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V ZB 196/13 KI-generiert

Judicial recusal in notary cost proceedings: suspicion of bias from prior personal conflict with cost creditor

Geschäftsnummer V ZB 196/13
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed a judge's recusal application, ruling that the judge's participation in the proceedings did not give rise to a suspicion of bias. The dispute concerned the rejection of a judge in a notary cost procedure, where the recused judge had previously been involved in a significant personal dispute with the cost creditor in 1999, stemming from his notarial certification of the division declaration and purchase contract for her residential property. Although all parties stated they saw no grounds for bias and the judge affirmed that the past conflict was long since closed, the court applied the legal standard that recusal is warranted only if circumstances justify a party's mistrust of a judge's impartiality based on reasonable assessment of all facts. The court determined that given the lack of current contact, the parties' consensus, and the requirement to avoid depriving parties of their right to a statutory judge under Article 101(1) sentence 2 of the German Basic Law, the mere historical conflict did not meet the threshold for "concern of partiality" under Section 42(2) of the Code of Civil Procedure in conjunction with the relevant provisions of the Family Courts Procedure Act.

Legislator-Regeste

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§ 6 Abs. 1 Satz 1 FamFG, § 46 Abs. 1 ZPO, § 42 Abs. 2 ZPO, § 48 Alt. 1 ZPO in Verbindung mit § 45 Abs. 1, § 46 Abs. 1 ZPO; Judicial recusal in notary cost proceedings: suspicion of bias from prior personal conflict with cost creditor: The dispute concerned the rejection of a judge in a notary cost procedure, where the recused judge had previously been involved in a significant personal dispute with the cost creditor in 1999, stemming from his notarial certification of the division declaration and purchase contract for her residential property. Although all parties stated they saw no grounds for bias and the judge affirmed that the past conflict was long since closed, the court applied the legal standard that recusal is warranted only if circumstances justify a party's mistrust of a judge's impartiality based on reasonable assessment of all facts. The court determined that given the lack of current contact, the parties' consensus, and the requirement to avoid depriving parties of their right to a statutory judge under Article 101(1) sentence 2 of the German Basic Law, the mere historical conflict did not meet the threshold for "concern of partiality" under Section 42(2) of the Code of Civil Procedure in conjunction with the relevant provisions of the Family Courts Procedure Act.

Schlagwörter

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Befangenheit des Richters Zivilrechtsstreitigkeit Notar Ausstandsbegehren Ausstandsgründe persönliche Verhältnisse

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 6 Abs. 1 Satz 1 FamFG

Procedural basis cited in the dispositive for the court's jurisdiction to decide on the application for the recusal of the judge.

§ 48 Alt. 1 ZPO in Verbindung mit § 45 Abs. 1, § 46 Abs. 1 ZPO

Substantive and procedural norms governing the criteria for recusal due to suspicion of bias and the procedure for such applications, applied to deny the request.

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Volltext

Ablehnung eines Richters im Notarkostenverfahren: Besorgnis der Befangenheit bei früherem Kontakt des Richters mit dem Kostengläubiger

[TENOR]

Die Mitwirkung der Richterin am Bundesgerichtshof Prof. Dr. S. begründet keine Besorgnis der Befangenheit.

[GRUENDE]

I. Mit dienstlicher Äußerung vom 15. Oktober 2014 hat die Richterin am Bundesgerichtshof Prof. Dr. S. angezeigt, dass der Kostengläubiger im Jahr 1999 die Teilungserklärung der Reihenhausanlage, in welcher die Richterin wohnt, und den Kaufvertrag über ihre Einheit beurkundet habe und dass es im Zusammenhang damit zwischen ihr und dem Kostengläubiger zu erheblichem Streit gekommen sei. Deshalb könne der Kostengläubiger sie für befangen halten.

Die Beteiligten erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme und haben erklärt, dass aus ihrer Sicht kein Anlass für eine Befangenheit der Richterin besteht.

II. Der Senat hat gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 FamFG, § 48 Alt. 1 ZPO in Verbindung mit § 45 Abs. 1, § 46 Abs. 1 ZPO darüber zu entscheiden, ob ein Grund besteht, der die Besorgnis der Befangenheit begründet. Das ist zu verneinen.

1. Nach § 42 Abs. 2 ZPO findet die Ablehnung eines Richters wegen der Besorgnis der Befangenheit statt, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen seine Unparteilichkeit zu rechtfertigen. Dies ist dann der Fall, wenn aus der Sicht einer Partei bei vernünftiger Würdigung aller Umstände Anlass gegeben ist, an der Unvoreingenommenheit und objektiven Einstellung des Richters zu zweifeln (st. Rspr.; vgl. nur Senat, Beschluss vom 15. März 2012 - V ZB 102/11, NJW 2012, 1890 Rn. 10 mwN). Nicht erforderlich ist dagegen, dass tatsächlich eine Befangenheit vorliegt. Vielmehr genügt es, dass die aufgezeigten Umstände geeignet sind, der Partei Anlass zu begründeten Zweifeln zu geben; denn die Vorschriften über die Befangenheit von Richtern bezwecken, bereits den bösen Schein einer möglicherweise fehlenden Unvoreingenommenheit und Objektivität zu vermeiden (vgl. Senat, Beschluss vom 15. März 2012 - V ZB 102/11, aaO).

2. Ausgehend von diesen Grundsätzen begründet die Mitwirkung der Richterin in dem vorliegenden Verfahren nicht die Besorgnis der Befangenheit.

a) Sämtliche Beteiligte haben erklärt, sie sähen keinen Anlass für eine Befangenheit der Richterin. Diese selbst hat angeführt, dass sie seit den Vorgängen aus dem Jahr 1999 mit dem Kostengläubiger keinen Kontakt mehr habe, die Vorgänge für sie sachlich und emotional seit langem abgeschlossen seien und sie der vorliegenden Sache unvoreingenommen gegenüberstehe.

b) Bei dieser Sachlage liefe die Bejahung einer Besorgnis der Befangenheit auf die Entziehung des Rechts auf den gesetzlichen Richter (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) hinaus (vgl. OLG Brandenburg, OLGR 2009, 307, 308).

Stresemann Lemke Brückner

Weinland Kazele