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6 StR 96/24 ECLI:DE:BGH:2024:190324B6STR96.24.0 KI-generiert

Missing disclosure of prior conviction enforcement status for youth sentence aggregation under § 31 JGG

Geschäftsnummer 6 StR 96/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice partially granted the defendant's appeal, vacating the sentencing portion of the Landgericht Bayreuth judgment while upholding the underlying findings of fact, and remanded the case to a different juvenile chamber for renewed deliberation on sentence calculation. The dispute concerned a youth sentence for dangerous bodily injury where the defendant challenged the legal consequences, specifically the court's failure to consider a prior monetary condition from an unrelated 2021 judgment. The appellate court found a procedural defect, ruling that the trial court failed to disclose the enforcement status of the prior conviction, which was necessary to determine whether it should have been incorporated into the current sentence under § 31 Abs. 2 JGG; the court mandated that the remand proceedings assess the inclusion of the prior conviction based on its enforcement status at the time of the original verdict's pronouncement, consistent with the principles of subsequent total sentence formation under § 55 StGB.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 55 StGB; Missing disclosure of prior conviction enforcement status for youth sentence aggregation under § 31 JGG: The dispute concerned a youth sentence for dangerous bodily injury where the defendant challenged the legal consequences, specifically the court's failure to consider a prior monetary condition from an unrelated 2021 judgment. The appellate court found a procedural defect, ruling that the trial court failed to disclose the enforcement status of the prior conviction, which was necessary to determine whether it should have been incorporated into the current sentence under § 31 Abs. 2 JGG; the court mandated that the remand proceedings assess the inclusion of the prior conviction based on its enforcement status at the time of the original verdict's pronouncement, consistent with the principles of subsequent total sentence formation under § 55 StGB.

Schlagwörter

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Strafzumessung Vollstreckungsverfahren E-Justice Verfahrensmangel strafrechtliche Selbstanzeige Rechtsstellung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Main procedural ground cited in the dispositive for granting the revision and vacating the sentencing portion of the judgment.

§ 349 Abs. 2 StPO

Procedural basis cited in the dispositive for declaring the remainder of the revision unfounded and dismissing it.

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Volltext

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Bayreuth vom 27. Oktober 2023, soweit es ihn betrifft, im Strafausspruch aufgehoben; jedoch bleiben die zugehörigen Feststellungen aufrechterhalten.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Jugendkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Die weitergehende Revision wird verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gefährlicher Köperverletzung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr verurteilt und deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt. Hiergegen richtet sich die auf die Rüge der Verletzung sachlichen Rechts gestützte Revision des Angeklagten. Sein Rechtsmittel hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist es unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.

1. Der Rechtsfolgenausspruch hält sachlich-rechtlicher Prüfung nicht stand.

Das Urteil leidet an einem Darstellungsmangel. Die Strafkammer hat es versäumt, den Vollstreckungsstand der Geldauflage aus dem nicht einbezogenen Urteil des Amtsgerichts Bayreuth vom 4. November 2021 mitzuteilen. Der Senat kann deshalb nicht beurteilen, ob die Einbeziehung dieses Urteils (§ 31 Abs. 2 Satz 1 JGG) zu Recht unterblieben ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 29. November 2022 – 3 StR 383/22, NStZ-RR 2023, 93; vom 13. Juli 2021 – 6 StR 304/21).

2. Das neue Tatgericht wird die erforderlichen ergänzenden Feststellungen zu treffen haben. Für die Frage der Einbeziehung ist sodann – wie bei der nachträglichen Gesamtstrafenbildung nach § 55 StGB – der Vollstreckungsstand zum Zeitpunkt der Verkündung des auf die Revision aufgehobenen Urteils maßgeblich. Lagen die Voraussetzungen des § 31 Abs. 2 Satz 1 JGG damals vor, ist – vorbehaltlich eines Vorgehens nach § 31 Abs. 3 Satz 1 JGG – eine rechtskräftige Vorverurteilung auch dann in das neue Erkenntnis einzubeziehen, wenn sie zwischenzeitlich vollstreckt ist (vgl. BGH, Beschluss vom 3. Mai 2022 – 3 StR 85/22, NStZ 2022, 556, 557).

Feilcke

Tiemann

Wenske

Fritsche

von Schmettau

Berichtigungsbeschluss

vom 3. April 2024

Das Rubrum des Beschlusses des Senats vom 19. März 2024 wird dahingehend berichtigt, dass der Angeklagte D. heißt.

Sander

Tiemann

Fritsche

von Schmettau

Arnoldi