Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1 ARs 22/10 KI-generiert

Retroactive application of security confinement under § 2 Abs. 6 StGB and ECHR interpretation

Geschäftsnummer 1 ARs 22/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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In a decision concerning the retrospective application of security confinement, the Federal Court of Criminal Justice (BGH) held that the intended ruling by the requesting 5th Criminal Senate did not contradict the Court's existing case law, effectively endorsing the 5th Senate's view that the European Convention on Human Rights, as interpreted by the European Court of Human Rights, does not contain any provision that generally precludes retrospective application under Section 2(6) of the German Criminal Code. The dispute arose from an internal consultation process where the 5th Criminal Senate inquired whether to adhere to this interpretation rather than previous opposing jurisprudence, seeking confirmation from other criminal senates. The decisive legal basis involved the interplay between the prohibition of retroactivity for aggravated measures under § 2 Abs. 6 StGB and the interpretive scope of the European Convention on Human Rights, with the court explicitly leaving open whether the Convention necessitates a restrictive interpretation of § 67d Abs. 3 Satz 1 StGB regarding the specific extent of retrospective application.

Legislator-Regeste

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§ 2 Abs. 6 StGB, § 67d Abs. 3 Satz 1 StGB; Retroactive application of security confinement under § 2 Abs. 6 StGB and ECHR interpretation: Aus der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten in ihrer Auslegung durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ergibt sich für die Maßregel der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung keine die Rückwirkung generell hindernde andere Bestimmung im Sinne des § 2 Abs. 6 StGB.

Schlagwörter

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rückwirkende Kraft des Gesetzes Europäische Menschenrechtskonvention Strafurteil Europäische Sicherheit sichernde Massnahmen Auslegung von Urteilen
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Volltext

Antwort auf Anfrage des 5. Strafsenats zur rückwirkenden Anwendung der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung

[TENOR]

Die beabsichtigte Entscheidung des anfragenden 5. Strafsenats widerspricht nicht der Rechtsprechung des Senats.

[GRUENDE]

Der 5. Strafsenat beabsichtigt zu entscheiden:

Aus der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten in ihrer Auslegung durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ergibt sich für die Maßregel der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung keine die Rückwirkung generell hindernde andere Bestimmung im Sinne des § 2 Abs. 6 StGB.

Er hat daher beim 4. Strafsenat angefragt, ob an entgegenstehender Rechtsprechung festgehalten wird, bei den anderen Strafsenaten, ob dieser Rechtsauffassung zugestimmt wird.

Die beabsichtigte Entscheidung widerspricht nicht der Rechtsprechung des Senats. Er stimmt der Rechtsauffassung des 5. Strafsenats zu.

Ob die Konvention eine einschränkende Auslegung des § 67d Abs. 3 Satz 1 StGB erfordert und gegebenenfalls in welchem Umfang lässt der Senat offen.

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