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I ZR 89/09 KI-generiert

Scope of a 1990 commercial license for internet sports betting and permissibility of suspending civil proceedings without a hearing

Geschäftsnummer I ZR 89/09
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Civil Procedure (BGH) suspended the civil proceedings without a hearing pursuant to § 148 ZPO, pending the outcome of an administrative appeal concerning the scope of a betting license. The dispute concerned whether a commercial license issued to a defendant in 1990 included the right to offer sports betting via the internet to players located in a different federal state, notwithstanding the Gambling Act and the subsequent state treaty on gambling. The lower administrative court had ruled that the license permitted such cross-border online betting and advertising, a decision currently under review by the higher administrative court due to potential conflict with a recent Federal Administrative Court ruling. In a procedural ruling, the BGH clarified that decisions on the suspension of proceedings under § 148 ZPO may be issued without a hearing under § 128(4) ZPO, as this provision allows non-judgmental decisions to be rendered without an oral hearing, thereby overruling older legal literature that argued such suspensions required a hearing based on pre-reform analogies to § 248(2) ZPO.

Legislator-Regeste

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§ 148 ZPO, § 128 Abs. 4 ZPO, § 248 Abs. 2 ZPO; Scope of a 1990 commercial license for internet sports betting and permissibility of suspending civil proceedings without a hearing: The dispute concerned whether a commercial license issued to a defendant in 1990 included the right to offer sports betting via the internet to players located in a different federal state, notwithstanding the Gambling Act and the subsequent state treaty on gambling. The lower administrative court had ruled that the license permitted such cross-border online betting and advertising, a decision currently under review by the higher administrative court due to potential conflict with a recent Federal Administrative Court ruling. In a procedural ruling, the BGH clarified that decisions on the suspension of proceedings under § 148 ZPO may be issued without a hearing under § 128(4) ZPO, as this provision allows non-judgmental decisions to be rendered without an oral hearing, thereby overruling older legal literature that argued such suspensions required a hearing based on pre-reform analogies to § 248(2) ZPO.

Schlagwörter

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Zivilrechtsstreitigkeit hängiges Verfahren mündliche Verhandlung Kognitionsbefugnis Verfahrensrechte Sportrecht
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 148 ZPO

Basis for the order suspending the proceedings pending the outcome of the related administrative appeal.

§ 128 Abs. 4 ZPO

Procedural basis allowing the decision to be issued without a oral hearing since it is not a judgment.

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Volltext

Umfang der Gewerbeerlaubnis für Sportwetten im Internet; Aussetzung des Rechtsstreits ohne mündliche Verhandlung

[LEITSATZ]

Die Entscheidung über die Aussetzung nach § 148 ZPO kann ohne mündliche Verhandlung ergehen.

[TENOR]

Das Verfahren wird bis zum rechtskräftigen Abschluss des beim Thüringer Oberverwaltungsgericht anhängigen Berufungsverfahrens gegen das Urteil der 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Gera vom 14. Dezember 2010 (5 K 155/09 Ge) ausgesetzt (§ 148 ZPO).

[GRUENDE]

Die Entscheidung des Rechtsstreits hängt davon ab, ob die dem Beklagten zu 1 im Jahre 1990 vom Gewerbeamt der Stadt Gera erteilte Gewerbeerlaubnis ungeachtet § 4 Abs. 4 GlüStV das Recht umfasst, Personen im Bundesland Hessen Sportwetten über das Internet anzubieten. Das Verwaltungsgericht Gera hat dies bejaht. Es hat im Tenor seiner Entscheidung festgestellt, dass die hiesige Beklagte zu 1 im Hinblick auf die ihr 1990 erteilte Gewerbeerlaubnis nach Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags nicht darin beschränkt werden kann, fortgesetzt über das Internet Sportwetten abzuschließen, gleichgültig an welchem Ort sich der Spieler bei der Abgabe der Wette in Deutschland aufhält, und für ihre Tätigkeit zu werben. Das Verfahren über die Berufung der Klägerin gegen dieses Urteil ist beim Oberverwaltungsgericht Weimar anhängig (3 KO 161/11). Im Hinblick darauf, dass das Urteil des Verwaltungsgerichts Gera möglicherweise nicht im Einklang mit der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 1. Juni 2011 steht (8 C 5.10, juris), ist die Aussetzung des Rechtsstreits geboten.

Die Entscheidung ergeht nach § 128 Abs. 4 ZPO ohne mündliche Verhandlung. Ein Teil des Schrifttums steht allerdings nach wie vor auf dem Standpunkt, eine Aussetzungsentscheidung nach § 148 ZPO könne nur aufgrund mündlicher Verhandlung ergehen. Sie stützt sich dabei auf den Beschluss des Reichsgerichts vom 15. November 1897 (I 93/97, RGZ 40, 373, 374 f.), wonach eine Analogie zu § 248 Abs. 2 ZPO nicht in Betracht komme (MünchKomm.ZPO/Wagner, 3. Aufl., § 148 Rn. 13; Wieczorek/Schütze/Smid, ZPO, 3. Aufl., § 148 Rn. 57; Zimmermann, ZPO, 9. Aufl., § 148 Rn. 2). Eine Gegenauffassung hält dagegen in entsprechender Anwendung von § 248 Abs. 2 ZPO eine Entscheidung ohne mündliche Verhandlung für zulässig (vgl. Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 69. Aufl., § 148 Rn. 35; Thomas/Putzo/Reichold, ZPO, 32. Aufl., § 148 Rn. 2; vermittelnd Zöller/Greger, ZPO, 28. Aufl., § 148 Rn. 7a). Dabei wird übersehen, dass der Streitfrage, ob eine analoge Anwendung des § 248 Abs. 2 ZPO in Betracht kommt, durch das Gesetz zur Reform des Zivilprozesses vom 27. Juli 2001 (BGBl. I, S. 1887) die Grundlage entzogen worden ist. Denn seitdem ist in § 128 Abs. 4 ZPO geregelt, dass Entscheidungen, die keine Urteile sind, stets ohne mündliche Verhandlung ergehen können, soweit nichts anderes bestimmt ist (vgl. Stein/Jonas/Roth, ZPO, 22. Aufl., § 148 Rn. 35; Musielak/Stadler, ZPO, 8. Aufl., § 148 Rn. 8; Saenger/Wöstmann, ZPO, 4. Aufl., § 148 Rn. 7; Dörr in Prütting/Gehrlein, ZPO, 3. Aufl., § 148 Rn. 1).

Bornkamm Büscher Schaffert

Kirchhoff Löffler