Revocation of criminal record expungement: applicability of GDR register rules to post-unification entries and calculation of tilgungsreife
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) rejected the defendant's revision, thereby upholding the Landgericht Magdeburg's judgment from July 19, 2022, and ordering the defendant to bear the costs of the appellate proceedings and the necessary expenses of the counterparty. The dispute concerned the legality of revoking the removal of a criminal record (expungement) under the Juvenile Court Act, specifically whether the new conviction occurred before the prior record reached expungement maturity (Tilgungsreife). The court held that the revocation was legally sound because the new conviction took place before the original entry, which had been transferred from the GDR criminal register, became eligible for expungement. Decisive legal norms included § 101 Juvenile Court Act regarding the revocation of expungement, and §§ 64a Abs. 5 Satz 1 and 2 BZRG, which mandated applying the GDR Criminal Register Act (§§ 26-34, specifically § 31 and § 26 Abs. 1 Nr. 6) to determine that the applicable expungement period was ten years based on the sum of all imposed custodial sentences.
Legislator-Regeste
KI-generiertRevocation of criminal record expungement: applicability of GDR register rules to post-unification entries and calculation of tilgungsreife: Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Schlagwörter
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KI-generiertVolltext
Tilgungsfrist bei Widerruf der Beseitigung eines Strafmakels
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Magdeburg vom 19. Juli 2022 wird als unbegründet verworfen.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:
Der Widerruf der Beseitigung des Strafmakels (§ 101 JGG) begegnet keinen rechtlichen Bedenken. Insbesondere ist die erneute Verurteilung vor Tilgungsreife des 1982 in das Strafregister der Deutschen Demokratischen Republik eingetragenen Vermerks ergangen (vgl. zu diesem Erfordernis Schatz in Diemer/Schatz/Sonnen, JGG, 8. Aufl., § 101 Rn. 3; Eisenberg/Kölbel, JGG, 23. Aufl. § 101 Rn. 4). Die Tilgungsfrist bestimmt sich gemäß § 64a Abs. 5 Satz 2 BZRG nach den Vorschriften dieses Gesetzes, wenn es – wie hier – nach Übernahme der Eintragungen aus dem Strafregister der Deutschen Demokratischen Republik zu einer Neueintragung gekommen ist. Tilgungsreife war auch bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingetreten. Insoweit berechnen sich die Fristen gemäß § 64a Abs. 5 Satz 1 BZRG nach § 26 bis § 34 des Strafregistergesetzes der Deutschen Demokratischen Republik. Nach § 31 Strafregistergesetz der Deutschen Demokratischen Republik richtet sich die Dauer der Tilgungsfristen bei mehr als einer gegen dieselbe Person verhängten Freiheitsstrafe nach der Summe des sich aus allen Verurteilungen ergebenden Freiheitsentzugs; dies führte hier zu einer Tilgungsfrist von zehn Jahren (§ 26 Abs. 1 Nr. 6 Strafregistergesetz der Deutschen Demokratischen Republik).
Feilcke
Tiemann
Fritsche
von Schmettau
Arnoldi