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5 StR 214/20 ECLI:DE:BGH:2020:240620B5STR214.20.0 KI-generiert

Robbery sentencing: Obligation to weigh prior disclosure of co-perpetrators as mitigation despite inapplicability of § 46b Abs. 1 StGB

Geschäftsnummer 5 StR 214/20
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially allowed the defendant's revision, vacating the sentencing portion of the Landgericht Saarbrücken's judgment for robbery while rejecting the remainder of the appeal, and remanded the case for a new hearing on sentencing. The dispute concerned whether the trial court erred in failing to consider the defendant's prior cooperation with authorities, specifically his identification of two co-perpetrators during a police witness interrogation and in subsequent written statements, which led to their arrest and criminal convictions. Although the court found that the statutory requirements for the specific leniency provision under § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB were not met because the cooperation occurred while the defendant was still a witness and before charges were filed, it held that under the specific circumstances of the case, the sentencing court was legally required to evaluate these disclosure efforts as a mitigating factor in its discretionary sentencing considerations.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB, § 353 Abs. 2 StPO; Robbery sentencing: Obligation to weigh prior disclosure of co-perpetrators as mitigation despite inapplicability of § 46b Abs. 1 StGB: The dispute concerned whether the trial court erred in failing to consider the defendant's prior cooperation with authorities, specifically his identification of two co-perpetrators during a police witness interrogation and in subsequent written statements, which led to their arrest and criminal convictions. Although the court found that the statutory requirements for the specific leniency provision under § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB were not met because the cooperation occurred while the defendant was still a witness and before charges were filed, it held that under the specific circumstances of the case, the sentencing court was legally required to evaluate these disclosure efforts as a mitigating factor in its discretionary sentencing considerations.

Schlagwörter

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Strafzumessung bei Raub mildernder Umstand Revision des Strafurteils strafrechtliche Selbstanzeige Anklage E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive to declare the remainder of the revision inadmissible or unfounded.

§ 353 Abs. 2 StPO

Cited to determine the scope of the remand, allowing the factual findings to remain in force while the sentencing is reopened.

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Volltext

Strafzumessungerwägungen: Aufklärungsbeitrag des Angeklagten als vormaliger Zeuge

[TENOR]

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Saarbrücken vom 29. Januar 2020 im Strafausspruch aufgehoben.

Die weitergehende Revision wird verworfen.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten unter Teilfreispruch im Übrigen wegen schweren Raubes zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Mit seiner auf die Sachrüge gestützten Revision erzielt er den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO unbegründet.

Die Strafzumessung leidet an einem Rechtsfehler. Das Landgericht hat im Rahmen der Strafzumessung nicht erörtert, dass der Angeklagte in einer polizeilichen Zeugenvernehmung auch seine beiden Mittäter namentlich benannt und dies in einem bei der Polizei eingegangenen Schreiben wiederholt hat. In den Haftbefehlen, auf deren Grundlage die beiden Mittäter festgenommen wurden, war seine Aussage als belastendes Beweismittel erwähnt. Inzwischen sind die aufgrund seiner Angaben ermittelten Mittäter rechtskräftig wegen Beteiligung an der Tat verurteilt.

Zwar legen die Urteilsgründe die Anwendungsvoraussetzungen des § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB nicht nahe, weil der Angeklagte seine belastenden Angaben noch als Zeuge getätigt hat und das Ermittlungsverfahren gegen ihn offensichtlich erst später eingeleitet worden ist (vgl. zum frühestmöglichen Zeitpunkt einer Aufklärungshilfe BGH, Beschluss vom 25. Februar 2015 – 5 StR 18/15, NStZ-RR 2015, 248 mwN). Unter den besonderen Umständen des konkreten Falls hätten seine Aufklärungsbemühungen gleichwohl bei der Strafzumessung erörtert werden müssen. Dem Antrag des Generalbundesanwalts entsprechend hebt der Senat deshalb den Strafausspruch auf.

Die Feststellungen können bestehen bleiben, weil sie vom Rechtsfehler nicht betroffen sind (vgl. § 353 Abs. 2 StPO). Sie können um solche ergänzt werden, die den bisherigen nicht widersprechen.

Berger

Mosbacher

Köhler

Resch

von Häfen