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II ZR 344/17 ECLI:DE:BGH:2019:031219BIIZR344.17.0 KI-generiert

Judgment on non-admission complaint during insolvency-induced procedural interruption

Geschäftsnummer II ZR 344/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant’s non-admission complaint against an appellate judgment, ordering the defendant to bear the costs of the proceedings, while affirming that the lower court’s decision remains in force. The dispute arose from a civil litigation matter where the defendant challenged the refusal to admit revision, coinciding with the opening of insolvency proceedings against the plaintiff which interrupted the main proceedings; however, the court determined this interruption did not preclude the decision on the complaint. Relying on § 543 Abs. 2 ZPO, the court found no grounds for revision regarding fundamental significance, legal development, or uniform jurisprudence. Crucially, the court held that under § 249 Abs. 3 ZPO, a decision on a non-admission complaint may be rendered during a procedural interruption caused by insolvency (§ 240 Abs. 1 ZPO) if no oral hearing is required, no deadlines are currently running, all necessary procedural steps were taken prior to the interruption, the complainant was barred from further arguments due to the expiration of the justification deadline (§ 544 Abs. 2 ZPO) before the interruption, and the notification of the decision does not trigger new deadlines.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 ZPO, § 240 Satz 1 ZPO, § 249 Abs. 3 ZPO, § 544 Abs. 2 ZPO, § 97 ZPO; Judgment on non-admission complaint during insolvency-induced procedural interruption: The dispute arose from a civil litigation matter where the defendant challenged the refusal to admit revision, coinciding with the opening of insolvency proceedings against the plaintiff which interrupted the main proceedings; however, the court determined this interruption did not preclude the decision on the complaint. Relying on § 543 Abs. 2 ZPO, the court found no grounds for revision regarding fundamental significance, legal development, or uniform jurisprudence. Crucially, the court held that under § 249 Abs. 3 ZPO, a decision on a non-admission complaint may be rendered during a procedural interruption caused by insolvency (§ 240 Abs. 1 ZPO) if no oral hearing is required, no deadlines are currently running, all necessary procedural steps were taken prior to the interruption, the complainant was barred from further arguments due to the expiration of the justification deadline (§ 544 Abs. 2 ZPO) before the interruption, and the notification of the decision does not trigger new deadlines.

Schlagwörter

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Zahlungsunfähigkeit gesetzliche Verfahrensfrist Revision eines Entscheids Eröffnung des Verfahrens mündliche Verhandlung Streitgegenstand

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde bei Unterbrechung des Verfahrens

[TENOR]

Die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten gegen das Urteil des 6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Oldenburg vom 8. September 2017 wird zurückgewiesen, weil keiner der im Gesetz (§ 543 Abs. 2 ZPO) vorgesehenen Gründe vorliegt, nach denen der Senat die Revision zulassen darf. Der Rechtsstreit der Parteien hat weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert er eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung.

Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.

Die Mitteilung der Beklagten, dass über das Vermögen des Klägers durch Beschluss vom 1. Mai 2019 das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, steht der Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde nicht entgegen. Dies gilt auch dann, wenn anzunehmen sein sollte, dass das Beschwerdeverfahren durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gemäß § 240 Satz 1 ZPO unterbrochen wurde. Denn da im Fall der Nichtzulassungsbeschwerde keine mündliche Verhandlung vorgeschrieben ist, kann in entsprechender Anwendung von § 249 Abs. 3 ZPO eine Entscheidung auch während der Unterbrechung des Verfahrens ergehen, wenn keine Fristen mehr laufen, alle erforderlichen Prozesshandlungen vor Eintritt der Unterbrechung vorgenommen worden sind, der Beschwerdeführer wegen des Ablaufs der Begründungsfrist (§ 544 Abs. 2 ZPO) vor Eintritt der Unterbrechung mit weiterem Vortrag zur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde ausgeschlossen ist und durch die Zustellung der Entscheidung keine Frist in Lauf gesetzt wird (BGH, Beschluss vom 20. Dezember 2018 - IX ZR 82/16, ZinsO 2019, 385 Rn. 5 mwN). Diese Voraussetzungen waren hier gegeben. Die Frist zur Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde lief bis zum 22. Januar 2018, innerhalb derer die Beschwerde von der Beklagten auch begründet wurde. Das Insolvenzverfahren ist erst am 1. Mai 2019 eröffnet worden.

Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 ZPO).

Streitwert: 154.000 €

Drescher

Wöstmann

Sunder

Bernau

von Selle