumessung Vergewaltigung schwerer Fall Revision des Strafurteils E-Justice schweres Verbrechen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited as the legal basis for dismissing the appeal as unfounded.

§ 74 JGG

Cited as the basis for waiving the imposition of costs and expenses on the complainant.

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Volltext

Jugendstrafe wegen Vergewaltigung: Abgrenzung zwischen Vergehen und Verbrechen

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Essen vom 3. Juni 2022 wird als unbegründet verworfen.

Es wird davon abgesehen, dem Beschwerdeführer die Kosten und Auslagen des Revisionsverfahrens aufzuerlegen (§ 74 JGG).

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Revision des Angeklagten bleibt erfolglos (§ 349 Abs. 2 StPO). Der Erörterung bedarf lediglich die Strafrahmenwahl.

Die Jugendkammer ist im Ergebnis zutreffend nach § 18 Abs. 1 Satz 2 JGG von einem Höchstmaß der Jugendstrafe von zehn Jahren ausgegangen. Zwar ergibt sich dieses entgegen der Ansicht der Jugendkammer nicht aus dem Umstand, dass der Angeklagte im Fall II.2. der Urteilsgründe mit der Geschädigten gegen deren Willen den vaginalen Geschlechtsverkehr ausgeführt und dadurch den Tatbestand des § 177 Abs. 6 Nr. 1 StGB verwirklicht hat. Denn bei § 177 Abs. 6 StGB handelt es sich lediglich um einen besonders schweren Fall und damit um eine Strafzumessungsregel (vgl. BGH, Urteil vom 28. Oktober 2021 – 4 StR 118/21, NStZ-RR 2022, 56), deren Vorliegen nach § 12 Abs. 3 StGB nicht zur Annahme eines Verbrechens führt. Allerdings ergeben die rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen, dass der Angeklagte gegen die Geschädigte Gewalt (Ziehen ins Treppenhaus; Griff an die Hüfte und Heranziehen) angewendet und dadurch den Qualifikationstatbestand des § 177 Abs. 5 Nr. 1 StGB verwirklicht hat, der ein Verbrechen im Sinne des § 12 Abs. 1 StGB darstellt.

Die weitere Überprüfung des Urteils hat keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.

Quentin

Rommel

RiBGH Dr. Scheuß istwegen Urlaubs an derUnterschriftsleistunggehindert.

Quentin

Messing

Momsen-Pflanz