Unified confiscation of criminal proceeds: requirement to consolidate prior and current confiscation orders under § 73c StGB
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Bundesgerichtshof (6th Criminal Senate) partially granted the appellant's revision, modifying the lower court's judgment to order a unified confiscation of the value of criminal proceeds totaling 4,909 EUR, of which 3,209 EUR constitutes joint and several liability, while simultaneously annulling the separate maintenance of a prior confiscation order of 1,700 EUR that had been retained via an aggregate sentencing decision; the appellant's further revision and the co-appellant's revision were dismissed. The dispute centered on whether a previous confiscation order issued by an Amtsgericht via penalty order should remain in force separately under § 55(2) StGB when the current conviction also satisfies the requirements for confiscation under § 73c(1) StGB, with the Landgericht having originally imposed joint and several liability on the appellants for aggravated robbery and extortion and maintaining the prior confiscation decision. Relying on the doctrine that a single, unified confiscation decision is mandatory when both the prior and current proceedings meet the statutory criteria for confiscation of the value of criminal proceeds, the court applied § 354(1a) StPO to correct the error, superseding the separate prior order with a consolidated confiscation measure in the final judgment.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 55 Abs. 2 StGB, § 73c Satz 1 StGB; Unified confiscation of criminal proceeds: requirement to consolidate prior and current confiscation orders under § 73c StGB: The dispute centered on whether a previous confiscation order issued by an Amtsgericht via penalty order should remain in force separately under § 55(2) StGB when the current conviction also satisfies the requirements for confiscation under § 73c(1) StGB, with the Landgericht having originally imposed joint and several liability on the appellants for aggravated robbery and extortion and maintaining the prior confiscation decision. Relying on the doctrine that a single, unified confiscation decision is mandatory when both the prior and current proceedings meet the statutory criteria for confiscation of the value of criminal proceeds, the court applied § 354(1a) StPO to correct the error, superseding the separate prior order with a consolidated confiscation measure in the final judgment.
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KI-generiertVolltext
1. Auf die Revision des Angeklagten E. wird das Urteil des Landgerichts Verden vom 7. September 2023 dahin geändert, dass gegen ihn die Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von 4.909 Euro angeordnet wird, davon in Höhe von 3.209 Euro als Gesamtschuldner; die Aufrechterhaltung der mit Strafbefehl des Amtsgerichts Achim vom 7. Juni 2023 angeordneten Einziehung entfällt.
2. Die weitergehende Revision des Angeklagten E. und die Revision des Angeklagten S. werden verworfen.
3. Der Angeklagte E. hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen. Es wird davon abgesehen, dem Angeklagten S. die Kosten seiner Revision aufzuerlegen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat die Angeklagten jeweils wegen schwerer räuberischer Erpressung und schweren Raubes, den Angeklagten S. darüber hinaus wegen Beleidigung in zwei tateinheitlichen Fällen verurteilt. Gegen den Angeklagten S. hat es unter Einbeziehung einer früheren Entscheidung eine Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verhängt, gegen den Angeklagten E. hat es unter Einbeziehung einer früheren Strafe auf eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten erkannt. Außerdem hat das Landgericht Einziehungsentscheidungen getroffen. Die Revision des Angeklagten E. hat mit der Sachrüge in dem aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Umfang Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist sie ebenso wie diejenige des Angeklagten S. unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
Die auf § 55 Abs. 2 StGB gestützte Aufrechterhaltung der durch den Strafbefehl des Amtsgerichts Achim vom 7. Juni 2023 gegen den Angeklagten E. angeordneten Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von 1.700 Euro erweist sich als rechtsfehlerhaft. Sofern – wie hier – die frühere Entscheidung eine Einziehung des Wertes von Taterträgen enthielt und auch in Bezug auf das gegenständliche Urteil die Voraussetzungen des § 73c Satz 1 StGB gegeben sind, ist eine einheitliche Einziehungsentscheidung zu treffen (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 22. Februar 2022 – 6 StR 31/22; Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 6. Aufl., Rn. 1262 mwN). Da der einzubeziehende Betrag im angefochtenen Urteil mitgeteilt wird, kann der Senat die Entscheidung in entsprechender Anwendung von § 354 Abs. 1a StPO nachholen.
Sander
Tiemann
Fritsche
von Schmettau
Arnoldi