Reimbursement of travel costs for party presence in revision proceedings: necessity of appearance balanced against adequate legal representation
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) rejected the plaintiff's application for the reimbursement of travel costs to attend the oral hearing in the revision proceedings. The dispute involved a claim for hospital daily allowance amounting to €775.32, where the plaintiff, represented by a court-appointed attorney under legal aid, sought approval for travel expenses pursuant to §§ 114 ff. ZPO. The court held that the necessity of the plaintiff's physical presence was not established, as the BGH acts solely as a court of law in revision proceedings where factual issues are not re-examined, thereby diminishing the weight of the right to present arguments compared to a trial-level hearing. Given the limited financial significance of the claim, the existence of adequate representation by the appointed attorney, and the principle that a non-indigent party would not typically bear personal costs to attend a revision hearing, the application was denied.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 137 Abs. 4 ZPO, §§ 114 ff. ZPO; Reimbursement of travel costs for party presence in revision proceedings: necessity of appearance balanced against adequate legal representation: The dispute involved a claim for hospital daily allowance amounting to €775.32, where the plaintiff, represented by a court-appointed attorney under legal aid, sought approval for travel expenses pursuant to §§ 114 ff. ZPO. The court held that the necessity of the plaintiff's physical presence was not established, as the BGH acts solely as a court of law in revision proceedings where factual issues are not re-examined, thereby diminishing the weight of the right to present arguments compared to a trial-level hearing. Given the limited financial significance of the claim, the existence of adequate representation by the appointed attorney, and the principle that a non-indigent party would not typically bear personal costs to attend a revision hearing, the application was denied.
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KI-generiertStatutory basis for the approval of travel expenses, which the court applied to determine that the plaintiff's application was without success.
Procedural rule concerning the right to submit oral arguments, cited to justify why the personal attendance of the party was not necessary given the legal nature of the revision proceedings.
Volltext
Reisekostenerstattung einer anwaltlich vertretenen Partei in Revisionsverfahren
[TENOR]
Der Antrag der Klägerin vom 12. Dezember 2019 auf Bewilligung von Reisekosten wird abgelehnt.
[GRUENDE]
Der Antrag der Klägerin, ihr Reisekosten für die Teilnahme an der mündlichen Verhandlung zu bewilligen, bleibt ohne Erfolg.
Auf die Bewilligung der Reisekosten sind die Vorschriften der §§ 114 ff. ZPO anzuwenden. Dabei ist auch die Notwendigkeit der Reise zu prüfen (Senatsbeschluss vom 19. März 1975 - IV ARZ (VZ) 29/74, BGHZ 64, 139, 143 [juris Rn. 8]). Sie ist immer anzunehmen, wenn die Partei zu dem Termin geladen ist. Ist das - wie hier - nicht der Fall, so hat das Gericht zu prüfen, ob der Partei die aus eigenen Mitteln nicht zu bestreitende Anreise zum Termin nach den Grundsätzen eines fairen Verfahrens billigerweise abgeschlagen werden kann (vgl. aaO). Dabei hat es ihren allgemeinen grundgesetzlichen Anspruch auf rechtliches Gehör sowie das einfachgesetzlich gewährte Recht zur Stellungnahme gemäß § 137 Abs. 4 ZPO einerseits und die Möglichkeit der ausreichenden Vertretung durch den beigeordneten Rechtsanwalt andererseits gegeneinander abzuwägen (vgl. aaO). Dabei sind auch die Bedeutung der Sache und das mutmaßliche Verhalten einer nicht mittellosen, auf verständige Wahrnehmung ihrer Rechte bedachten Partei zu berücksichtigen (aaO S. 144).
Unter Berücksichtigung dieses Maßstabs ist der Antrag abzulehnen. Die Klägerin ist in diesem Verfahren durch den ihr im Wege der Prozesskostenhilfe beigeordneten Rechtsanwalt ausreichend vertreten. Denn der Bundesgerichtshof ist im Revisionsverfahren reine Rechtsinstanz; Tatsachenfragen stehen nicht zur Entscheidung. Deshalb kommt dem in Anwaltsprozessen auch einer Naturalpartei zustehenden Vortragsrecht (§ 137 Abs. 4 ZPO) im Revisionsverfahren nicht das gleiche Gewicht zu wie in einer Verhandlung vor einer Tatsacheninstanz. Die Bedeutung der Sache für die Klägerin, der Anspruch auf Krankenhaustagegeld in Höhe von 775,32 €, ist nach objektiven Maßstäben nicht so hoch anzusiedeln wie ein die Existenz einer Partei betreffendes Rechtsschutzbegehren. Schließlich würde in diesem Revisionsverfahren auch ein nicht mittelloser, auf verständige Wahrnehmung seiner Rechte bedachter Beteiligter im Hinblick auf die Vertretung durch seinen Rechtsanwalt nicht auf eine für ihn kostenpflichtige Teilnahme an der Revisionsverhandlung bestehen.
Mayen
Felsch
Harsdorf-Gebhardt
Lehmann
Dr. Bußmann