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1 StR 259/23 ECLI:DE:BGH:2024:030424B1STR259.23.0 KI-generiert

Rejection of evidence on EU conformity declarations in vehicle type approval appeals

Geschäftsnummer 1 StR 259/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) rejected the defendant's appeal, upholding the Stuttgart Regional Court's conviction and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The case involved criminal charges against a certified testing engineer for violations of vehicle type approval regulations, specifically for issuing technical data sheets for 55 of 58 vehicles without requiring customer proof of conformity with an EC-approved type, in concert with other family members. The appellate court addressed a challenge to the lower court's refusal of a defense motion to examine whether the defendant's employer had issued instructions regarding EU conformity declarations; the BGH found that the original refusal was legally sound as immaterial because the defendant's independent statutory duty to verify conformity arose from his official certification under § 29 StVZO. Crucially, the BGH determined that the lower court's contradictory additional finding of a separate breach of duty based on employer instructions did not affect the final judgment, as the conviction for intent-based violation of multiple professional duties remained secure regardless of that specific element.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 244 Abs. 3 Satz 3 Nr. 2 StPO; Rejection of evidence on EU conformity declarations in vehicle type approval appeals: The case involved criminal charges against a certified testing engineer for violations of vehicle type approval regulations, specifically for issuing technical data sheets for 55 of 58 vehicles without requiring customer proof of conformity with an EC-approved type, in concert with other family members. The appellate court addressed a challenge to the lower court's refusal of a defense motion to examine whether the defendant's employer had issued instructions regarding EU conformity declarations; the BGH found that the original refusal was legally sound as immaterial because the defendant's independent statutory duty to verify conformity arose from his official certification under § 29 StVZO. Crucially, the BGH determined that the lower court's contradictory additional finding of a separate breach of duty based on employer instructions did not affect the final judgment, as the conviction for intent-based violation of multiple professional duties remained secure regardless of that specific element.

Schlagwörter

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Fahrzeugart Urteile zur Prüfung der Gültigkeit unerhebliche Beweismittel Rüge der Sachverhaltsfeststellung Nachweis des Vorsatzes falsche Erklärung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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2 StR 248/07
September 2007 – 2 StR 248/07 Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Main ground for the verdict, cited in the dispositive to reject the appeal as unfounded.

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Volltext

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 24. Februar 2023 wird als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Für sich genommen rechtsfehlerfrei hat die Strafkammer den Beweisantrag Nr. 6 des Angeklagten vom 10. Januar 2023 insoweit wegen Bedeutungslosigkeit der Beweistatsache (§ 244 Abs. 3 Satz 3 Nr. 2 StPO) aus tatsächlichen Gründen abgelehnt, als der Angeklagte behauptet hat, dass ihm seine Auftraggeberin im Tatzeitraum keine Arbeitsanweisung zur Vorlage von EG-Übereinstimmungserklärungen erteilt gehabt habe. Denn um diese Überprüfungspflicht wusste, wie vom Landgericht rechtsfehlerfrei ausgeführt, der Angeklagte bereits aufgrund seiner Betrauung als Prüfingenieur für den begrenzten Aufgabenbereich des § 29 StVZO aufgrund des Bescheids vom 14. März 2013. Zu der Ablehnungsbegründung hat sich die Strafkammer in den Urteilsgründen zwar teilweise in Widerspruch gesetzt, indem sie eine gesonderte (dritte) Dienstpflichtverletzung des Angeklagten darin gesehen hat, dass er entgegen einer Weisung seiner Auftraggeberin für 55 der 58 gegenständlichen Kraftfahrzeuge technische Datenblätter ausstellte, ohne auf einen Kundennachweis zur Übereinstimmung des Fahrzeugs mit einem EG-genehmigten Typ zu bestehen. Auf diesem Fehler beruht das Urteil aber nicht (vgl. BGH, Urteil vom 19. September 2007 – 2 StR 248/07 Rn. 12; KK-StPO/Krehl, 9. Aufl., § 244 Rn. 155). Der Senat kann nach den Urteilsausführungen in ihrer Gesamtheit sicher ausschließen, dass die Strafkammer Zweifel daran gehabt hätte, dass der Angeklagte „die außergewöhnliche Vielzahl von […] Fehlern“ (UA S. 47) vorsätzlich aufgrund einer Unrechtsvereinbarung mit den gesondert verfolgten Mitgliedern der Familie H. beging, wenn sie von lediglich bis zu sechs (anstatt bis zu sieben) Pflichtverletzungen des Angeklagten pro begutachtetem Fahrzeug ausgegangen wäre. Die Annahme einer auftraggeberseitigen Weisung zur (bloßen) Konkretisierung der ohnehin begrenzten Befugnisse des Angeklagten aus seiner Betrauung als Prüfingenieur war für die Überzeugungsbildung der Strafkammer ersichtlich nicht ausschlaggebend.

Jäger

Fischer

Wimmer

Leplow

Munk